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Stadtlauf-Doppelsieg für Trierer

Stadtlauf-Doppelsieg für Trierer

Gute Stimmung, gute Bedingungen, ein sattes Teilnehmerplus und mit Yvonne Jungblut und Florian Neuschwander zwei Lokalmatadore als Sieger, ein Jahr vor dem Stadtlauf-Jubiläum lief für die Organisatoren fast alles nach Plan.

 Gerhard Kopp freute sich im Zieleinlauf des Trierer Stadtlaufs mit vielen Hundert Zuschauern.
Gerhard Kopp freute sich im Zieleinlauf des Trierer Stadtlaufs mit vielen Hundert Zuschauern. Foto: Holger Teusch
 Yvonne Jungblut (Sparkasse Trier) erfüllte sich einen Traum und siegte über zehn Kilometer.
Yvonne Jungblut (Sparkasse Trier) erfüllte sich einen Traum und siegte über zehn Kilometer. Foto: Holger Teusch
 Florian Neuschwander vom Post-SV Trier war schnellster Zehn-Kilometer-Läufer.
Florian Neuschwander vom Post-SV Trier war schnellster Zehn-Kilometer-Läufer. Foto: Holger Teusch
 Mit rund 1000 Teilnehmern war der Zehn-Kilometer-Lauf der größte Einzelwettbewerb des 29. Trierer Stadtlaufs.
Mit rund 1000 Teilnehmern war der Zehn-Kilometer-Lauf der größte Einzelwettbewerb des 29. Trierer Stadtlaufs. Foto: Holger Teusch
 Der aus Trier stammende Marathon-Olympiateilnehmer Manfred Steffny gewann in seiner Heimatstadt in der Altersklasse der 70- bis 74-Jährigen über zehn Kilometer.
Der aus Trier stammende Marathon-Olympiateilnehmer Manfred Steffny gewann in seiner Heimatstadt in der Altersklasse der 70- bis 74-Jährigen über zehn Kilometer. Foto: Holger Teusch

"Gut, gut, gut!" Als Nicolas Klein die Treppen zur Siegerehrungsbühne hinauf stieg, strahlte die eine Hälfte der Doppelspitze des Trierer Stadtlauf-Vereins (zusammen mit Andreas Rippinger) übers ganze Gesicht. Nach hektischen Tagen konnte sein rund 300-köpfiges Helferteam die Früchte der Arbeit ernten. 3016 Anmeldungen waren eingegangen. 2687 Läufer wurden im Ziel registriert. So angenehme Temperaturen bei leichter Bewölkung hatten die schon so oft hitzegeplagten Stadtläufer seit Jahren nicht.

Das merkten auch die mehr als 50 Sanitäter. "Wir hatten nur vier Einsätze. Das war der mit Abstand ruhigste Stadtlauf der vergangenen zehn Jahre", sagte der Stadtlauf-Einsatzleiter von Malteser, Johanniter und Deutschem Roten Kreuz, Christoph Gotters.

Die Hauptrennen im Einzelnen:
RWE-Zehn-Kilometer-Lauf: Der kürzere der beiden Hauptläufe war fest in Trierer Hand. Florian Neuschwander landete einen Start-Ziel-Sieg vor dem mehrfachen luxemburgischen Meister Vincent Nothum. Dabei schonte sich der Marathon-DM-Dritte vom Post-SV Trier (PST) nicht. 30:53 Minuten lief der 31-Jährige. "Vincent hat mir vor dem Start erzählt, dass er sich nicht so gut fühle. Da ich eine gute Zeit laufen wollte, habe ich halt allein von Anfang an aufs Tempo gedrückt", erzählte Neuschwander. Hinter Nothum (32:31) und dessen Landsmann Christophe Kass (33:17) belegte Andreas Theobald (33:35) nur einem Tag nach einem Zweite-Bundesliga-Start im Triathlon den vierten Platz. Dominik Werhan (34:17) musste außer seinem PST-Vereinskameraden auch Jörg Borens (Team Proficoaching/33:38) den Vortritt lassen. "Ich habe mir mit einem elektrischen Messer in die Hand geschnitten und musste mit mehren Stichen genäht und geklammert werden", erzählte der 18-Jährige von seinem Unfall zwei Tage zuvor. Als die Wunde zu pochen begann, habe er an dritter Stelle liegend einen Gang rausgenommen.
Bei den Frauen löste sich Yvonne Jungblut (Sparkasse Trier/37:19) nach etwa der Hälfte der Distanz von Linda Betzler (Igel/LG Rhein-Wied/38:16) und Judith Olinger (PST/38:29). "Ich wusste, dass ich das in der Tasche habe, wenn nichts mehr passiert. Ich dachte nur: Stolpere jetzt nicht", erzählte die 35-Jährige (siehe Porträt auf dieser Seite).

Hafen-Trier-Halbmarathon: International statt regional war das Feld über 21,1 Kilometer. Bei seinem ersten Halbmarathon in Europa siegte der Äthiopier Yonas Kinde in 1:06:36 Stunden vor dem Argentinier Matias Schiel (1:09:45). Der in Erftstadt lebende Pole Maciek Miereczko (1:13:18) schnappte Dietmar Bier (Trierer Stadtlauf e.V./1:13:39) den dritten Platz vor der Nase weg. "Die Stimmung an der Strecke war toll", sagte der deutsche M40-Vizemeister Bier.
Obwohl sie wenige Meter vor dem Ziel noch von der ehemaligen luxemburgischen Radrennfahrerin Isabelle Hoffmann (1:29:44) überspurtet wurde, freute sich Heidi Schneider über ihren dritten Platz. In 1:29:49 Stunden blieb die 56-Jährige vom FSV Ralingen vier Minuten über dem 19 Jahre alten deutschen Rekord der 55- bis 59-Jährigen (W55) und drei Minuten unter ihrer eigenen Rheinlandbestzeit blieb. "Damit habe ich nicht gerechnet. Mir fehlen die langen Einheiten. Das habe ich zum Schluss gemerkt", erzählte Schneider. Es siegte die mehrfache deutsche 100-Kilometer-Meisterin Tanja Hooß (LTF Marpingen) in 1:27:05 Stunden. "Ich bin schon so oft hier gelaufen und so happy, dass ich gewonnen habe. Aber heute war die Konkurrenz auch schwach", sagte die Team-Europameisterin.