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Marc Pschebizin Dritter bei Extrem-Triathlon in Israel

Marc Pschebizin Dritter bei Extrem-Triathlon in Israel

Zwei Jahre nach seinem Sieg beim Israman in Eilat am Roten Meer schaffte es Marc Pschebizin beim Langdistanz-Triathlon in Israel wieder aufs Podest. Der 39-Jährige aus Wittlich musste sich bei extremem Wind nur dem Tschechen Petr Vabrousek und Bart Candels aus den Niederlanden geschlagen geben.

 Extremer Wind machte die 180 Kilometer auf dem Rennrad beim Israman-Langdistanz-Triathlon in Israel zur einer besonderen Herausforderung für den Wittlicher Marc Pschebizin.
Extremer Wind machte die 180 Kilometer auf dem Rennrad beim Israman-Langdistanz-Triathlon in Israel zur einer besonderen Herausforderung für den Wittlicher Marc Pschebizin. Foto: Veranstalter / José Luis Hourcade
 Noch auf dem Hochplateau der Negev-Wüste startete der abschließende Marathonlauf. Die Strecke führte zunächst zehn Kilometer bergab - eine Tortur für die Oberschenkel.
Noch auf dem Hochplateau der Negev-Wüste startete der abschließende Marathonlauf. Die Strecke führte zunächst zehn Kilometer bergab - eine Tortur für die Oberschenkel. Foto: Veranstalter / José Luis Hourcade

Wie extrem die Bedingungen diesmal rund um den israelischen Badeort Eilat waren, zeigt, dass Pschebizin bei seinem Sieg 2011 eine Dreiviertelstunde schneller war als diesmal. 10:28:26 Stunden benötigte der 39-Jährige von Tri-Post Trier für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und den abschließenden Marathonlauf (42,195 Kilometer). "Selbst beim Embrunman war ich schneller", erklärt Pschebizin. Bei zeitweisem Schneefall war der Wittlicher vor einigen Jahren beim Alpen-Langdistanztriathlon nach 10:15 Stunden flotter im Ziel.

Am Vierländereck Ägypten, Israel, Jordanien und Saudi Arabien am Roten Meer war es schon am frühen Morgen beim Schwimmen extrem windig gewesen. "Die Wellen waren so hoch, dass man sich nur schwer orientieren konnte", erzählt Pschebizin. Man habe aufpassen müssen, dass man nicht ohne Reisepass in jordanische Hoheitsgewässer abtreibt, scherzt er. Die Muße, die beindruckend bunte Unterwasserwelt zu beobachten, hatte er bei diesen Bedingungen nicht.

Zusammen mit Vabrousek kam Pschebizin in der Spitzengruppe aus dem Wasser. Auf dem Rennrad übernahm er beim 15 Kilometer langen Anstieg ins Negev-Gebirge die Führung. Über die wellige Hochebene ging es mit Rückenwind in weltrekordverdächtigem Tempo zum Wendepunkt. Aber Pschebizin ahnte bereits, dass es ein langer Tag werden würde. Denn auf dem Rückweg blies den rund 1100 Teilnehmern aus Ägypten der Wüstenwind entgegen. Auch wenn man gegen den Wind extrem langsam sei, müsse man die Ruhe bewahren, dürfe nicht überziehen, müsse seinen eigenen Rhythmus weiterfahren, sagt Pschebizin.

Das tat der Diplom-Sportlehrer. Der 16 Jahre jüngere Candel schoss dagegen an die Spitze - und hatte sich verkalkuliert. Nach mehr als sechs Stunden im Fahrradsattel ging Pschebizin als Erster auf die 42,195 Kilometer lange Strecke des abschließenden Marathonlaufs. Doch die Hoffnung auf den zweiten Sieg musste er schnell begraben. "Petr Vabrousek kam an mir vorbei, als sei er bei einem Zehn-Kilometer-Lauf", erzählt der Ironman-Bezirksrekordler. Auch Candel (10:23:32 Stunden) bekam noch einmal den "zweiten Wind" und sicherte sich hinter dem Tschechen (10:22:38), aber vor Pschebizin (10:28:26) den zweiten Platz. Auf der Laufstrecke, die zunächst zehn Kilometer bergab führt, habe es ihn trotz speziellem Bergablauftraining die Oberschenkel "zerscheppert".

Das Wüstenrennen habe seinen eigenen Reiz. Der Wind war extrem, die Temperaturen mit 20 Grad aber angenehm. Für die Israelis aber wohl zu kühl: "Die sind teilweise mit Überschuhen und Regenjacke Rad gefahren", erzählt Pschebizin. Von den politischen Unruhen nur wenige Kilometer entfernt in Ägypten habe man im Badeort nichts mitbekommen. Und für die Israelis gehörten Bombenalarme sowieso zum täglichen Leben. Nervig sei allerdings die Kontrolle bei der Einreise gewesen. Sein komplettes Fahrrad sei auseinander gebaut worden. Und dass er einen Eintrag aus Abu Dhabi im Reisepass hat, habe ihn natürlich sofort verdächtig gemacht.