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Pfeil schnell im Regen

Michael Pfeil (links, hier in Ralingen) und Florian Neuschwander haben die Region in Berlin bestens vertreten. TV-Foto: Archiv/Holger Teusch
Michael Pfeil (links, hier in Ralingen) und Florian Neuschwander haben die Region in Berlin bestens vertreten. TV-Foto: Archiv/Holger Teusch
Berlin. Erst ein Läufer aus einem Verein des Leichtathletikbezirks Trier hat mit einer besseren Zeit über die Marathondistanz als Michael Pfeil debütiert: Erik Simons. Die 2:21:47 Stunden des Bezirksrekordlers verpasste Florian Neuschwander beim Berlin-Marathon.

Berlin. (teu) Man sollte meinen, für einen ehemaligen 800-Meter-Läufer wären die letzten 195 Meter eines Marathonlaufs die Schönsten. Aber für Michael Pfeil war es ein Déjà-vu-Erlebnis: Es tat ähnlich weh wie die letzten Schritte bei einem Mittelstrecken-Rennen. "Die Muskeln waren so müde und kaputt. Das hat sich einfach nur noch schlimm angefühlt", sagt der 25-Jährige von der LG Vulkaneifel (LGV) nach seinem Marathon-Debüt. In 2:27:03 Stunden lieferte Pfeil das zweitbeste Marathon-Erstlingswerk eines Bezirksläufers ab. Nur sein Vereinskamerad Erik Simons war 1989 schneller. Seitdem steht die regionale Bestmarke bei 2:21:47 Stunden.

Diese Hürde hatte Florian Neuschwander im Visier. Sogar mit einer Zeit um 2:20 Stunden (der beste Deutsche Richard Friedrich von der LG Passau lief beim Berlin-Marathon 2:20:43 Stunden) liebäugelte der 29-Jährige. Doch eine Rippenverletzung und eine Erkältung brachten ihn außer Tritt (seine Zeit: 2:23:58 ). "Ich bin in den letzten 14 Tagen vor Berlin nur 60 Kilometer gelaufen", erklärt er das Dilemma. Im Schnitt waren es in den Wochen davor 135 Kilometer.

Was Pfeil nichts ausmachte, der Regen und die Nässe (Pfeil: "Die Luft ist so schön frisch"), wurde Neuschwander zum Verhängnis. "Bis Halbmarathon (1:10:17 Stunden) ging es noch ganz gut, aber nach 28 Kilometern bekam ich Oberschenkelprobleme durch das Spritzwasser. Bei Kilometer 32 kamen die Waden dazu. Ich war kurz vor einem Krampf. Von der Luft her war alles gut, und ich hätte schneller laufen können", erzählt der Läufer vom PST Trier.

Pfeil katapultierte sich als siebtbester Deutscher in die (sehr) erweiterte nationale Spitze. Weitere Marathonläufe plant der Schützling von LGV-Trainer Willy Oelert aber vorerst nicht. "Dazu fühle ich mich noch zu jung", sagt der Polizist. Aber in fünf Jahren könnte der Bezirksrekord fällig sein.