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Samuel Fitwi läuft mit deutschem Rekord und Corona im Hinterkopf

Straßenlauf : Deutschen Rekord und Corona im Hinterkopf

Hobbyläufer müssen noch auf Startgelegenheiten warten. Nationale Spitzenathleten wie Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel können am Sonntag (7. März) auch mit Blick auf die Olympischen Spiele wieder ein Straßenrennen bestreiten.

Es war ein Zitterspiel: Geplant, dann schon fast abgesagt und nun doch, am Sonntag (7. März) wird in Berlin für wenige eingeladene Läufer der erste Zehn-Kilometer-Straßenlauf des Jahres in Deutschland stattfinden. Der frischgebackene deutsche Fünf-Kilometer-Rekordler Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel (LGV) ist einer von etwa zwei Dutzend Spitzenathleten, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit beim Berlin 10k Invitational auf einer abgesperrten Waldstraße gegeneinander, aber vor allem für gute Zeiten antreten.

„Ich bin so happy, dass es stattfindet“, sagt Fitwis Trainer Yannik Duppich. Sein Schützling, der Anfang Februar in Monaco mit 13:33 Minuten fünf Kilometer auf der Straße so schnell lief, wie bisher noch kein Deutscher brauche das Rennen als Standortbestimmung. 28:11 Minuten lief Fitwi im vergangenen Herbst. „Ich nehme es nicht gerne in den Mund, aber es wäre schon schön die 28 zu brechen“, sagt Duppich.

Dann sieht zumindest auf dem Papier der Schritt zum mittlerweile 28 Jahre alten deutschen Rekord von Carsten Eich von 27:47 Minuten klein aus. „Das ist natürlich langfristig das Ziel“, gibt Duppich zu. „Aber für Sonntag brauchen wir darüber nicht zu sprechen“, schränkt der 30-Jährige aus Gerolstein schnell ein. Eichs Zeit traut Duppich außer Fitwi einigen Läufern zu. Beispielsweise dem neuen deutschen Marathonrekordler (2:07:18 Stunden) Amanal Petros vom TV Wattenscheid, der in Berlin allerdings nicht am Start sein wird. Einen Grund, weshalb viele Straßenlaufrekorde in den letzten Jahren purzeln, sieht Duppich in den neuen Schuhen mit Carbonplatten: „Ich stelle immer die Gegenfrage: Was wäre Eich mit Carbonschuhen gelaufen?“ Die neuen Schuhe ergeben nach seiner Meinung ein Geschwindigkeitsplus gerade im Grenzbereich der Spitzenkönner mit hocheffizienten Laufstil wie bei Fitwi.

Nach dem deutschen Fünf-Kilometer-Rekord hatten Fitwi und Duppich auch an einen Start bei einem 5000-Meter-Rennen in Frankreich gedacht. Deshalb richtete sich das Training nach Fitwis Höhentraining in Kenia im Januar auch stärker an den 5000 Metern aus. Der Berliner Zehner war dem Duo am Ende aber aus zwei Gründen wichtiger. Erstens: „Das große Problem, das wir haben ist, dass es noch super früh im Jahr ist“, erklärt Duppich. Es müssen noch Reserven bleiben, um im Sommer, wenn es für Fitwi vielleicht auch um die Olympia-Qualifikation geht, noch eine Schippe drauf legen zu können. „Außerdem war Corona im Hinterkopf. Wir wollen da ja nicht riskieren“, sagt der Coach.

Extra: Samuel Fitwi live mit Jan Fitschen

Jan Fitschen, 10 000-Meter-Europameister 2006, moderiert am Freitagabend (5. März, 19 Uhr) auf Instagram (@saucony_germany) eine Live-Fragerunde mit Deutschlands neuen Fünf-Kilometer-Rekordler Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel. Lauffans können vor und während dem Talk Fragen einschicken, die der 25-Jährige alle beantworten will.