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Trotz Corona kein Tiefststand bei den Nennungen in den DLV-Bestenlisten

Bestenlisten : Trotz Corona kein Tiefststand

Erstmals seit fünf Jahren sammelten die Leichtathleten des Post-Sportvereins Trier wieder die meisten DLV-Bestenlisten-Platzierungen unter den Vereinen der Region Trier.

Corona hat die Leichtathleten der Region Trier 2020 ausgebremst, ganz nach unten hat die Pandemie die Wettkampfsportler aber nicht gezogen. Nach Auswertung der Frauen-, Männer- und U-23-Jahresbestenlisten sowie der Nachwuchsranglisten (detailliert bereits im TV vom 11. Dezember) des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) kamen die Vereine von Mosel und Saar, aus Eifel und Hunsrück insgesamt 43 Nennungen. Das sind zwölf weniger als vor Jahresfrist, aber immer noch deutlich mehr als 2016. Damals wurde mit 35 Platzierungen unter den besten 50 beziehungsweise 30 Deutschen (Altersklassen U 23, Jahrgangsklassen der 14- und 15-Jährigen) allerdings auch ein historischer Tiefststand erreicht.

In den nun vom DLV veröffentlichten Frauen-, Männer- und U-23-Bestenlisten sind die Leichtathleten der Region Trier 18 Mal vertreten. Ein Minus von neun Plätzen gegenüber 2019. Was sich allerdings mit den Corona-Einschränkungen erklären lässt: Fünf Platzierungen mit Lang-Staffeln und zwei im Mehrkampf fielen weg. Diese Disziplinen wurden in der kurzen Freiluftsaison zwischen Juli und Oktober kaum angeboten. Staffelleistungen werden in der Regel bereits im zeitigen Frühjahr bei den Rheinland- oder Landesmeisterschaften vorgelegt. Aber Titelkämpfe im Stadion fielen 2020 im Leichtathletik-Verband Rheinland sogar komplett flach.

Zudem hatte die erfolgreichste Leichtathletin eines Clubs der Region 2020 gar keine Freiluftsaison. In der Halle war Gesa Krause noch schnellste Deutsche über 3000 Meter (mit 9:05,12 Minuten), verzichtete aber schon Ende Februar wegen eines Infekts auf die Hallen-DM. Die Pandemie mit all ihren Einschränkungen und den auf 2021 verschobenen Olympischen Spielen kostete die zweimalige Hindernislauf-Europameisterin vom Verein Silvesterlauf Trier anschließend viele Nerven und Energie. Bei den deutschen Meisterschaften Anfang August stieg sie aus und beendete die Freiluftsaison ohne ein Ergebnis. Anschließend war Kraft tanken angesagt. Zuletzt war Krause sechs Wochen im Höhentrainingslager in Kenia. Dort soll die Vorbereitung auf Tokio 2021 im Januar fortgesetzt werden. Für die Statistik der Region fehlen Krauses Spitzenplatzierungen durch diese Umstände diesmal allerdings. 2019 waren es drei, 2018 sogar fünf Einträge.

Diese Effekte zusammen genommen, kommen die Leichtathleten der Region Trier in der Frauen-, Männer- und U-23-Bilanz damit ähnlich glimpflich weg, wie der Nachwuchs. Zu bedenken ist allerdings auch, dass es trotz Corona an der Spitze zwar kaum zu Leistungsrückgängen (teilweise sogar zu Steigerungen) kam, in manchen Disziplinen wegen des raren Wettkampfangebots aber in der Breite. So hätte 2020 allein die reine Teilnahme an einem der bundesweit nur zehn Fünfkampf-Veranstaltungen den Einzug unter die besten 50 Männer Deutschlands garantiert. Aus der Region Trier ergatterte aber niemand einen der in der Regel limitierten Startplätze.

