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Ulmen geht, Hillesheim bleibt bei der LG Vulkaneifel

Leichtathletik : Ulmen geht, Hillesheim bleibt bei der LGV

2023 bilden wieder nur die vier Gründungsvereine die LG Vulkaneifel. Yannik Duppich bleibt Vorsitzender, will 2023 aber für Trier starten.

Die LG Vulkaneifel (LGV) existiert weiter, aber die Geburtstagsfeier ist verschoben. Kurz vor dem 50. Jahrestag der Gründung der erfolgreichsten Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) der Region im Dezember 1972 sind auf der LGV-Jahreshauptversammlung Weichen zumindest für die nahe Zukunft gestellt worden. Leistungsträger Samuel Fitwi, der bei den Europameisterschaften in München den neunten Platz über 10.000 Meter belegte, wechselt zwar nach Trier (der TV berichtete), „ab nächstem Jahr geht alles normal weiter“, sagt der LGV-Vorsitzende Yannik Duppich. Allerdings nur noch mit vier statt bisher fünf Mitgliedsvereinen. Der SV Fortuna Ulmen tritt zum Jahreswechsel aus der Startgemeinschaft, zu der dann nur noch TuS Daun, SV Gerolstein, VfL Hillesheim und VfL Jünkerath gehören, aus.

Obwohl Duppich wie der von ihm trainierte Fitwi ab 1. Januar für den Verein Silvesterlauf Trier starten will, bleibt der 32-Jährige LGV-Vorsitzender. Eine Konstellation, die es in ähnlicher Weise bereits 2016 gab. Damals startete der damalige LGV-Vizevorsitzende Duppich für ein Jahr für die LG Dorsten. Bei seiner Rückkehr 2017 schlossen sich einige der Läufer vom Niederrhein wie Marathon-Bezirksrekordler Thorben Dietz (2:19:20 Stunden, wechselte 2018 nach Baden-Württemberg) im Tausch für ein Jahr der LGV an. „Langfristig werde ich zur LGV zurückkehren“, sagt Duppich auch jetzt. Im Trierer Trikot will der Cross-EM-Teilnehmer von 2009 jetzt noch einmal selbst sportlich angreifen.

Kurios: Yannik Duppich ist Vorsitzender der LG Vulkaneifel, startet ab Januar aber für den Verein Silvesterlauf Trier.
Kurios: Yannik Duppich ist Vorsitzender der LG Vulkaneifel, startet ab Januar aber für den Verein Silvesterlauf Trier. Foto: Holger Teusch

Der formell zweite Mann im LGV-Vorstand, Kassenwart Jakob Gieße, wird weiterhin im Trikot der Eifel-LG starten. Der 28-Jährige, der vor zwei Jahren Deutscher Hochschul-Vizemeister über 800 Meter wurde, stellt nach Abschluss seines Maschinenbau-Studiums und nach seinem Berufsstart in Karlsruhe den Sport aber nicht mehr in den Mittelpunkt. Deshalb kommt für Gieße ein Wechsel zur LG Region Karlsruhe, bei der er mittrainiert, nicht in Frage. „Wenn ich merke, ich bin fit, mache ich gerne einen Wettkampf. Bei der LGV kann ich selbst entscheiden, was ich laufen will“, sagt er. Staffelstarts für die erfolgreichen Badener wären zwar reizvoll, aber von damit einhergehenden Verpflichtungen bestimmte Rennen laufen zu müssen, möchte Gieße momentan nicht eingehen. Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen 2023 könne er sich ebenso wie Duppich vorstellen, wieder anzutreten, sagt Gieße.

Völlig überraschend, so der LGV-Kassenwart, schrumpft die Eifel-Startgemeinschaft 2023 nur auf vier und nicht wie befürchtet auf drei Mitgliedsvereine. Zwar gab es bereits 2019 einen Vorstandsbeschluss beim VfL Hillesheim aus der LGV auszutreten, so der Vereinsvorsitzende Gerald Schmitz, dieser wird aber weiterhin nicht vollzogen. Unter anderem der ehemalige 800-Meter-Rheinlandmeister Gregor Witzel als einer der Kindertrainer habe sich für den Verbleib stark gemacht, um den Nachwuchs die Möglichkeiten der Startgemeinschaft zu erhalten, erzählt Duppich.

 Mittelstreckenläufer Jakob Gieße bleibt als Kassenwart weiter zweiter Mann bei der LG Vulkaneifel, startet weiterhin im LGV-Trikot, wird aber beruflich bedingt sportlich kürzertreten.
Mittelstreckenläufer Jakob Gieße bleibt als Kassenwart weiter zweiter Mann bei der LG Vulkaneifel, startet weiterhin im LGV-Trikot, wird aber beruflich bedingt sportlich kürzertreten. Foto: Holger Teusch

Anders sieht es beim SV Fortuna Ulmen (SVU) aus, der nach 18 Jahren die LGV wieder verlässt. „Es war auch ein bisschen viel LG Fitwi in letzter Zeit“, sagt SVU-Leichtathletik-Abteilungsleiter Kurt Wallebohr. Das Gemeinsame habe gefehlt. Ein Beispiel: 2021 nahm zwar eine LGV-Mannschaft an den Rheinland-Team-Meisterschaften teil. Dieses bestand jedoch ausschließlich aus SVU-Sportlern. In Ulmen konzentriere man sich darauf, mit einem kontinuierlich nachwachsenden Übungsleiterstamm den Nachwuchs auszubilden und eine breite Basis zu schaffen. Mit der ehemaligen Hochsprung-WM-Fünften Birgit Kähler habe man, wenn auch beruflich bedingt nur zeitweise, eine Spitzentrainerin vor Ort.

Der Gründungstag der LGV, der sich am 4. Dezember zum 50. Mal jährt, soll derweil laut Duppich erst später gefeiert werden. Als Grund nennt der LGV-Vorsitzende Corona. Denn im Winter könne man ein solches Jubiläum mit logischerweise vielen älteren Teilnehmen nur in Innenräumen durchführen. Ins Auge gefasst ist laut Duppich, das 50-jährige Bestehen im Rahmen des Sparkassen-Invitational-Sportfestes im Frühjahr zu feiern. Obwohl Fitwi 2023 für Trier starten wird, soll der für den Spitzenläufer kreierte Wettkampf weiterhin in der Vulkaneifel durchgeführt werden.

Extra: LG Vulkaneifel

Die Leichtathletik-Gemeinschaft Vulkaneifel wurde am 4. Dezember 1972 von den Stammvereinen TuS Daun, SV Gerolstein, VfL Hillesheim und VfL Jünkerath gegründet. Diese vier Vereine gehören auch weiterhin der LGV an. Nach der LG Sieg ist die LGV damit die zweitälteste noch bestehende LG im Bereich des Leichtathletik-Verbands Rheinland und sogar in Deutschland. Leichtathletik-Gemeinschaften zu bilden ist seit 1969 möglich.