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Oster-Trainingslager zu Hause in Trier und mit Weltmeisterin im Blick

Oster-Trainingslager : Trainingslager zu Hause und mit Weltmeisterin im Blick

Auch dieses Jahr ist es meist nichts geworden mit den Ostertrainingslagern der Leichtathleten und Triathleten. Es gilt zu improvisieren und die vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen.

Rebecca Bierbrauer musste zweimal hinschauen und nachfragen. „Ich konnte es nicht glauben und habe die anderen gefragt: Die Sportlerin sehe so aus wie Malaika Mihambo“, erzählt die 16 Jahre alte Kaderathletin von einem Training am Olympiastützpunkt in Saarbrücken. Ihre Trainingskollegen bestätigten der Triererin: Das ist die Weitsprung-Weltmeisterin!

Wenn schon nicht wie in den vergangenen Jahren auf Mallorca, so hat Rebecca Bierbrauer als einige der wenigen Sportler die Möglichkeit ein Trainingslager zu absolvieren. Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause, Bierbrauers Vereinskameradin beim Silvesterlauf Trier (im Triathlon startet Bierbrauer für Tri Post Trier), ist als olympische Medaillenkandidatin in der Höhe von Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Der deutsche Crosslaufmeister Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel (LGV) weilt wieder in Kenia. Von diesen Ausnahmen wirkt Saarbrücken als Trainingsort unter den derzeitigen Corona-Bedingungen schon fast exotisch. Denn die Läufer, Springer und Sprinter des Post-Sportvereins Trier (PST) beispielsweise sind ebenso zu Hause, wie die der TG Konz. Auch das traditionsreiche Schwarzwald-Trainingslager der LG Bernkastel-Wittlich findet wie schon 2020 nicht statt.

Vor Corona war Rebecca Bierbrauer im Frühjahr auf Mallorca. Statt Radfahren auf die gut zwei Flugstunden entfernte Mittelmeerinsel hat sie nun etwa eine Autostunde von Trier beste Bedingungen fürs Laufen im Olympiastützpunkt Saarbrücken entfernt. Bei Mittelstrecken-Bundestrainer Adi Zaar sind rund 100 Lauf-Kilometer in der Woche eingeplant. Besondere Begegnungen wie der mit Malaika Mihambo und vor allem starke Trainingspartnerinnen inklusive. „Das hatte ich bisher so noch nicht mit so starken Mädels zu laufen“, freut sich Bierbrauer. Am vergangenen Dienstag absolvierte sie beispielsweise einen 16-Kilometer-Dauerlauf (im Schnitt 4:30 Minuten pro Kilometer) mit der gleichaltrigen saarländischen Jugendrekordlerin Hannah Rödel. Obwohl schulfrei ist, lernt Bierbrauer in der Mittagspause. „Ich schreibe nach den Ferien Kursarbeiten. Da muss ich noch was machen“, erklärt sie.

 Die Jugend-Cross-DM-Dritte und deutsche U-16-Triathlonmeisterin Rebecca Bierbrauer (Silvesterlauf/Tri Post Trier) kann als Kaderathletin ein Ostertrainingslager am Olympiastützpunkt Saarbrücken absolvieren.
Die Jugend-Cross-DM-Dritte und deutsche U-16-Triathlonmeisterin Rebecca Bierbrauer (Silvesterlauf/Tri Post Trier) kann als Kaderathletin ein Ostertrainingslager am Olympiastützpunkt Saarbrücken absolvieren. Foto: Holger Teusch

Durch Heimtrainer Marc Pschebizin hat sie auch Gelegenheit viermal pro Woche am Olympiastützpunkt zu schwimmen. Das war zuletzt im heimischen Trier nicht möglich. Deshalb pendelte die Gymnasiastin vor den Osterferien zweimal wöchentlich nach der Schule zum Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland. „Das ist eigentlich viel zu wenig, wie man ja in Darmstadt gesehen hat“, sagt Bierbrauer und verweist auf ihren bisher einzigen Wettkampf in diesem Jahr, den Swim & Run am Palmsonntag (der TV berichtete). Bei dem Nachwuchskader-Wettkampf war sie zwar zweitbeste U-18-Starterin. Allerdings nur, weil sie mit einer hervorragenden Laufleistung ihre Schwimm-Defizite wettmachen konnte.

Ganz in heimischen Gefilden bleiben beispielsweise die Leichtathleten der LG Bernkastel-Wittlich, LGV und der TG Konz. „Coronabedingt war eine Fahrt nie ein Thema“, sagt PST-Mittelstreckentrainer Marc Kowalinski. „Wir machen ein Trainingslager in Trier.“ Der deutsche 1500-Meter-Vizemeister von 2003 lässt seine Schützlinge bis zu zweimal täglich trainieren. „Glücklicherweise wieder in Zehnergruppen“, so Kowalinski.

„Als in der letzten Märzwoche wieder eingeschränkt wurde, gingen die Köpfe echt nach unten“, berichtet seine Sprint-Trainerkollege Thomas Fusenig. Das nur paarweise Laufen aufgrund der steigenden Sieben-Tage-Inzidenz in Trier drückte auf die Stimmung. Fusenig hofft, dass die Zahlen nicht wieder steigen. In der jetzigen Trainingsphase werde es immer wichtiger, dass er als Trainer direkt Rückmeldung geben könne. Das war ihm in der vergangenen Woche ebenfalls nicht möglich.

„Man merkt, dass das Wintertraining in der Halle, zum Beispiel Stabilisationsübungen, fehlt“, erzählt Willi Günther. Bei der TG Konz sei es gelungen auch mit Programmen im Wald und Gelände die Jugendlichen bei der Stange zu halten, sagt der altgediente Trainer. In den techniklastigen Disziplinen wie Hürdenlauf, den Sprüngen und Würfen gebe es aber aufgrund fehlender Trainingsmöglichkeiten große Rückstände. Günther versucht aber optimistisch zu bleiben: „Äußerst positiv ist, dass die Trainingsgruppen durch die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten einen Schub erfahren haben. Was auch beweist, wie sehr der soziale Aspekt gefehlt hat - auch dem Trainer.“