Ohne Staffel keine Pokalverteidigung

Ohne Staffel keine Pokalverteidigung

Die dezimierte rheinland-pfälzische Leichtathletik-Auswahl kann Heimvorteil im Trierer Moselstadion nicht zum Sieg beim Pokal der Freundschaft nutzen.

Das hatten sich für den Leistungssport zuständige Vizepräsident Klaus-Dieter Welker und die anderen Verantwortlichen des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR) anders vorgestellt! Die saarländischen (Männer) und luxemburgischen (Frauen) Leichtathleten gewannen am vergangenen Donnerstag im Trierer Moselstadion die 58. Auflage des Vergleichskampfs Pokal der Freundschaft. Aus der Titelverteidigung bei den Frauen wurde nichts. Allein am Vorabend habe es neun Absagen gegeben, erzählte LVR-Geschäftsführer Achim Bersch.

Da war aber nicht mehr viel zu machen. Es sei denn, ein Athlet wie Dominik Werhan war sowieso vor Ort. Nach einer Lungenentzündung zu Monatsbeginn hatte der 26-Jährige vom Post-Sportverein Trier (PST) seine Teilnahme am Vergleichskampf zwar abgesagt, sprang trotz fehlender Trainingseinheiten, aber kurzfristig doch über 3000 Meter in die Bresche (dritter Platz in 9:06,93 Minuten). Nach seinem vierten Platz beim Trierer Firmenlauf am Mittwochabend habe er nicht gedacht, dass er nur gut zwölf Stunden später wieder an der Startlinie stehen würde, sagte der Werhan.

Auf den Firmenlauf verzichtet hatte wegen des Pokals der Freundschaft von vornherein dagegen Nora Schmitz. Werhans PST-Vereinskameradin belegte in 10:22,42 Minuten ebenfalls den dritten Platz und steuerte so zwei Punkte fürs Mannschaftsergebnis bei. "Am Anfang kam es mir langsam vor und da bin ich nach vorn", erklärte die 25-Jährige, weshalb sie die meiste Tempoarbeit leistete. Erst eingangs der letzten Runde setzte sich Martine Mellina an die Spitze. Die mehrfache luxemburgische Meisterin siegte in 10:15,08 Minuten vor der Saarländerin Miriam Marx (10:20,50), die Schmitz ebenfalls noch überspurtete.

Ein bisschen Grundschul-Rechnen zeigt, dass die rheinland-pfälzischen Frauen (41 Punkte) den Sieg wegen fehlender Teilnehmerinnen verpassten. Die Landesauswahl konnte keine 4 x 100-Meter-Staffel stellen. Das kostete mindestens zwei, womöglich sogar fünf Punkte. Und dann hätte man die siegreichen Luxemburgerinnen (45) überflügelt gehabt. Die saarländischen Leichtathletinnen mit der aus Konz stammenden Christina Laubenstein als 800-Meter-Dritten in 2:17,10 Minuten wurden Zweite (41). Im Team des Nachbarbundeslandes sorgte Olympia-Teilnehmerin Laura Müller als 400-Meter-Siegerin für einen der Höhepunkte, blieb in 54,11 Sekunden aber hinter den Erwartungen zurück.

Trotz der Ausfälle (unter anderem fehlte auch der Mainzer U20-Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul) schafften es die rheinland-pfälzischen Männer mit 39 Punkte hinter dem Saarland (47) auf den zweiten Platz. Im Stabhochsprung setzte sich Saarland-Rekordler Pascal Koehl (TV Püttlingen) mit 5,10 Metern auf der nagelneuen Trierer Anlage gegen den erstmals fünf Meter überspringenden Luxemburger Joe Seil (5,00) durch. Für Rheinland-Pfalz überzeugte die siegreiche 4 x 100-Meter-Staffel in 41,96 Sekunden mit Weitsprung-Gewinner Rainer Macamo (LG Rhein-Wied/6,95 Meter).

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