Samuel Fitwi aus der Eifel will zur Crosslauf-Europameisterschaft

Leichtathletik : Samuel Fitwi will wieder zur Cross-EM

Der U-23-Vizeeuropameister von der LG Vulkaneifel kämpft am Sonntag in Darmstadt um seine erste Teilnahme an der Crosslauf-Europameisterschaft bei den Männern. Als Vorjahressieger ist er Favorit.

Eigentlich rechnet niemand damit, dass die Crosslauf-EM ohne Samuel Fitwi stattfindet. Im Anschluss an die Titelkämpfe am 8. Dezember in Lissabon ist für den Rheinland-Pfalz-Rekordler über zehn Kilometer bereits ein Trainingslager gebucht. Südlich der portugiesischen Hauptstadt in Monte Gordo soll sich der 23-Jährige bis Weihnachten bei angenehmen klimatischen Bedingungen statt in der winterlichen Eifel weiter auf die Saison 2020 und den Silvesterlauf in Trier vorbereiten können.

Aber vor der EM-Nominierung hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) das verpflichtende Qualifikationsrennen am Sonntag in Darmstadt gestellt. Maximal fünf Athleten (plus ein Ersatzmann) werden nach Lissabon geschickt. Im vergangenen Jahr siegte Fitwi über neun Kilometer überlegen. Diesmal trifft der aus Eritrea stammende Läufer der LG Vulkaneifel (LGV), der seit fast zwei Jahren deutscher Staatsbürger ist, wieder auf eine starke Abordnung aus Regensburg mit dem Vorjahresdritten und Deutschen Berglaufmeister Simon Boch an der Spitze. In der Startliste stehen aber auch die letztjährigen nationalen Titelträger Sebastian Hendel (LG Vogtland/10 000 Meter) und Jannik Arbogast (Karlsruhe/zehn Kilometer Straßenlauf), die Fitwi auch schon hinter sich gelassen haben. „Das Quali-Rennen ist mit einer Reihe leistungsstarker Athleten gut besetzt“, findet Yannik Duppich.

Fitwis Trainer steuert die EM-Vorbereitung seines in Stadtkyll lebenden Schützlings seit dem Sommer wie bereits 2018 wieder aus der Ferne von seinem Studium in den USA aus. Sein Vater Klaus Duppich und LGV-Mittelstrecken-Ass Jakob Gieße, der in Darmstadt für den Cross-Sprint gemeldet ist, betreuen Fitwi vor Ort in der Eifel.

„Die Crosslauf-Kerneinheiten haben wie immer auf der Wiese beim Gerolsteiner Feriendorf stattgefunden“, erzählt Yannik Duppich vom Training von den bewährten Tempoläufen auf der Gelände zwischen dem markanten Felsen des Aubergs und einem alleinstehenden Baum nahe der Gerolsteiner Freizeitanlage. Fitwis gute Form sei auch der Leistungsdiagnostik in Leipzig bestätigt worden, erklärt der 29-Jährige, was ihn optimistisch stimmt. Zudem musste sich Fitwi am zweiten November-Wochenende beim Crosslauf im belgischen Mol nur dem amtierenden Crosslauf-Europameister, Trierer Silvesterlaufsieger und 5000-Meter-WM-Finalisten von Doha Isaac Kimeli aus Belgien knapp im Endspurt geschlagen geben.

Abwechslung im Trainingsalltag, aber auch von der Ausbildung als Maler und Lackierer bringen Fitwi Trainingswochenende mit Ilyas Yonis Osman vom TV Waldstraße Wiesbaden. Der 20-Jährige aus Somalia, der wie Fitwi vor knapp fünf Jahren nach Europa flüchtete, allerdings noch nicht für Deutschland startberechtigt ist, gilt beim Crosslauf in Darmstadt nicht nur als Favorit für die U-23-Wertung, sondern auch als einer der stärksten Konkurrenten für den LGV-Läufer. Ende Oktober trainierte das Duo gemeinsam in Wiesbaden, inklusive eines Ausflugs zum Crosslauf nach Bad Kreuznach. Gemeinsam liefen sie nach 6,9 Kilometer als Erste über die Ziellinie - um gleich noch drei gleich schnelle Kilometer anzuschließen. „Auf dem Programm stand ein Zehn-Kilometer-Tempodauerlauf“, erklärt Fitwi. Für eine erfolgreiche Europameisterschaftsteilnahme ist ihm kein Schritt zu viel.

Meldeliste Crosslauf Darmstadt (EM-Qualifikation)

Mehr von Volksfreund