LG Vulkaneifel wird aus den USA geführt

Leichtathletik : LG Vulkaneifel wird aus den USA geführt

Die Leichtathletik-Gemeinschaft hat einen neuen Vorstand mit Yannik Duppich an der Spitze. Außer der Förderung von Toptalent Samuel Fitwi soll die LGV mit Nachwuchssportlern und den Senioren wieder präsenter werden.

(teu) Als sich die Vertreter der fünf Mitgliedsvereine der LG Vulkaneifel (LGV) am vergangenen Freitagabend in Hillesheim trafen, war der neue erste Mann der bereits seit 46 Jahren bestehenden Startgemeinschaft nur auf einem Bildschirm zu sehen. Via Skype verfolgte Yannik Duppich die Jahreshauptversammlung und ließ sich zum ersten Vorsitzenden wählen. Ein Novum in fast fünf Jahrzehnten. Der 28-Jährige studiert zurzeit an der Queens University in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina um seinen Master of Business Administration zu erlangen - und natürlich um selbst dank eines Stipendiums das amerikanische Sportsystem kennenzulernen und zu nutzen.

Dass er aus vielen Tausend Kilometer Entfernung die LGV leiten soll, darin sieht Duppich kein größeres Problem: „Das ist eigentlich ziemlich einfach, weil wir heute tolle Möglichkeiten haben mit E-Mail, Whatsapp, Skype und so weiter.“ Außerdem sei sein Aufenthalt in den USA beschränkt. Bereits zum Jahreswechsel sei er wieder einen Monat in der Eifel. „Während des Sommers bin ich auch drei Monate in Deutschland und im Dezember 2019 komme ich ja ganz zurück“, erklärt Duppich.

Duppich, der seit 2015 zweiter LGV-Vorsitzender war, beerbt Simon Fischer, der aus dem Vorstand ausscheidet. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Andreas Keil-Forneck (31) gewählt. Mit Kassenwart Jakob Gieße (24) und Gina Klinkhammer (19) als Jugendwartin haben zwei weitere junge Leute Verantwortung übernommen. Mit Yannik Duppichs Vater Klaus (62) und dem ehemaligen LGV-Vorsitzenden (2001-15) Rolf Haferkamp (77) betreuen zwei alte Hasen das Meldewesen und die Statistik.

Der neue LGV-Vorstand steht vor schwierigen Aufgaben. Mit dem deutschen U23-Meister Samuel Fitwi gehört einer der hoffnungsvollsten deutschen Läufer der Startgemeinschaft an. „Wir wolle für Samuel die Rahmenbedingungen schaffen, damit er langfristig international für Deutschland laufen kann“, erklärt Duppich. Das Männer-Team, zu dem unter anderem auch Duppich, Keil-Forneck und Gieße gehören sollte in den Kampf um DM-Medaillen in den Mannschaftswertungen eingreifen können.

Eine große Herausforderung dürfte aber sein, die LGV bis zum goldenen Jubiläum 2022 auch in der Breite zu alter Stärke zu führen. Zwar glänzt die Eifel-LG dank Fitwi auf nationaler Ebene, aber an der Basis fehlt es. Ein Indiz ist die Auswertung der Rheinlandmeisterschaften. Darin ist die LGV 2018 auf den 20. Platz abgefallen. Nur 1980 war das Ergebnis noch schlechter (24.). Es seien genügend junge Sportler in den Trainingsgruppen.„Wir möchten jetzt den Transfer schaffen, dass mehr Jugendliche bei Wettkämpfen starten“, erklärt Duppich. Seit einigen Wochen stehen auch fünf neu ausgebildete, junge C-Trainer zur Verfügung. Außerdem wolle man den Seniorensport wieder aufleben lassen. „Wir müssen einen Mittelweg finden zwischen Leistungs- und Hobbysport. Mir ist die Gemeinschaft sehr wichtig“, so der neue LGV-Vorsitzende.

Mehr von Volksfreund