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Motivator mit Kamera Gustav Schröder gestorben

Motivator mit Kamera Gustav Schröder gestorben

Er war der Fotograf mit der Baskenmütze und bei Deutschen Meisterschaften war Fotoplatz Nummer 13 für ihn reserviert: Gustav Schröder. Im Alter von 83 Jahren verstarb der gebürtige Düsseldorfer, der in Sassen (Vulkaneifelkreis) und zuletzt in einem Seniorenheim in Hillesheim wohnte.

Die Großen der Sport- und besonders der Leichtathletikwelt wie Carl Lewis oder Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor hatte Gustav Schröder vor seinem Objektiv. Aber abseits von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften waren es immer auch die noch unentdeckten Talente, die er gerne ablichtete. Gustav Schröder nahm für sich in Anspruch, dass diejenigen, die er vor die Linse nahm, groß herauskommen.

Und oft behielt er recht. So stammen einige die ersten Bilder der erfolgreichen Mittel- und Langstreckler der LG Vulkaneifel, von Marc Kowalinski über Michael May und Carlo Schuff bis hin zu Kerstin Marxen, aber auch von Thorsten Baumeister (PST Trier) von ihm. Er wolle die jungen Sportler motivieren, begründete er sein Engagement.

Diese Einstellung war Konsequenz eines Erlebnisses seiner aktiven Läuferlaufbahn: Bei der Olympiarevanche zwischen Herbert Schade und dem legendären Emil Zátopek 1957 in Solingen belegte Schröder den dritten Platz. Das Foto von der Siegerehrung beeindruckte ihn so sehr, dass der gelernte Industriekaufmann immer öfter selbst zu Kamera und Schreibblock griff. Seinen gelernten Beruf als Industriekaufmann hängt er an den Nagel. Er wurde Sportredakteur bei der Westdeutschen Zeitung und gründete später seine eigene Agentur Rhein-Ruhr-Foto. Für sein Lebenswerk wurde Gustav Schröder 2002 als Laufsport-Journalist des Jahres ausgezeichnet.