Laufen in der Karibik: Eiswürfel statt Wollmütze

San Juan · Eiswürfel im isotonischen Sportgetränk statt Eis auf der Laufstrecke, manche Läufer entflieht dem deutschen Winter und trainiert in sonnigen Gefilden. Sechs Sportler der LG Pronsfeld-Lünebach waren bei einer Läufer-Kreuzfahrt in der Karibik dabei und fühlten sich trotz der Nachrichten vom Unglück der Costa Concordia sicher.

 Manfred Margraff (rechts, hier mit Lauf-Organisator Björn Grass) war der beste Teilnehmer beim Karibik-Etappenlauf.

Manfred Margraff (rechts, hier mit Lauf-Organisator Björn Grass) war der beste Teilnehmer beim Karibik-Etappenlauf.

Foto: privat

Wärmende Sonne, Meer und jeden Tag eine neue Laufstrecke, während die Läufer in Deutschland zu Wollmütze, Schal, Handschuhen und dicken Jacken griffen, reichte einigen Ausdauerbegeisterten aus der Eifel im Januar ein leichtes T-Shirt und kurze Hose. Mit Trainingseinheiten an einigen der schönsten Strände der Karibik, beispielsweise auf Granada, Barbados und den Jungferninseln starteten Martha Metlen, Irene Kollig, Karl-Heinz Schröder, Friedel Heinen, Johann Leuther und Manfred Margraff von der LG Pronsfeld-Lünebach ins Jahr.
Es ging aber nicht nur darum, die Wärme und die Landschaft zu genießen. Die täglich vom laufenden Weltenbummler Björn Grass organisierten Läufe wurden als Etappenrennen ausgetragen. Martha Metlen und Manfred Margraff erwiesen sich als ausdauerndster der Reisegruppe. Sie siegten mit großem Vorsprung. Der Temperatursprung vom frostigen Deutschland in die fast 30 Grad warmen Tropen, für Margraff kein Problem. "Ich wusste, was auf mich zukommt", erzählt der 44-Jährige. Nach ein paar Tagen habe sich der Körper angepasst. Die Rückkehr in die Kälte sei viel schlimmer.
Flache Strecken waren während der zwei Wochen Mangelware. Und wenn es sie gab, dann führten sie meist über Strände, in deren Sand die Füße nur wenig Halt fanden. "Die schwerste Etappe war auf Tortola ein Bergrennen. Es ging zuerst 2,5 Kilometer mit Steigungen zwischen fünf und 20 Prozent nur bergauf - und anschließend das Ganze wieder runter. Das war wegen der vielen Schlaglöcher, engen Kurven und des extremen Gefälles gar nicht so einfach", erzählt Margraff.
Nicht alle kamen so problemlos wie Margraff mit den Bedingungen nahe des Äquators zurecht. Ein tropischer Regenschauer kam da gerade recht, wie Irene Kollig berichtet: "Beim Regenwaldlauf in Puerto Rico ging vorbei an Mammutbäumen, riesigen Bambus, Kakteen und unendlich vielen Palmen und Farnen. Und im Regenwald muss es ja auch mal regnen. Der kurze Platzregen kam sehr willkommen."
Zwei Etappen wurden sogar auf dem Kreuzfahrtschiffes Serenade of the Seas, das die Läufer von Etappenort zu Etappenort brachte, absolviert. "Man muss sich auf die Schwankungen des Schiffes einstellen. Meistens hat auf man einer Seite mit Gegenwind zu kämpfen", erklärt Margraff.
Die Havarie der Costa Concordia vor der italienischen Küste beunruhigte die laufenden Seefahrer nicht. "Angst hatte niemand", behauptet Margraff. "Wir wurden regelmäßig darüber informiert, was vorgefallen war."