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Noch geschwächt: Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) Achte in Stockholm

Leichtathletik : Noch geschwächt: Gesa Krause Achte in Stockholm

Die zweimalige Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier lief bei ihrem ersten Wettkampf seit fast zehn Monaten nur 9:44,44 Minuten über 3000 Meter Hindernis.

(teu) Der Mensch ist keine Maschine und auch Gesa Krause nur ein Mensch. Anders als erhofft, zeigte sich die 29-Jährige vom Verein Silvesterlauf Trier beim Diamond-League-Meeting in Stockholm am Donnerstagabend noch nicht so erholt von ihrer Erkältung wie erhofft. In 9:44,44 Minuten belegte sie beim Sieg der für Kasachstan startenden gebürtigen Kenianerin Daisy Jepkeimei (9:15,77) als drittbeste Deutsche den achten Platz. Es war Krauses langsamstes Saisonauftaktrennen in ihrer Spezialdisziplin seit einem Jahrzehnt. Allerdings: Auch 2018 war Krause mit 9:39,52 Minuten als 14. des Diamond-League-Meetings in Rom nicht viel schneller in die Saison eingestiegen, an deren Ende ihr zweiter Europameistertitel stand.

Als „Schlag ins Gesicht“ bezeichnete Krause im Interview des TV-Senders Sky das Resultat. Die Trainingsresultate zuletzt in den Alpen versprachen bessere Zeiten. Dann kam die schwere Erkältung, wegen der Krause das Höhentrainingslager in Davos in der Schweiz vorzeitig beendete und auch ihren Start bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin absagte. Die zusätzlichen fünf Tage Erholung von der Erkrankung bis zum Rennen in Stockholm reichen aber offensichtlich nicht.

Dass Krause noch nicht wieder die ist, die man kennt, zeigte sich gleich nach dem Start des Rennens im altehrwürdigen Olympiastadion von 2012. Zusammen mit der Trierer Silvesterlaufsiegerin von 2018 Elena Burkard (LG Nordschwarzwald, Siebte in 9:40,67) reihte sie sich schnell im hinterm Mittelfeld ein. Nach dem ersten Kilometer (3:07,5 Minuten) war die Lücke zur Spitze mit der Tempomacherin Rosefline Chepngetich (3:04,4) noch klein. Daran, dass die am Ende in 9:24,54 Minuten ukrainischen Landesrekord laufende Nataliya Strebkova Krause zu Beginn des zweiten Kilometers zügig überholte, konnte man aber erkennen, dass die sechsmalige Deutsche Meisterin das auf eine Zeit im 9:20-Minuten-Bereich hinausführende Anfangstempo nicht halten konnte. Kurz vor der 2000-Meter-Marke musste sie auch Burkard vorbei lassen. Nach fünf Runden (6:24,0) lag Krause bereits fast 100 Meter hinter Jepkeimei. Auf den letzten Runden schienen sogar die Polin Patrycja Kapala (9:45,21) und die Schwedin Emilia Lillemo (9:46,97) Krause noch gefährlich werden zu können. Die Olympia-Fünfte gab trotz des frustrierenden Rennverlaufs aber nicht auf und kämpfte um den achten Platz.

Natürlich seien das nicht die Zeiten, für die sie trainiere, sagte Krause, die beim Gewinn vom WM-Bronze 2019 mit 9:03,30 Minuten deutschen Rekord gelaufen war. Ihr bleiben nun drei Wochen, um bis zur Weltmeisterschaft in Eugene in den USA in Form zu kommen und acht, um am 20. August beim EM-Finale in München den möglichen dritten Europameisterschaftstitel in Folge zu erringen.

Wie bereits bei den Olympischen Spielen in Tokio wird Krause nicht als einzige Deutsche über 3000 Meter Hindernis an den Start gehen. Qualifiziert hat sich auch Lea Meyer. Vier Tage nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft lief die Neu-Kölnerin in Stockholm bei ihrem Diamond-League-Debüt als Fünftplatzierte in 9:25,61 Minuten persönliche Bestzeit.