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Trierer Triathleten hoffen auf Start in Bitburger-0,0%-Bundesliga

Triathlon : Triathleten hoffen auf späten Bundesligastart

Den Klassenerhalt in deutschen Triathlon-Oberhaus geschafft hat das PSD Bank Team Tri Post Trier. Nun hat man mit Giulio Ehses das größte Nachwuchstalent zurück an die Mosel geholt. Ob und wann gestartet wird, ist unklarer denn je.

Der Trainer ist zufrieden. Am Mittwoch hat Giulio Ehses einen Laufbandtest absolviert - natürlich mit Abstand zu seinem Trainer. „Am Ende ist er 22 km/h gelaufen. Da war mein Laufband am Ende“, erzählt Pschebizin lachend. Sein Laufband war bei der Höchstgeschwindigkeit angelangt. Das Resultat prognostiziert der Sportwissenschaftler seinem Schützling eine Fünf-Kilometer-Laufzeit zwischen 14:30 Minuten und 14:40 Minuten. Das wäre Spitzenniveau in der Triathlon-Bundesliga. Nach zwei Jahren in Potsdam ist Ehses wieder ins heimatliche Trier zurückgekehrt und startet wieder für Tri Post Trier.

„Es wäre schön, wenn wir zeigen könnten, was wir können“, sagt Pschebizin, der auch Chefcoach des PSD Bank Teams, der Triathlon-Bundesliga-Mannschaft von Tri Post Trier ist. Außer auf Rückkehrer Ehses, der im vergangenen Jahr beim Bundesliga-Finale in Berlin den 13. Platz in der Einzelwertung belegte und mit Potsdam Vizemeister wurde, setzt Pschebizin auf den luxemburgischen Meister Yannick Lieners als Neuzugang. Aus dem letztjährigen Bundesligateam sind Tri-Post-Eigengewächs Andreas Theobald, der Luxemburger Oliver Gorges, der als Jugendlicher schon für Trier startete, der aus Traben-Trarbach stammende Timo Spitzhorn und der fünfmalige deutsche Crosstriathlon-Meister Jens Roth wieder dabei. Dazu sollen noch ein Franzose und wie im vergangenen Jahr zwei Australier stoßen. „Wir sind sehr, sehr gut aufgestellt. Wir haben mit Sicherheit eine Mannschaft, die sich um den zehnten Platz herum platzieren kann“, sagt Pschebizin.

Dass, obwohl momentan nur allein und auch kein Schwimmen trainiert werden kann. „Aber da hat niemand einen Vorteil. Alle haben dasselbe Problem“, sagt Pschebizin. An der Motivation kratze das aber schon, erzählt er und nennt Andi Theobald als Beispiel: Der habe sich unter Anleitung von Schwimmtrainer Engel Mathias Koch und einem speziellen Trainingslager im Winter stark verbessert. „Der leidet jetzt sehr, dass er nicht ins Wasser darf“, erzählt Pschebizin.

Der aus Traben-Trarbach stammende Timo Spitzhorn (Startnummer 70) schaffte im vfergangenen Jahr mit dem PSD Bank Team Tri Post Trier den Klassenerhalt in der ersten Bitburger-0,0%-Triathlon-Bundesliga. Foto: Holger Teusch

Ob und wann das sein wird, ist unklar. „Für uns wäre es wichtig, dass die Bundesliga weitergeht“, sagt der Trierer Coach. Nach dem Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August im Zuge der Corona-Pandemie ist diese Frage weiter offen. Vier der fünf Rennen fallen in diesen Zeitraum. Der ursprünglich für den 6. und 7. Juni geplante Liga-Auftakt in Düsseldorf ist bereits abgesagt und soll ebenso verschoben werden. Die eigentlichen Bundesliga-Rennen mit jeweils weniger als 80 Startern sind nach Pschebizins Meinung allerdings weniger das Problem. „Aber die hängen an Großveranstaltungen. Deshalb ist man abhängig davon“, erklärt er.

Das sieht Harald Vogler ähnlich. Für viele Veranstalter gehören die Massenveranstaltungen der Altersklassentriathlons und die Bundesligarennen zusammen. „Allein die Bundesliga zu veranstalten ist ein finanzieller Akt“, sagt der Ligaleiter. Wie und ob es in diesem Jahr eine Saison gibt, „diese große Frage ist noch nicht geklärt“, sagt Vogler. „Der Liga-Ausschuss trifft sich dazu in de nächsten Woche zu einer Videokonferenz.“

„Es wäre bitter, wenn die ganze Saison ausfallen würde“, erklärt ähnlich wie Pschebizin auch der Tri-Post-Vorsitzende Helmut Rach mit Blick auf die Sponsoren. Die Partner des Teams seien verlässlich, aber auch die Firmen müssten die Corona-Krise gut überstehen. Ruhiger als manchen seiner Bundesliga-Vereinskollegen schläft Rach aber, weil keiner der Trierer Athleten bezahlt wird. „Das ist für uns ein großer Vorteil. Wir haben nicht den Druck, wie andere Clubs mit angestellten Sportlern.“ Bei einer kompletten Absage der Saison 2020 kann sich Rach vorstellen, dass dies der ein oder andere Bundesligaverein nicht übersteht. Davon will man in Trier aber nicht profitieren: „Das wäre nicht gut: Nicht für uns als Verein und die gesamte Liga.“