Triathlon-Training eines Trierers: 30 Stunden Training und zelten

Triathlon : 30 Stunden Training und Schlafen im Zelt

Zu Wochenbeginn konnte Tim Dülfer von Tri Post Trier noch den Spätsommer in Neuseeland genießen. Am Sonntag meldet sich der 24-Jährige beim BMW Cloppenburg X-Duathlon im DM-Rennen in seiner Trierer Heimat zurück.

Tim Dülfer hat wahrscheinlich die intensivste Vorbereitungszeit der mehr als 400 Teilnehmer des Trierer X-Duathlon (Sonntag, 17. Februar, Beginn 9.10 Uhr, Hauptrennen 13.30 Uhr) hinter sich. Mehr als zwei Monate lang war der 24-Jährige in Neuseeland und Australien, vor allem um zu trainieren. „Während acht der zehn Wochen habe ich mehr als 30 Stunden trainiert. Nur in der ersten Woche und nach der Challenge Wanaka waren es mit 25 Stunden etwas weniger“, erzählt er.

Bei dem Mitteldistanzrennen über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad fahren und einem Halbmarathonlauf (21,1 Kilometer) machte er bereits die Erfahrung, dass sich so viel Sport tagein, tagaus bezahlt gemacht hat. „Das Rennen war nach dem harten Training fast leicht. Ich Training hatte ich nicht selten Acht-Stunden-Tage.“ Bei seinem zweiten Wettkampf über die zweitlängste klassische Triathlon-Distanz (halb so lang wie ein Ironman) war Dülfer nach 4:33:24 Stunden im Ziel und verpasste den Altersklassensieg nur wegen Bauchschmerzen beim abschließenden Lauf um gut drei Minuten. „Ich benötigte drei Toilettenstopps, was mich viel Zeit kostete“, erzählt der Student der Erziehungswissenschaften. Sonst wäre im Gesamtklassement (15. Platz) des international stark besetzten Rennen sogar die Topten in Reichweite gekommen, glaubt Dülfer.

Neben dem Sieg bei den neuseeländischen Crosstriathlon-Meisterschaften direkt zu Jahresbeginn und einem Wettkampf im australischen Canberra war die Challenge Wanaka nicht nur einer der sportlichen Höhepunkte von Dülfers Zeit in Neuseeland. „Es ist landschaftlich wahrscheinlich das schönste Rennen weltweit. Aber auch eines der härtesten auf der Mitteldistanz, aufgrund der Streckenführung.“

Wobei es den Kiwis beim Sport kaum extrem genug sein kann, berichtet er. „Sie trotzen jeder Witterung. Wenn einem bei hohem Wellengang im Lake Wanaka bange wird, kommt der Spruch: Ist doch schön!“ Obwohl er den Eindruck bekommen habe, dass alle Athleten auch neben dem Sport einen sehr ausgefüllten Alltag bewältigen müssen, werde das Training immer mit eingebaut. Die Motivation sei riesig. Allerdings beendeten selbst große Talente ihre sportliche Karriere oft schon während der Studienzeit oder nach der Universität.

Um die Zeit noch besser zu nutzen, zeltete Dülfer in den letzten Wochen bei seinem neuseeländischen Schwimmtrainer Sam Petty. „Ich dachte, damit kann ich das Optimum im Schwimmen für die Bundesliga herausholen.“ Dülfer gehört zum Team von Tri Post Trier, das im Sommer in der ersten Triathlon-Bundesliga startet. „Da ich mit Athleten trainiert habe, die auch bei Weltcup-Rennen starten, konnte ich auch in Sachen erste Bundesliga einiges lernen. Ich bin super gut aufgenommen worden. Die Neuseeländer sind sehr gastfreundliche und hilfsbereite Menschen“, erzählt er.

Sam Petty ist zwar gebürtiger Brite, aber ein wahrer Tausendsassa. Der 27-Jährige arbeitet als Schwimmtrainer in Neuseeland. Er lief die Meile (1609,344 Meter) zu Monatsbeginn in 4:01,47 Minuten und 800 Meter bereits unter 1:50 Minuten (1:49,06), versuchte sich aber auch schon im Triathlon. Seine Ehefrau Angela ist Universiade-Gewinnerin (2015) und vertrat Neuseeland bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro (800-Meter-Bestzeit 1:59,06 Minuten). „Mit ihnen habe ich auch auf der Bahn trainiert“, erzählt Dülfer.

Nach dem umfangreichen Training und vor allem der kurzfristigen Rückkehr nach Europa, blickt er dem X-Duathlon mit gemischten Gefühlen entgegen. „Den Jetlag und die harte Zeit hier in Neuseeland muss der Körper erst einmal wegstecken“, sagt Dülfer. Erst am Dienstagmittag landete sein Flieger in Frankfurt. „Ich, dass es reicht um mit den schnellen Jungs mithalten zu können.“ Auf die Heimveranstaltung zu verzichten war für den 24-Jährige aber keine Option. „Den X-Duathlon kannte ich schon, da hatte ich selbst mit dem Sport noch nichts zu tun“, erzählt der ehemalige Fußballer. Vor heimischer Kulisse, „in meinem Wald“ (dem Weißhauswald) zu starten, ist ihm jedes Jahr sehr wichtig.

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