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Triererin Gesa Krause siegt über 1500 Meter

Leichtathletik : Pfeilschnelle Gesa gewinnt ersten Hallentitel für Trier (Video)

Hindernislauf-Europameisterin Gesa Krause beweist bei den Deutschen Hallenmeisterschaften ihre Sprintstärke gegen die Mittelstrecken-Spezialistinnen. Sophia Junk verzichtet kurzfristig auf einen Start.

(teu) Von wegen „ewige Zweite“! Nach drei zweiten Plätzen in Folge (2017-19) bei deutschen Hallenmeisterschaften hat Gesa Felicitas Krause am Sonntagnachmittag eindrucksvoll bewiesen, dass wieder mit ihr zu rechnen ist. In Dortmund setzte sich die WM-Dritte über 3000 Meter Hindernis über 1500 Meter durch. Die Läuferin des Verein Silvesterlauf Trier hat damit erstmals einen nationalen Hallentitel an die Mosel geholt.

Gesa Krause sorgte im letzten Wettbewerb der coronabedingt ausgedünnten Hallen-DM für eines der packendsten Rennen, das wohl auch zum Stimmungshöhepunkt geworden wäre. Aber Zuschauer waren nicht zugelassen, so dass die Leichtathletikfans nur zu Hause am Livestream mitfiebern konnte, wie Krause eingangs der letzten Kurve die Führung übernahm und diese souverän gegen die Spezialistinnen verteidigte. In 4:12,84 Minuten blieb Krause nur gut eine Sekunde über ihrer Saisonbestleistung (4:11,68). Dahinter mussten sich Caterina Granz (Berlin/4:13,26) und Katharina Trost (München/4:13,48) mit Silber und Bronze begnügen. (Video)

„Ich bin echt happy“, erzählte Krause noch euphorisch kurz nach dem Rennen. Die Taktik, die sich zusammen mit Trainer Wolfgang Heinig zurecht gelegt hatte, ging auf. „Ich wollte mich in eine gute Position bringen“, erzählt sie. Hinter der fast durchgehend für das Tempo sorgenden Granz lief Krause in zweiter oder dritter Stelle und hatte im entscheidenden Augenblick frei Bahn, um die Spitze zu übernehmen.

Flotte 61,76 Sekunden für die letzten 400 Meter schienen Krause nichts auszumachen. Sie lief auch ohne Publikum in der Helmut-Körnig-Halle eine halbe Ehrenrunde zu Coach Wolfgang Heinig. Sie wünsche sich natürlich wieder mit den Zuschauern zu feiern, sagt Krause, aber momentan sei sie bei den Rennen so sehr auf sich fokussiert, dass sie kaum mitbekomme, dass die Ränge leer sind.

„Man könnte fast schon sagen, dass sich die deutschen Meisterschaften gegen mich verschworen haben“, meinte dagegen Sophia Junk mit einem etwas bitteren Lächeln. Zum dritten Mal in Folge musste die aus Konz stammende Sprinterin auf einen Start bei den nationalen Titelkämpfen verzichten. Wie vor einem Jahr bei der Hallen-DM war es eine Vorsichtsmaßnahme, um keine schwerwiegendere Verletzung zu riskieren. Auf die Freiluft-Meisterschaften im vergangenen August wurde sie „punktgenau“, wie sie sagt, krank.

Diesmal war es der Oberschenkelbeuger, der Junk und Trainer Martin Schmitz zum kurzfristigen Startverzicht bewog. „Ich bin am Mittwoch beim Abschlusstraining über 30 Meter aus dem Startblock noch Bestzeit gelaufen“, erzählt die 21-Jährige über ihre gute Form. Doch die Spannung im Beuger danach verschwand in den beiden Tagen vor der deutschen Hallenmeisterschaft trotz Physiotherapie nicht mehr. „Das Niveau im deutschen Frauen-Sprint ist verdammt hoch. Ich hätte alles aus meiner Muskulatur herausholen müssen und ich hatte das Gefühl, das das nicht ging“, erklärt Junk. Um kein Risiko mit Blick auf die wichtigere Sommersaison unter anderem mit der U-23-DM in Koblenz einzugehen, verzichtete die 21-Jährige zum dritten Mal in Folge auf den DM-Start. Sie sah im Livestream, Jennifer Montag (Leverkusen), mit der sie Staffel-Europameisterin bei der U 20 (2017) und U 23 (2019) geworden war, über 60 Meter in 7,19 Sekunden nur Amelie-Sophie Lederer (München/7,12) geschlagen geben musste. Damit hat der DLV bei der Nominierung zur Hallen-Europameisterschaft in Polen am ersten März-Wochenende die Qual der Wahl unter vier deutschen Sprinterin unter den besten Zehn Europas.