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Motivator und Funktionär Matthias kapp aus Trier wird 90

Engagement : Motivator und Funktionär wird 90

Der Trierer Matthias Kapp ist im besten Sinne ein Funktionär alter Schule. Seit mehr als 80 Jahren ist er im Sport aktiv.

(teu) Kaum jemand in der Region hat die deutsche Sportgeschichte in der Nachkriegszeit so erlebt wie Matthias Kapp. Am 26. Oktober feiert der Trierer seinen 90. Geburtstag. Mehr als 80 Jahre davon war und ist er in Sportvereinen aktiv.

Begonnen hat alles, als Kapp im Herbst 1941 in seiner Geburtsstadt Cochem dem dortigen Turnverein, der von den Nationalsozialisten in Einheitssportverein umbenannt worden war, beitrat. Sein erster "Vorturner" (so wurden damals die Übungsleiter genannt) Carlfritz Nicolay prägte ihn. Nach dem Krieg spielte Kapp Faustball, war aber vor allem in der Leichtathletik im Ausdauerbereich aktiv - und blieb es. Den ersten Trierer Stadtlauf lief er mit Sohn Bernd, der in den 1970er Jahren zu den besten Mittelstreckenläufern der Region zählte.

Außer selbst Sport zu treiben, war Kapp aber vor allem als Funktionär aktiv. 48 Jahre lang war er Leichtathletik-Fachwarts im Turnverband Mittelrhein (TVM). „1958 auf dem Turntag in Koblenz wurde ich gewählt und ich war nicht mal anwesend“, erinnerte er sich, als er 2006 das Amt nach 48 Jahren abgab. Sein Vorgänger Ernst Klement hatte den jungen Mann vorgeschlagen. Kapp war dem späteren Hammerwurftrainer aufgefallen, weil sich der damals 24-jährige beim Landesturntag in Kirn bei einer Kontroverse gegen ältere Funktionäre durchgesetzte.

Über Vereinsstationen beim SV Zeltingen-Rachtig und beim TV Germania Trier kam der gelernte Schriftsetzer Kapp 1982 zur Turngesellschaft (TG) Trier und machte den Verein zu einem der erfolgreichsten beim Deutschen Sportabzeichen. Hunderte Male wird der Sportorden dank Kapp und dem Engagement des TGT-Teams auf der Bezirkssportanlage Heiligkreuz jedes Jahr vergeben. Kapp selbst feierte im vergangenen Jahr Goldjubiläum, als er die Prüfungen zum 50. Mal bewältigte.

Sein Einsatz, ob beim Sportabzeichen, bei der Wettkampfleitung bei mehreren Deutschen Turnfesten, aber auch an der Basis wie jahrelang mit Maßband beim Weitsprung der Leichtathletik-Bezirksmeisterschaften brachte Matthias Kapp zahlreiche Ehrungen. 1984 war er der bis dahin Jüngste, der mit der Friedrich-Ludwig-Jahn-Plakette des Deutschen Turnerbundes ausgezeichnet wurde. Er ist Ehrenmitglied des Turnverbands Mittelrhein (als Erster aus der Region Trier!) und der TG Trier. Der Sportbund Rheinland ehrte ihn mit seiner höchsten Auszeichnung, dem Ehrenbrief, um nur einige zu nennen.

Dabei ist sich Kapp bewusst: „Wenn die Familie nicht dahinter steht, dann schafft man das nicht.“, bedankt sich Kapp bei Ehefrau Hedi, seiner Tochter Elke und Sohn Bernd hätten ihm immer den Rücken freigehalten. Und er hatte immer viele Unterstützer. „Allein kann man weder so viele Sportabzeichen im Jahr abholen, noch etwas organisieren, wie etwa eine Ferienfreizeit“, weiß er.