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Schwitzen für Ruanda

Schwitzen für Ruanda

Mehr als 30 Schüler der Bernkastel-Kueser Haupt-, Rosenberg- und Burg-Landshut-Schule liefen am Mittwoch als Staffel 60 Kilometer von Trier nach Bernkastel-Kues. Mit der Aktion wurden Spenden für Schulbauprojekte in Ruanda gesammelt.

Bernkastel-Kues. (teu) Die Mittagssonne brennt, und es ist das mental schwerste Stück auf den gesamten 60 Kilometern die Mosel entlang von Trier nach Bernkastel-Kues. Und ausgerechnet zwischen Minheim und Kesten bekommt Marcel Bauchschmerzen. "Wenn ich in Kesten bin, bin ich heute 20 Kilometer gelaufen", erzählt der Elfjährige. Das will er unbedingt schaffen. Deshalb lehnt er das Angebot, in ein Begleitfahrzeug zu steigen, mehrmals ab: "Ich will es schaffen!" Erst kurz vor dem Kestener Ortsschild steigt er in den Bus. Müde, abgekämpft, aber stolz und glücklich.

Den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, etwas Außergewöhnliches zu leisten, ist ein Ziel des Staffellaufs. "Die Urkunden könnt ihr später euren Bewerbungen beilegen", sagt Theo Lamberts vom Schulsportreferat der Trierer Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) später in Bernkastel-Kues.

Um überhaupt in der Staffel mitlaufen zu können, mussten sich die Schüler erst qualifizieren.

"Unser Sportlehrer hat uns gefragt, wer mitmachen will. Dann wurde ein Testlauf gemacht. Da musste man soundso viel Kilometer in einer bestimmten Zeit laufen", erzählt Isabelle Morguet. Die 13-Jährige läuft auf der vorletzten Etappe von Lieser nach Bernkastel-Kues neben Mohamed Ramadan her. Zuvor hatten die Schüler der Rosenberg-Schule den Staffelstab von Kesten an die Liesermündung transportiert.

Mohamed Ramadan motiviere auch der Benefizgedanke, der hinter dem Lauf von Trier nach Bernkastel-Kues steht. Die Schüler sammeln über Sponsoren Spenden für Schulbauprojekte in Ruanda. Groß ist die Freude, als Vorstand Edmund Schermann im Ziel bekanntgibt, dass seine Sparkasse Eifel-Mittelmosel-Hunsrück noch 1000 Euro drauflegt. "Ich schätze, dass wir so insgesamt auf rund 2000 Euro kommen", freut sich der Lauf-Initiator Andreas Huhn. Mohamed Ramadan ist sich sicher, dass das Geld im rheinland-pfälzischen Partnerland den Richtigen zugutekommt: "Wir haben uns Bilder angeguckt, auf denen man gesehen hat, wie die Schulen aussehen. Das sind eigentlich keine richtigen Schulen, sondern einfach Gebäude mit einer Tafel drin", erzählt der 13-Jährige. Um die Verhältnisse zu verbessern, dafür schwitzt er gerne an diesem ersten warmen Tag des Jahres.