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Rheinlandmeisterschaften gelten bisher als ausgesetzt, nicht abgesagt

Leichtathletik-Meisterschaften : Ausgesetzt statt abgesagt

Noch nicht komplett abgeschrieben hat der Leichtathletik-Verband Rheinland Meisterschaften. Wie für andere Sportverbände geht es für den LVR um die Existenz.

Samuel Fitwi ist vorerst der letzte Leichtathletik-Titelträger des Jahres. Am ersten und zweiten März-Wochenende gewann der Langstreckler von der LG Vulkaneifel die Rheinland-, Rheinland-Pfalz- und Deutsche Meisterschaft im Crosslauf. Titelkämpfe sind seitdem in weite Ferne gerückt. Günter Heidle vom Post-Sportverein Trier und Jörg Klein vom Athletic-Team Wittlich zogen an Ostern mit der formalen Absage der Bezirksmeisterschaften in Trier (Frauen, Männer und Jugend, geplant 3. Mai) und Wittlich (zehn bis 15 Jahre, geplant 9. Mai) nach.

Rheinlandtitelkämpfe in der nächsten Zeit sind in der Wettkampfdatenbank des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR) aber teilweise noch nicht als abgesagt markiert. Achim Bersch, Geschäftsführer des Regionalverbands, begründet dies so: „Unsere Sprachregelung ist: Alles, was mit dem LVR zu tun hat, ist bis auf weiteres ausgesetzt.“ Dass angesichts der Corona-Pandemie derzeit keine Veranstaltungen stattfinden können, habe wohl jeder mittlerweile mitbekommen. So ist die Austragung der Rheinlandmeisterschaften der Frauen, Männer und U-18-Junioren am 16. Mai unrealistisch. „Wir wollen uns aber den Freiraum lassen, wenn irgendwann wieder Veranstaltungen mit einer bestimmten Größte - sagen wir bis 300 Teilnehmer - möglich sind, schnell zu reagieren. Mit einer Vorlaufzeit von drei bis vier Wochen können wir dann eine Rheinlandmeisterschaft durchführen“, erklärt Bersch. In der Leichtathletik gibt es Möglichkeiten das Teilnehmeraufkommen zu steuern. Über Limits und Normen für Sportler, aber auch, indem man mit einer Minimalanzahl von Kampfrichtern arbeitet. Planungen gibt es laut Bersch aber noch keine.

Derzeit macht sich der LVR-Geschäftsführer Sorgen um das drohende Defizit in der Verbandsbilanz. Von 77 000 Euro Einnahmeausfall geht Bersch aus. Es fehlen unter anderem die Gebühren der Laufveranstalter, die ihre Läufe absagen mussten. Dem gegenüber stünden 28 000 Euro nicht realisierter Ausgaben in Folge der Corona-Krise. Unterm Strich könnten also bis Jahresende knapp 50 000 Euro fehlen. Dem versucht der Verband entgegen zu steuern. Die Mitarbeiter (summiert knapp vier Stellen) sind seit 1. April in Kurzarbeit. Der Antrag auf Bundeszuschuss ist gestellt. Bersch hofft über den Landessportbund noch auf Hilfe vom Land. Sein düsteres Szenario, wenn das Defizit nicht ausgeglichen werden kann: „Entweder den Verband gibt es nicht mehr oder er hat keine Mitarbeiter.“

Deshalb ruft der LVR mit dem Verkauf von Verbandstextilien und einen virtuellen Spendenlauf zu Solidarität in eigener Sache auf. „Es geht darum, dem Verband in dieser schwierigen Zeit etwas für seine jahrzehntelange Arbeit zurückzugeben“, sagt Laufwart und Spendenlauf-Mitinitiator Wolfram Braun aus Föhren zum Kilometersammelaktion (vorerst zum 31. Mai). Von 10 Euro „Startgeld“ gehen nach Abzug der Kosten je etwa 4,50 Euro an den LVR und durch die Corona-Krise notleidende Laufveranstalter. Fast 400 Teilnehmerhaben sich in den ersten zehn Tagen bereits eingetragen.

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