Nach Herz-OP: Stadler beendet Triathlon-Karriere

Nach Herz-OP: Stadler beendet Triathlon-Karriere

Die Ärzte haben ihm Grünes Licht gegeben, doch Normann Stadler will nicht mehr durchstarten. Für den Ausnahme-Triathleten gibt es nach seiner Herzoperation vor einem Monat kein Zurück mehr in den Profi-Sport.

„Ich hätte eh am Jahresende gesagt: Mit Leistungssport, das war's dann“, erklärte der zweimalige Gewinner des Ironmans auf Hawaii am Montag in einem Gespräch mit dem SWR 4 Kurpfalz Radio.

Anfang Juli war der Mannheimer im Universitätsklinikum Heidelberg an einer Herzklappe und einer herznahen Hauptschlagader operiert worden. Derzeit absolviert er in Ludwigshafen seine Reha - und ist fast wieder der Alte. Die Ärzte hätten gemeint, sein Herz sei gesund, sagte Stadler. „Sogar besser als vorher.“ Er werde zwar weiter Sport treiben. „Aber Hochleistungssport werde ich nicht mehr machen.“

In seiner Karriere hatte er sich unzählige Male den extremen Belastungen eines Ironman (3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen) gestellt. 20 Jahre lang hatte sich Stadler auf seinen Körper verlassen können. Als bisher einziger Deutscher gewann er zweimal den härtesten Triathlon der Welt auf Hawaii (2004 und 2006). Noch im Juni war er bei einem Wettkampf in Zarautz im Baskenland gestartet.

Plötzlich hatte Stadler aber eine ganz neue Herausforderung konfrontieren müssen. „Das hier ist definitiv der wichtigste Kampf meines Lebens. Den führe ich nicht nur für mich, sondern vor allem für meine Familie“, hatte er der Nachrichtenagentur dpa wenige Tage nach dem Eingriff gesagt. „Es war zwar keine Not-OP, aber laut Spezialisten der Herzchirurgie war es 'kurz vor zwölf' und ich hatte Glück im Unglück!“

Nun zieht er das Karriereende einige Monate vor. Ein neuer Abschnitt beginnt für Stadler, der Ende des Jahres zum zweiten Mal Vater wird. Er denkt über den Einstieg ins Sportmanagement nach.

Eine Aufgabe gebe es für ihn schon. Gemeinsam mit sechs anderen Weltklasse-Triathleten wie Timo Bracht und dem Belgier Marino Vanhoenacker hatte er ein Triathlon-Team gebildet. Nach dem angekündigten Ausstieg des Sponsors sucht die Gruppe nun dringend einen neuen Geldgeber.

Porträt Stadler