Sammeln fürs Demenzzentrum

Sammeln fürs Demenzzentrum

Wenn am Silvesternachmittag beim vom Trierischen Volksfreund präsentierten Bitburger-Silvesterlauf wieder Hunderte Menschen durch Trier laufen und walken, tun sie auch etwas dagegen, an Demenz zu erkranken. Sport beugt der Volkskrankheit vor und bremst ihren Verlauf.

(teu) Jede zweite Frau und jeder dritte Mann müssen nach dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Gesundheitsreport der Barmer-GEK-Krankenversicherung damit rechnen, dement zu werden - eine Volkskrankheit! Die Modellrechnungen legen aber nur den demografischen Wandel zugrunde und berücksichtigen nicht verbesserte Behandlungs- und Therapiemethoden - zum Beispiel durch Sport. Denn regelmäßige Bewegung kann sich positiv auf den Verlauf von Demenz-Erkrankungen auswirken, hat man am Demenzzentrum Trier festgestellt.

"Sport ist die einzige Möglichkeit, von der man definitiv weiß, dass sich neue Nervenverbindungen im Gehirn bilden - auch bei Demenz", sagt Uschi Wihr. Die Krankheit könne aufgehalten werden. Bewegung sei sozusagen die beste Medizin, denn Medikamente mit vergleichbarer Wirkung gebe es nicht.

"Wir brauchen die Bewegung, um unsere Hirnaktivität zu stimulieren. Unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler. Die hätten nie etwas zu futtern bekommen, wenn sie nicht während des Laufens nachgedacht hätten, wie sie den Hirsch erlegen können", erklärt Professor Bernd Krönig den Effekt. Durch Sport könne man eine Demenzerkrankung vermutlich nicht verhindern, aber der Abfall der kognitiven Leistung lasse sich wohl abbremsen. Die Erkrankten könnten deshalb länger in ihrem häuslichen Umfeld bleiben. Positiver Nebeneffekt seien verbesserte Koordination, Gleichgewicht und mehr Muskelkraft und damit ein geringeres Sturzrisiko. Ziel: Die Selbstständigkeit erhalten.

Wichtig sei, dass sich die Menschen frühzeitig mit dem Problem befassen und sich sportlich betätigen: "Je früher, desto besser kann man das Krankheitsbild aufhalten", sagt Birgit Backes. Viele der älteren Menschen hätten eine gewisse Scheu vorm Sport, die durch die ruhige und entspannte Atmosphäre nach zwei oder drei Übungsstunden aber verfliege. Backes betreut verschiedene Sportgruppen am Trierer Demenzzentrum. "Ein Schwerpunkt dabei sind soziale Kontakte", erklärt Backes. Wenn ein Partner erkrankt sei, der andere nicht, sei dies eine Gelegenheit, etwas gemeinsam zu machen.

HINTERGRUND

Benefizaktion: Bei der Anmeldung zum Bitburger-Silvesterlauf in Trier im Internet unter www.bitburger-silvesterlauf.de können Läufer und Walker zugunsten des Demenzzentrums Trier spenden. Ab einem Spendenbetrag von zehn Euro legt der Silvesterlauf Trier e.V. fünf Euro drauf. Das Demenzzentrum beteiligt sich auch selbst am Bitburger-Silvesterlauf. Professor Bernd Krönig will beispielsweise im Spirit of Nature-Walking über fünf Kilometer sprichwörtlich mit gutem Beispiel vorangehen. (teu)

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