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Trierer Läufer Frank Knodt läuft Halbmarathon mit Herzschrittmacher

Laufen : Halbmarathon mit Herzschrittmacher

Frank Knodt aus Trier hat Glück gehabt. Seit mehr als einem Vierteljahr läuft der 44-Jährige mit einem Herzschrittmacher. Er möchte Sportler für das Thema Herzmuskelentzündungen sensibilisieren.

Es kann jeden treffen. Das hat Frank Knodt am eigenen Leib erfahren. 2020 war für den 44-Jährigen aus Trier nicht nur wegen Corona ein schweres Jahr. Er brach zweimal zusammen, weil sein Herz nicht mehr so schlug, wie es sein muss: Sick-Sinus-Syndrom, Herzrhythmusstörungen (siehe Info)! Irgendwann habe er vermutlich eine Infektion, eine Erkältung übergangen, vermutet der passionierte Läufer (der TV berichtete am 25. November 2020).

Das hätte ihm beinahe jede Menge Lebensqualität, nicht nur die, die ihm der Sport gibt, gekostet. Im Training musste sich Knodt quälen.„Selbst zehn Kilometer waren schwer durchzuhalten“, erzählt er. Auch seine Leistungsfähigkeit im Alltag war durch ständige Müdigkeit und Schwindelattacken eingeschränkt. Ein im vergangenen Herbst eingesetzter Herzschrittmacher schaffte Abhilfe.

„Im Lauftraining fühle ich mich wieder gut und bin auch mit den Zeiten zufrieden“, sagt Knodt nach gut einem Vierteljahr Sporterfahrung mit dem technischen Taktgeber. „Der Unterschied ist krass. Ich wäre im letzten Jahr nie und nimmer einen Halbmarathon gelaufen.“ Das hat er mit Herzschrittmacher bereits dreimal im Training geschafft. Darunter einmal in einer Stunde und 40 Minuten. „Da habe ich gedacht: Da ist noch Luft nach oben“, erzählt Knodt, dass er noch nicht an sein Limit gehen musste. 1:35 Stunden sind sein Ziel für den Halbmarathon in Köln am 3. Oktober. „Ich möchte verstärkt auf Halbmarathon, auf die längeren Strecken hinarbeiten“, erzählt er, schränkt aber auch ein: „Was ich nicht umsetzen werde - auch auf Empfehlung der Kardiologen - ist Marathon.“

„Ich mache vier bis fünf Einheiten pro Woche und gönne mir meinen Pausen“, erzählt der Familienvater, dass sein Trainingsumfang bereits den vor seiner Erkrankung erreicht. Aber horcht mehr in seinen Körper hinein. „Wenn ich mich mal nicht gut fühle, pausiere ich auch schon mal zwei bis drei Tage.“ Knodt zieht auch nicht jedes Training auf Biegen und Brechen wie geplant durch. „Wenn ich mich nicht gut gefühlt habe, habe ich auch schon mal nach fünf oder sechs Kilometern abgekürzt und bin nur zehn Kilometer gelaufen“, erklärt Knodt.

Dass er gelernt hat noch stärker als bisher auf seinen Körper zu hören, will der Frank Knodt auch anderen Sportlern vermitteln. Denn auch wenn er Glück gehabt hat, noch besser ist es natürlich, wenn das Herz gesund bleibt. Über die Sozialen Medien macht er unter dem Hashtag #herzsignal auf das Thema Herzmuskelentzündung und Vorsorge aufmerksam. Pünktlich zum Frühling verbindet Knodt das mit einer Spendenaktion zugunsten des Bundesverbands Herzkranker Kinder (BVHK). Dazu hat er T-Shirts entworfen, die für 20 Euro erworben werden können. Das Geld kommt zu hundert Prozent der BVHK zugute (siehe Extra). Von regionalen und überregionalen Sportlern unterzeichnete Shirts will Knodt vor Weihnachten versteigern, um die Spendensumme noch weiter aufzustocken.

Info: Sick-Sinus-Syndrom

Frank Knodt erklärt das Sick-Sinus-Syndrom als Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Herzrhythmusstörungen, die ihre Ursache in Fehlfunktionen des Sinusknotens haben. Dieser ist normalerweise der Taktgeber des Herzens. Er steuert über elektrische Impulse die Schlagfrequenz. Dass diese Steuerung nicht mehr richtig funktioniert kann verschiedene Ursachen haben. Unter anderem kann dies als Folge einer Herzmuskelentzündung auftreten, die beispielsweise entstehen kann, wenn Sportler Infektionen wie Erkältungen übergehen und einfach weiter trainieren.