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US-System macht Eifelläufer Yannik Duppich noch schneller

Leichtathletik : US-System macht Eifelläufer noch schneller

Der Gerolsteiner Yannik Duppich kehrt als „South Atlantic Runner of the Year 2019“ nach einer erfolgreichen Crosslauf-Saison aus den USA für zwei Rennen in die Eifel zurück.

30:43 Minuten, mit so einer Zeit gehört man zu den besten 50 Deutschen im Zehn-Kilometer-Straßenlauf. Yannik Duppich ist diese Zeit aber aber nicht auf hartem Asphalt, sondern bei den US-amerikanischen College-Meisterschaften gelaufen. Der 29-Jährige belegte damit im kalifornischen Sacramento den 40. Platz.

„Nachdem ich nach vier Kilometern noch 60. war, konnte ich mich im Verlaufe des Rennens gut nach vorne arbeiten und mein selbstgestecktes Ziel per Punktlandung erreichen“, erzählt Duppich. Weshalb er unbedingt unter die besten 40 wollte? „Die Top 40 bekommen vom amerikanischen Verband die Auszeichnung 'All American' und werden mit einer Medaille geehrt. Dieser Titel ist eine der größten Auszeichnungen im amerikanischen Collegesport.“

Es ist nicht die einzige Auszeichnung, die Duppich in seiner zweiten Cross-Saison in den USA erhalten hat. Bei der South Atlantic Conference Meisterschaft siegte der Vorsitzende der LG Vulkaneifel in einem taktischen Rennen über acht Kilometer und wurde anschließend als „South Atlantic Runner of the Year“ geehrt. Beim Heimrennen seiner Queens University of Charlotte (North Carolina) war er zuvor über acht Kilometer in 24:17 Minuten Zehnter unter 500 Teilnehmern geworden.

Acht Kilometer beträgt auch die Renndistanz am 31. Dezember beim Bitburger 0,0% Silvesterlauf in Trier. Mit einer Zeit wie in den USA kann sich Duppich im Weltklassefeld des „deutschen Sao Paulo“ im vorderen Mittelfeld platzieren. Zuvor plant der Gerolsteiner noch einen Start über fünf Kilometer am dritten Advent in Zell an der Mosel.

Duppich studiert dank eines Sport-Stipendiums in den USA und arbeitet zur Zeit an seinem Master of Business Administration. „Dadurch dass der Stundenplan auf das Training abgestimmt ist und man außer der Uni keine Verpflichtungen hat, bleibt mehr Zeit zur Regeneration, zum Beispiel zum Schlafen oder für die Physiotherapie. Man ist insgesamt viel fokussierter auf den Sport und nicht so sehr abgelenkt“, erzählt er, was ihm am amerikansichen System gefällt. Der Stellenwert des Sports sei viel größer: „Die Stimmung war unglaublich und besser als bei Crosslauf-Europameisterschaften. Manche Unis reisen mit zum Teil 100 Fans durch die ganze USA um ihr Team vom Streckenrand aus zu unterstützen.“

Am kommenden Wochenende fliegt Duppich aus den USA erst nach Lissabon, um seinen LGV-Vereinskameraden Samuel Fitwi bei der Crosslauf-EM zu betreuen. Anschließend trainieren beide noch eine Woche gemeinsam an der Algave. Während Fitwi noch zwei Wochen im warmen Süden anhängt, geht es für Duppich nach Deutschland zum Zeller Adventslauf. „Ich die Woche in Portugal und die drei Wochen in Deutschland dazu nutzen mich zu erholen und im Grundlagenbereich trainieren“, erklärt Duppich. Denn im Januar beginnt in den USA die Hallensaison, für die er sich viel vorgenommen hat: die Qualifikation für die US-Collegemeisterschaften über 5000 Meter. „Im letzten Jahr benötigte man eine Zeit von 14:15 Minuten“, weiß Duppich, dass er dazu 5000-Meter-Hallen-Bezirksrekord laufen muss.

 Yannik Duppich aus Gerolstein (Mitte, hier nach einem Rennen, das auch sein Vater Klaus (Zweiter von rechts) bei einem Amerikabesuch verfolgte) hat in den USA gut trainiert und kommt zum Jahreswechsel zu zwei Rennen nach Deutschland zurück.
Yannik Duppich aus Gerolstein (Mitte, hier nach einem Rennen, das auch sein Vater Klaus (Zweiter von rechts) bei einem Amerikabesuch verfolgte) hat in den USA gut trainiert und kommt zum Jahreswechsel zu zwei Rennen nach Deutschland zurück. Foto: TV/privat

Yannik Duppichs Rennen in den USA