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Wirbel um Mockis Klassezeit

Nora Schmitz vom Post-SV Trier verbesserte sich über 5000 Meter auf 17:44,84 Minuten.
Nora Schmitz vom Post-SV Trier verbesserte sich über 5000 Meter auf 17:44,84 Minuten. FOTO: Holger Teusch
Koblenz. Diskussionen bei einem der besten deutsche Läuferabend: Sabrina Mockenhaupt lief beim 32. Mini-Internationalen in Koblenz 5000 Meter so schnell wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Zeit wird aber wohl ebenso wenig als Norm für die EM anerkannt, wie die Zeiten von drei Trierer Läufern für die U23-DM. Holger Teusch

Die Sache ist eigentlich klar: In den Nominierungsrichtlinien für die Leichtathletik-Europameisterschaft im August in Zürich steht, dass Zeiten aus gemischten Rennen im Stadion nicht anerkannt werden. Das wusste Sabrina Mockenhaupt. Trotzdem machte ihr Zwillingsbruder Markus auf den ersten knapp drei Kilometern des 5000-Meter-Rennens für sie, Maren Kock und die zweimalige Trierer Silvesterlauf-Siegerin Corinna Harrer (beide Regensburg) Tempo. Auch Dominik Werhan und Alexander Bock vom Post-SV Trier spielten auf Anfrage die Hasen für die Österreicherin Jennifer Wenth.

Mockenhaupt als Siegerin in 15:18,53 Minuten und auch Kock mit bayrischen Rekord von 15:22,75 Minuten blieben unter der EM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) von 15:28 Minuten. Wenth (15:36,96) und Harrer (15:41,73) erfüllten das Limit des europäischen Verbands (15:45). Bleibt die EAA bei ihren Prinzipien, berechtigen diese Resultate für die derzeit fünft- und sechstschnellste Europäerin aber nicht zur EM-Teilnahme.

"Mir ging es um das Ticket zur Team-EM", stellte Mockenhaupt klar, dass sie mit der Übernahme der deutschen Spitze auf einen Start bei der erstmals ausgetragenen Mannschafts-Europameisterschaft (21./22. Juni in Braunschweig) hofft. In Zürich möchte Mocki ohnehin Marathon laufen und ist auch über 10 000 Meter qualifiziert.

Ärgerlich ist die Situation für die Deutsche Hallen-Vizemeisterin Kock. Die 23-Jährige aus Lingen, die für Regensburg startet, ließ sich aber nichts anmerken: "Ich weiß, dass ich die Norm drauf habe, und muss jetzt nur ein passendes Rennen finden."

Bei den Männern blieb Philipp Pflieger (ebenfalls Regensburg) in 14:01,61 Minuten fast eine halbe Minute über der EM-Norm (13:35). Der Cross-EM-14. zeigte sich nach einer Stressfraktur im Kreuzbein im Winter aber zufrieden mit dem Resultat und hat Zürich noch nicht ganz abgeschrieben. Als Siebtplatzierter zeigte sich der luxemburgische Meister Pol Mellina in 14:07,73 Minuten stark verbessert. Bester Teilnehmer des Leichtathletik-Verbands Rheinland (LVR) war der 17-jährige Moritz Beinlich in 14:28,76 Minuten.

Mirco Zenzen verpassten die Norm für die Deutschen U23-Meisterschaften (15:00) in 15:02,59 Minuten knapp. Der 20-Jährige von der LG Vulkaneifel zeigte sich aber nach einem Verletzungsjahr mit einer Steigerung seiner Bestzeit auf um mehr als zehn Sekunden sehr zufrieden. Bestzeit lief auch 5000-Meter-Landesmeister Martin Müller (PST) in 15:20,88 Minuten.

Die U23-DM-Norm erfüllten dagegen Chiara Bermes und Dominik Werhan sowie bereits zum zweiten Mal Nora Schmitz (alle PST). Bermes lief als drittschnellste Frau über 1500 Meter 4:46,54 Minuten. Werhan stellte in 3:57,04 Minuten als Sieger des B-Laufs sogar einen persönlichen Freiluftrekord auf. Nur in der Halle war der 20-Jährige vor zwei Jahren schneller gewesen (3.56,01). Nora Schmitz steigerte ihre 5000-Meter-Bestzeit um mehr als zehn Sekunden auf 17:44,84 Minuten. Damit steht die 22 Jahre alte U23-Sechste der Halbmarathon-DM nun an siebter Stelle der "ewigen" Bezirksbestenliste. Nur haarscharf an der Vier-Minuten-Schallmauer über 1500 Meter vorbei schrammte Alexander Bock (PST) in 4:00,77 Minuten.

Ob Bermes' und Werhans Leistungen als Qualifikationszeiten für die U23-DM anerkannt werden, ist allerdings unsicher. Meldeschluss und Ende des Normerfüllungszeitraums war bereits einen Tag vor dem Koblenzer Rennen. Der DLV hatte es abgelehnt, für das traditionsreiche Mini-Internationale die Frist um 24 Stunden zu verlängern.

Ergebnisse:
Frauen, 1500 m: 3. Chiara Bermes (PST) 4:46,54 Minuten. 5000 m: 1. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) 15:18,53 Minuten, 2. Maren Kock (Regensburg) 15:22,75, 3. Jennifer Wenth (Österreich) 15:36,96, 4. Corinna Harrer (Regensburg) 15:41,73, 24. Nora Schmitz (PST) 17:44,84.
Männer, 1500 m, B-Lauf: 1. Dominik Werhan (PST) 3:57,04 Minuten, 9. Alexander Bock (PST) 4:00,77. 5000 m: 1. Philipp Pflieger (Regensburg) 14:01,61 Minuten, 7. Pol Mellina (Luxemburg) 14:07,73, 31. Moritz Beinlich (Kaisersesch/U20) 14:28,76, 63. Mirco Zenzen (LG Vulkaneifel) 15:02,59, 78. Martin Müller (PST) 15:20,58, 120. Justin Gloden (Luxemburg/M60) 17:31,80.
Abkürzung: PST = Post-SV Trier

Gesamtergebnisliste

Dominik Werhan (1. v.l.) und Alexander Bock vom Post-SV Trier zogen nach ihrem 1500-Meter-Rennen die Österreicherin Jennifer Wendt zur persönlichen 5000-Meter-Bestzeit von 15:36,96 Minuten.
Dominik Werhan (1. v.l.) und Alexander Bock vom Post-SV Trier zogen nach ihrem 1500-Meter-Rennen die Österreicherin Jennifer Wendt zur persönlichen 5000-Meter-Bestzeit von 15:36,96 Minuten. FOTO: Holger Teusch
Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) freute sich als Siegerin des Mini-Internationalen über 15:18,53 Minuten über 5000 Meter.
Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) freute sich als Siegerin des Mini-Internationalen über 15:18,53 Minuten über 5000 Meter. FOTO: Holger Teusch
Mirco Zenzen von der LG Vulkaneifel (451) freute sich über die neue 5000-Meter-Bestzeit von 15:02,59 Minuten.
Mirco Zenzen von der LG Vulkaneifel (451) freute sich über die neue 5000-Meter-Bestzeit von 15:02,59 Minuten. FOTO: Holger Teusch