Trier Mama läuft - und vier Kinder mit

Trier · Sportlich, sportlich ist die Familie von Judith und Philipp Weber aus Trier. Beim Silvesterlauf rannten die 38-Jährige und ihre vier Kinder mit.

 Erst sind Judith und Philipp Webers vier Kinder in den Nachwuchsrennen des Trierer Silvesterlaufs gelaufen, dann die Mutter im Frauen-Elitelauf.

Erst sind Judith und Philipp Webers vier Kinder in den Nachwuchsrennen des Trierer Silvesterlaufs gelaufen, dann die Mutter im Frauen-Elitelauf.

Foto: Holger Teusch

Der 33. Trierer Silvesterlauf war auch der der (werdenden) Mütter. Gesa Krause zog bei ihrem letzten Rennen vor der Geburt ihres ersten Kindes das Medieninteresse auf sich. 1500-Meter-Olympiasiegerin Maryam Yusuf Jamal aus Bahrain zeigte als Achtplatzierte im Frauen-Elitelauf, wie schnell eine dreifache Mutter fünf Kilometer laufen kann (16:36 Minuten). Die Triererin Judith Weber rannte nicht nur selbst im Elitelauf mit (31. mit 19:25 Minuten), sondern auch ihre vier Kinder zwischen drei und acht Jahren. Sie erzählt, wie sie und ihr Mann Philipp so einen Wettkampftag und den Sport im Alltag managen.

Judith Webers eigener Start im Frauen-Elitelauf war am Ende fast Nebensache. „Bei den Kindern war ich auf jeden Fall nervöser, als bei mir selbst“, erzählt die 38-Jährige. Als Eltern wolle man ja, dass die Kinder glücklich im Ziel ankommen, niemand stürzt und den Lauf genießen kann. Um das zu gewährleisten, ist gerade bei einer großen Veranstaltung wie dem Trierer Silvesterlauf bei vier Kindern etwas Planung notwendig. „Es hat nur funktioniert, weil Charlotte und Viktoria in einem Lauf waren. Philipp ist mit den beiden gelaufen“, erzählt Judith Weber. Während ihr Mann die Sieben- und Fünfjährige im ersten Lauf des Silvesternachmittags betreute, kümmerte sich Judith Weber um den mit drei Jahren Jüngsten der Familie, Frederik. Der Älteste, Moritz, musste im Jungenlauf der Acht- bis Elfjährigen über einen Kilometer schon jede Menge Selbstständigkeit beweisen: „Er hat einfach mit seinen Cousins am Start gestanden.“ Denn so schnell konnten Judith und Philipp Weber sich mit den Kleinen nicht durch die Menge auf dem Hauptmarkt kämpfen.

Wichtig waren klare Ansagen. „Im Ziel mussten die Großen immer warten, bis Mama oder Papa kamen. Die durften nicht weg“, erzählt Judith Weber. Und Training für den Silvesterlauf? Das ergibt sich bei den Webers schon aus dem Alltag. „Dadurch, dass wir immer mit dem Rad und zu Fuß unterwegs sind, bewegen sich die Kinder von klein an viel. Von daher war es auch für Frederik keine ungewöhnliche Distanz, 600 Meter zu laufen“, so Judith Weber. „Es war schön“, bestätigt der Dreijährige. Das bestätigen auch seine älteren Geschwister. Es war sogar so schön, dass die Kinder beim Neujahrsspaziergang durch die Trierer Innenstadt die Silvesterlaufrunde noch einmal laufen wollten.

Silvesterlauf in Trier​ 2022: Fotos vom Sportereignis
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Highlight in der Altstadt: Die Bilder vom Silvesterlauf 2022 in Trier

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Foto: TV/Holger Teusch

Auch ihr Mann Philipp wäre gerne beim Silvesterlauf mitgelaufen. „Aber der hat Knieprobleme und fährt deshalb momentan nur Rad“, erklärt Judith Weber. Als Eltern Bewegung vorleben, das ist laut Judith Weber wichtig, um den Kindern eine aktive Lebensweise zu vermitteln. Als sie kürzlich eine halbe Stunde laufen wollte, habe ihr Ältester gesagt: „Ich glaube, ich komme mit.“ So trabte Judith Weber mit Moritz durch den Tiergarten.

Die mehrfache Rheinland-Pfalz-Meisterin, die beim PST Trier unter dem 2017 verstorbenen Trainer Volkhart Rosch unter anderem 5000 Meter in 17:54,63 Minuten und zehn Kilometer in 37:48 Minuten lief, hat versucht, auch während der Schwangerschaften und nach den Entbindungen aktiv zu bleiben. „Bei Moritz habe ich nach der Entbindung tatsächlich sechs Wochen nichts gemacht, aber bei den anderen schon nach zwei Wochen wieder und ich hatte keine Probleme“, erzählt die Ärztin, sagt aber auch, dass jede Frau anders sei.

Der morgendliche Lauf mit Babyjogger war für Judith Weber in den vergangenen Jahren ein Ritual. Durch den Tiergarten, durch den Wald und am liebsten bis nach Kernscheid. Und auch immer ohne Stoppuhr, Herzfrequenz oder Musik im Ohr. Was sich nicht so gut mit Kindern unter einen Hut bringen lässt? „Ich komme nicht zu Tempoläufen, die ich gerne machen würde. Vielleicht mal ein paar Steigerungen oder meine Runde einfach etwas schneller laufen, aber mehr nicht“, erzählt sie und sagt zurecht stolz: „Deshalb bin ich froh, dass es beim Silvesterlauf so gut gelaufen ist.“ Ein bisschen geholfen hat dabei wahrscheinlich auch, dass Ehemann Philipp und die vier Kinder sie auf jeder Runde ordentlich angefeuert haben.

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