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Moselstadion in Trier: Läuferin Kallabis mit neuem Weltrekord

Rekordbahn Moselstadion : Läuferin knackt 13 Jahre alten Weltrekord im Trierer Moselstadion

Auf Wolkenbruch folgt Weltrekord: U-18-Europameisterin Jolanda Kallabis macht das Trierer Moselstadion beim Flutlichtmeeting zur Rekordbahn. Dabei tauchte sie einmal fast unter.

(teu) Erst öffnete der Himmel seine Schleusen. Der Heißluftballon mit Gesa Krause und dem Siegerteam des Trierer Frauenlaufs konnte am Freitagabend wegen des Wetters nicht starten und die zwölf bis 15 Jahre alten Mädchen, die beim SWT-Flutlichtmeeting 2000 Meter liefen, wurden mehr durchnässt, als anschließend die Hindernisläuferinnen am durch den Wolkenbruch übervollen Wassergraben.

Freiburgerin läuft in Trier Weltrekord

Dabei tauchte Jolanda Kallabis bei der letzten Überquerung fast im Wassergraben unter. Die U-18-Europameisterin nahm das Hindernis im Hürdenschritt. Nach 1850 Metern fehlte bei der Landung aber die Kraft. Die Freiburgerin strauchelte, konnte sich aber gerade noch so wieder fangen. Am letzten Hindernis vor der Haupttribüne des Trierer Moselstadions schrien knapp 1000 Zuschauer die 17-Jährige zum Weltrekord bei der U18: 6:07,72 Minuten.

Vor 13 Jahren war die Äthiopierin Korohubish Itaa als Jugend-Weltmeisterin 6:11,83 Minuten gerannt. Gesa Krause wurde damals Siebte. Beim Läuferabend ihres Vereins Silvesterlauf Trier war eine der ersten, die Kallabis zu ihrem Erfolg gratulierten. Vor einem Jahr war Krause in 6:10,91 Minuten Weltjahresbestzeit gelaufen. Kallabis sorgte dafür, dass auch 2022 Trier als Veranstaltungsort an der Spitze der globalen Frauen-Rangliste steht.

Trotz Unwetterwarnung, Wolkenbruch, Blitz und Donner, die zu Beginn des Läuferabends beim erstmalig durchgeführten Schulstaffel-Wettbewerb um die Oberbürgermeister-Pokale führten, der Läuferabend wurde wie so oft in den vergangenen 20 Jahren wieder zu einem Rekord-Sportfest. Zwar nahmen die 3000-Meter-Läufer die Vorgabe von Tempomacher Seb Anthony von der LG Vulkaneifel nicht an, sich gegenseitig antreibend, lief ein Quartett am Ende aber dennoch unter acht Minuten und damit deutlich schneller als der bisherige Moselstadionrekord des Kenianers Thomas Lotik (8:05,05). Der 10.000-Meter-EM-Achte Nils Voigt suchte mit einem langen Endspurt die Entscheidung. Doch der spurtstarken Niederländer Mhadi Ali Abdi ließ sich nicht abschütteln und siegte in 7:50,94 Minuten 13 Hundertstel vor dem Wattenscheid, dem Belgier Robin Hendrix (7:53,24) und dem Hallen-WM-Achten Maximilian Thorwirth (SFD Düsseldorf/7:57,07).

So schlug sich Samuel Fitwie beim Fluchtlichtmeeting

Anders als geplant verlief auch das 10.000-Meter-Rennen. Filmon Teklebrhan (LAC Freiburg) setzte Samuel Fitwi zu Beginn gehörig unter Druck. Dadurch wurde es für den EM-Neunten von der LG Vulkaneifel nichts mit dem angepeilten schnellen, aber kontrollierten Trainingslauf im Vorfeld der 10-km-DM am kommenden Sonntag in Saarbrücken. Fitwi konnte Teklebrhan zwar auf den letzten beiden Kilometern abschütteln, verbesserte seinen eigenen Meetingrekord aber um gleich 40 Sekunden auf 28:48,50 Minuten. Knapp zwei Wochen nach seinem zehnten Platz bei der 100-km-Weltmeisterschaft lief Alexander Bock (LC Rehlingen) in 30:40,48 Minuten als Dritter persönliche 10.000-Meter-Bestzeit.

Im Rennen der Frauen setzte sich Selma Benfares (LC Rehlingen) in 35:26,01 Minuten gegen die Luxemburgerin Anny Wolter (36:27,90) und die letztjährige Deutsche U18-Vizemeisterin im Crosslauf Rebecca Bierbrauer (Silvesterlauf Trier/36:28,52) durch.

Für Kallabis war das Trierer ihr vorerst letztes Hindernisrennen. Die ab der Altersklasse U 20 international zu laufende 3000-Meter-Distanz sind ihr (noch) zu weit. „Dazu müsste ich im Training zu viele Kilometer laufen“, sagt die Schülerin. Bisher reichten ihr der Tochter von Nina Rosenplänter und dem Europameister von 1998 Damian Kallabis 30 bis 40 wöchentliche Lauf-Kilometer. „Ich konzentriere mich jetzt auch die 800 Meter“, kündigt Jolanda Kallabis an.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Weltrekord im Trierer Moselstadion