Erfolgreichster Leichtathlet aus der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region war 2020 in der Aktivenklasse Samuel Fitwi. Der 24-Jährige von der LG Vulkaneifel (LGV) steht viermal ganz weit vorne in den Männer-Ranglisten. Im Zehn-Kilometer-Straßenlauf musste der Vorjahresbeste erst am 8. November die nationale Spitzenposition um eine Sekunde an Simon Boch (Regensburg) abgeben. Fitwi war bereits zu Jahresbeginn auf dieser Strecke in 28:11 Minuten ebenso Rheinland-Pfalz-Rekord gelaufen wie in 1:02:34 Stunden über Halbmarathon (21,1 Kilometer). Wie sein Schützling sammelte auch Fitwi-Trainer Yannik Duppich (ebenfalls LGV) vier DLV-Ranglisten-Platzierungen. Mit Jakob Gieße gehört erstmals seit 13 Jahren wieder ein Mittelstreckler der Region über 800 Meter zu den besten 50 Deutschen. Der 26 Jahre alte LGV-Läufer belegt in 1:51,85 Minuten den 28. Platz. Zuletzt war das 2007 dem jetzigen PST-Lauftrainer Marc Kowalinski gelungen.

Die Eifel-LG ist dank Fitwi, Duppich, Gieße und Seb Anthony mit elf Ranglisten-Nennungen in den Klassen ab 20 Jahren der stärkste Verein der Region. Nimmt man den Nachwuchs hinzu, übernimmt der Post-Sportverein Trier (PST) mit insgesamt 14 DLV-Bestenlisten-Platzierungen die regionale Spitzenposition - das erste Mal seit fünf Jahren!

Deutsche Leichtathletik-Bestenlisten 2020 Frauen, Männer, U 23:

Frauen, 100 m: 13. Sophia Junk (Konz/LG Rhein-Wied) 11,42 Sekunden. 200 m: 7. Junk 23,42 Sekunden. 10 000 m: 48. Anne Begemann-Crezelius (PST Trier) 41:09,16 Minuten. Halbmarathon: 29. Pia von Keutz (Trier/Hamburg Running) 1:21:39 Stunden. Diskus (1 kg): 25. Hanna Kaiser (LG Bernkastel-Wittlich) 47,02 m. 5000 m Gehen: 26. Ursula Klink (Trier/TV Groß-Gerau) 36:13,74 Minuten.

Männer, 800 m: 28. Jakob Gieße (LG Vulkaneifel) 1:51,85 Minuten, 46. Seb Anthony (LG Vulkaneifel) 1:53,55. 1000 m: 6. Gieße 2:26,41 Minuten. 1500 m: 9. Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) 3:42,62 Minuten. 3000 m: 10. Yannik Duppich (LG Vulkaneifel) 8:08,73 Minuten. 5000 m: 3. Fitwi 13:35,56 Minuten, 27. Duppich 14:32,19. 10 000 m: 13. Duppich 30:20,64 Minuten, 47. Martin Siebenborn (Speicher/Hamburg Running) 32:23,03. 10 km Straßenlauf: 2. Fitwi 28:11 Minuten, 20. Duppich 30:01. Halbmarathon: 5. Fitwi 1:02:34 Stunden. 110 m Hürden: 29. Nicolas Fusenig (PST Trier) 15,15 Sekunden. 4 x 100 m: 43. PST Trier (Wirtz, Hein, Fuchs, Leidinger) 45,33 Sekunden. Hochsprung: 31. Aaron Strupp (Konz/1. FC Kaiserslautern) 2,00 m. Dreisprung: 32. Michael Strupp (Konz/1. FC Kaiserslautern) 14,02 m.

Juniorinnen U 23, 100 m: 5. Sophia Junk (Konz/LG Rhein-Wied) 11,42 Sekunden. 200 m: 3. Junk 23,42 Sekunden. 5000 m: 20. Rebecca Bierbrauer (Silvesterlauf Trier) 17:45,72 Minuten. Diskus (1 kg): 16. Hanna Kaiser (LG Bernkastel-Wittlich) 47,02 m.

Junioren U 23, 110 m Hürden: 17. Nicolas Fusenig (PST Trier) 15,15 Sekunden. Hochsprung: 19. Aaron Strupp (Konz/1. FC Kaiserslautern) 2,00 m.

(Die detaillierte Auswertung für den Nachwuchs ist bereits am 11. Dezember erschienen.)