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Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) beim Europacup wieder im Nationaltrikot

Laufen : Samuel Fitwi beim Europacup wieder im Nationaltrikot

Der 23-Jährige von der LG Vulkaneifel träumt von Olympischen Spielen, bleibt aber auf dem Boden. Erst will Samuel Fitwi seine Ausbildung beenden.

Selbst in der Eifel ist es in diesem Sommer zu heiß, um nachmittags auf dem Gerolsteiner Sportplatz zu trainieren. „Wir haben heute Morgen kurz nach sechs unsere Tempoläufe gemacht“, erzählte Yannik Duppich, wie der Vorsitzende der LG Vulkaneifel (LGV) und U-23-Crosslauf-Vizeeuropameister Samuel Fitwi der größten Hitze aus dem Weg gehen. Abends ist dann Zeit für einen lockerer Dauerlauf im Gerolsteiner Wald rund um Büschkapelle und Dietzenley, wo schon Generationen von LGV-Langstrecklern von Klaus Klaeren bis Marc Kowalinski trainiert haben. Fest auf dem Programm steht natürlich auch Krafttraining.

Mit rund 100 Lauf-Kilometern pro Woche hat sich Fitwi auf seinen zweiten Start im deutschen Nationaldress am ersten Samstag im Juli (ab 19 Uhr) vorbereitet (Live-Stream). Beim 10 000-Meter-Europacup in London geht es für den 23-Jährigen primär um eine gute Zeit. Den Uralt-Bezirksrekord von Olympiateilnehmer Karl Fleschen (29:10,8 Minute aus dem Jahr 1976) hat Fitwi als Vierter der Deutschen Meisterschaften Anfang Juni auf 28:52,03 Minuten geschraubt. Damit steht er an fünfter Stelle der nationalen und 34. der europäischen Jahresbestenliste und im Mittelfeld der für den Europacup gemeldeten 69 Athleten aus 28 Nationen (Meldeliste).

„Seit März habe ich im Kopf, in London eine gute Zeit zu laufen. Bei der DM wollte ich nur das Ticket holen“, erzählt Fitwi. Eine Zeit von 28:30 Minuten schwebt ihm vor. „Wahrscheinlich wird mit 14:00 Minuten für die erste Hälfte angelaufen. Das wird dann wahrscheinlich eine gute Gruppe“, hofft Trainer Duppich, der im Europacup-Vorprogramm bei sogenannten „Night oft the 10 000 m pb's“ (Nacht der 10 000-Meter-Bestzeiten) eine Zeit im 30-Minuten-Bereich anstrebt.

Dehnen der Muskeln gehört zur Vorbereitung:Samuel Fitwi von der LG Vulkaneifel startet als erster Läufer aus der Region Trier beim 10 000-Meter-Europacup. Foto: Holger Teusch

Für Fitwi geht es außer um die Zeit auch um einen Platz unter den besten drei Deutschen für die Mannschaftswertung (Addition der drei besten Zeiten einer Nation). Die deutschen Frauen gewannen es im vergangenen Jahr Bronze. Trotz des Gesamtsiegs von Richard Ringer kamen die Männer aber nicht unter die besten Drei. Der Titelverteidiger vom LC Rehlingen ist diesmal nicht mit dabei. Weil das Soundtrack-Meeting in Tübingen ausgefallen ist, wollte er am Europacup-Vorabend das Diamond-League-Meeting im Lausanne nutzen, um die WM-Norm über 5000 Meter zu laufen (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest).

An die Weltmeisterschaft (Norm: 27:40 Minuten) verschwenden Fitwi und Duppich noch keinen Gedanken. „Samuel kann sich ja den Luxus leisten, dass er sich noch nicht um Weltranglistenpunkte kümmern muss, weil wir 2020 noch nicht mit Olympia planen“, sagt Duppich. Die im kommenden Jahr in Paris stattfindenden Europameisterschaften wären dann schon eher ein Thema.

Neben dem Sport und acht Trainingseinheiten pro Woche steht für Fitwi aber weiterhin die Ausbildung zu Maler und Lackierer im Mittelpunkt. Eingeständnis an den Sport: Seine Azubi-Zeit wird um ein Jahr bis August 2021 gestreckt. Dadurch hat er dienstags und donnerstags frei und kann zweimal am Tag trainieren. Ein Tag ist trainingsfrei.

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