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Mit Optimismus und Sport den Krebs besiegt

Jörg Brang aus Jünkerath läuft nach einer Krebserkrankung wieder Marathon. - TV-Foto: Holger Teusch
Jörg Brang aus Jünkerath läuft nach einer Krebserkrankung wieder Marathon. - TV-Foto: Holger Teusch FOTO: Holger Teusch
Jünkerath. "Ich bin Berufsoptimist", sagt Jörg Brang über sich. Mit dieser Einstellung und sportlicher Kondition hat der 41-Jährige aus Jünkerath den Krebs besiegt und läuft wieder Marathon. Von Holger Teusch

Jünkerath/Berlin. Jörg Brang hatte noch eine Rechnung offen: "Ich hatte geplant, 2009 mit einer Gruppe nach Berlin zu fahren. Aber da hat die Krankheit mir einen Strich durch die Rechnung gemacht", erzählt der Inhaber eines Sportgeschäfts in Jünkerath. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Also ging es ein Jahr später, am vergangenen Sonntag, zur größten Lauf veranstaltung Deutschlands mit mehr als 40 000 Teilnehmern. 3:16:16 Stunden benötigte Brang für die 42,195 Kilometer.

Für Brang die Bestätigung, dass seine Einstellung "genau die richtige ist", wie er sagt. Sein Motto: "Den Kopf nie in den Sand stecken und sich keine unnötigen Sorgen machen. Eine lockere Einstellung hilft", ist sich Brang sicher - bei der Überwindung seiner Krebserkrankung genauso wie beim Marathonlauf.

An das Datum, als bei ihm Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde, erinnert sich Brang noch genau: 19. Dezember 2008. "Im ersten Moment war das ein Schock", sagt der dreifache Familienvater. Doch sein Optimismus habe ihm während der gesamten Zeit genauso geholfen, wie seine gute Kondition, die er seit seiner Grundschulzeit, als ihn Herbert Ehlen zu den Leichtathleten der LG Vulkaneifel schickte, aufgebaut hatte. Zwischen den einzelnen Zyklen der Chemotherapie habe er sich schnell regeneriert, erzählt Brang. Die Gefährlichkeit seiner Krankheit sei ihm erst so richtig bewusst geworden, als ihm die Ärzte bei einer Nachuntersuchung erzählten, dass ein Leidensgenosse gestorben sei.

Eine klassische Reha-Maßnahme lehnte Brang ab. "Psychisch ging es mir ja die ganze Zeit gut. In der Therapie hätte ich vermutlich Probleme lösen müssen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe", sagt der studierte Betriebswirt. Statt dessen packte er im Juni vergangenen Jahres die Satteltasche an seinem Fahrrad mit Zelt, Gaskocher und was man sonst noch so braucht, wenn man zum Gardasee radeln will. "Das war genau die richtige Therapie für mich", sagt Brang. Anschließend war er fit für die Marathonvorbereitung.

Weitere 42-Kilometer-Läufe möchte Brang auch in Zukunft bestreiten. Sein Traum: eine Zeit unter drei Stunden. Aber auch seiner "alten Liebe", den Mittelstrecken, möchte er wieder frönen, sagt der mit 1:56 Minuten über 800 Meter notierte Läufer.