Leichtathleten trauern: Volkhart Rosch aus Trier gestorben

Leichtathleten trauern: Volkhart Rosch aus Trier gestorben

TRIER (teu) Die Trierer Leichtathletik hat ihre prägendste Gestalt verloren. Ende vergangener Woche starb Volkhart Rosch im Alter von 77 Jahren.

Der gebürtige Bonner war ein halbes Jahrhundert so etwas wie ein Markenzeichen der olympischen Kernsportart, nahezu ein Synonym für Leichtathletik in Trier. Ein Typ, mit Ecken und Kanten, streitbar und umstritten, jemand, der seinen Sport lebte und liebte - und zwar kompromisslos. Der Ansagetext auf seinem Anrufbeantworter lautete: "Bin im Training oder auf Wettkampfreise."

Volkhart Rosch kam Ende der 1950er Jahre nach Trier und zum Post-Sportverein Trier, der sein PST wurde. Zunächst das Wald- und nach dem Bau der Kunststoffbahn das Moselstadion waren zu so etwas wie sein Wohnzimmer. Mit scheinbar nie endenwollendem Elan leitete er, oft mit mehreren Stoppuhren in der Hand, das Training. Unermüdlich schrieb Rosch Trainingspläne, plante Wettkampfreisen, fertigte Statistiken an. "Wir kämpfen weiter", pflegte er - im Hauptberuf Realschullehrer in Konz - nach Rückschlägen und Enttäuschungen zu sagen. Aufgeben gab es für ihn nicht.

"Wenn du laufen willst, geh zum Rosch", hieß es. Generationen von Sportlern trainierten bei Volkhart Rosch. Meist - aber nicht nur - Sprinter, Mittel- und Langstreckler. Etliche führte der 400-Meter-Läufer (Bestzeit: 49,8 Sekunden) zu überregionalen Erfolgen und zu deutschen Meisterehren: Zu Beginn seiner Trainerkarriere die 4 x 400-Meter-Staffel mit Manfred Kuhn, die seit 1971 den Rheinland-Pfalz-Rekord (3:11,09 Minuten) hält. Sein Schützling Günter Heidle wurde zu seiner rechten Hand. Nach der Jahrtausendwende gewannen Thorsten Baumeister und Dominik Werhan unter Roschs Anleitung DM-Titel bei der Jugend. Baumeister schaffte es sogar zur Junioren-Europa- und Crosslauf-Weltmeisterschaft. Es sind nur wenige Beispiele.

Roschs Treue zum PST war legendär. Leistung und Leistungsbereitschaft erkannte er aber über Vereinsgrenzen hinweg an. Den ersten DM-Titel einer Frau eines Trierer Vereins durch Gesa Krause zu erleben, war ihm leider nicht mehr vergönnt.