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Neue DM-Normalität, aber Olympia nur mit Impfstoff

Deutsche Meisterschaften : Neue DM-Normalität, aber Olympia nur mit Impfstoff

Gesa Krause kann bei der Leichtathletik-DM in Braunschweig ihren sechsten nationalen Titel in Folge über 3000 Meter Hindernis gewinnen.

Gesa Krause kann am Samstag bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften Normalität in die Corona-Zeit bringen. Wer soll der Hindernislauf-WM-Bronzemedaillengewinnerin vom Verein Silvesterlauf Trier den DM-Titel streitig machen? Normal wäre, wenn Krause zum sechsten Mal ganz oben auf dem Siegertreppchen steht. Wenn es so kommt, wird es aber auch schon das wenige Normale an dieser Saison und den nationalen Titelkämpfen sein.

Dass an diesem Wochenende in Braunschweig keine Zuschauer zugelassen sind, nimmt Krause äußerlich gelassen: „Das kann man nicht ändern.“ Sie ist glücklich, dass sie am Samstag (17.15 Uhr, ARD), fünf Tage nach ihrem 28. Geburtstag, das erste richtige Rennen der Freiluftsaison bestreiten kann. „Ich bin froh, dass wir die Chance haben zu laufen“, sagt sie auch mit Blick auf die ursprüngliche Planung der Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV), nur Laufstrecken bis 800 Meter anzubieten. Krause hatte das kritisiert. Mitte Juli gab die neue Corona-Bekämpfungsordnung dem DLV die Möglichkeit, auch die Langstrecken unter weitestgehend normalen Bedingungen durchzuführen. „Ich habe dafür gekämpft“, freut sich Krause.

Zusammen mit Trainer Wolfgang Heinig, Lisa Oed (SSC Hanau-Rodenbach) und Denise Krebs (TSV Bayer 04 Leverkusen, beide starten bei der DM über 5000 Meter) verbrachte Krause die vergangenen dreieinhalb Wochen wie gewohnt in der Höhe von Davos in der Schweiz. „Eine tolle Truppe“, wie Krause betont. Man ergänze sich. „Lisa hat ein tolles Dauerlaufniveau“, erzählt Krause. Die deutsche Berglaufmeisterin von 2018 profitiert bei den Tempoeinheiten von der Silvesterlauf-Athletin. „Ich habe mir immer gewünscht mit anderen Mädels zu trainieren, die ähnliche Inhalte haben. Das ist echt toll“, sagt Krause.

Insgesamt sei es schwer das Training 2020 mit dem der vergangenen Jahre. „Normalerweise wäre ich nicht drei Monate zu Hause gewesen“, sagt Krause. In ihrem Heimatort Dillenburg in Mittelhessen und in Frankfurt statt im Höhentrainingslager in Kenia oder Südafrika verbrachte sie die Corona-Zeit seit Mitte April. Die Laufschuhe standen dabei nie still. „Ich brauche keine Motivation zum Training. Das ist mein Beruf und dass, was mit Spaß und Freude bereitet“, betont Krause. Aber den für Höchstleistungen erforderlichen Lebensstil beizubehalten, erforderte in der Zeit, als es noch keine Perspektive auf einen Wettkampf gab, besondere Kraft.

Nun plant Krause aber wieder einige Rennen. Nach den deutschen Meisterschaften geht es zu einem Meilenrennen nach Leverkusen und zu zwei Starts über 1500 Meter. Beim Saisonabschluss beim Istaf im Berliner Olympiastadion, dem ältesten Leichtathletik-Sportfest der Welt, sind am 13. September sogar 3500 Zuschauer zugelassen. Auf der blauen Bahn, auf der Krause vor zwei Jahren zum zweiten Mal Europameisterin über 3000 Meter Hindernis wurde, will sie wieder auf ihrer Spezialstrecke antreten. „Am Ende hat man ein vorolympisches Jahr“, sagt sie. Und für wie realistisch hält sie Olympischen Spiele 2021 in Tokio? „Ohne Impfstoff glaube ich nicht, dass das stattfinden kann.“

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