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Zum großen WM-Glück fehlt Jan Stölben nur Medaille im Skilanglauf

Wintersport : Zum großen WM-Glück fehlt nur die Medaille

Manderscheider Skilangläufer Jan Stölben zieht trotz verpasster Staffelmedaille eine positive Bilanz seiner ersten Weltmeisterschaft.

Eine Medaille wäre natürlich die Krönung gewesen, aber am Abschlusstag der Junioren-Weltmeisterschaft der Skilangläufer im finnischen Vuokatti hatte es für die deutschen U-20-Athleten nicht zur erhofften Medaille im Staffelrennen am vergangenen Samstag gereicht. Elias Keck (TSV Buchenberg), Korbinian Heiland (SC Patenkirchen), Jan-Friedrich Doerks (SC Motor Zella-Mehlis) und Schlussläufer Jan Stölben aus Manderscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) mussten sich mit den fünften Platz zufrieden geben.

„Die Staffel war schon extrem bitter“, sagt Stölben. Taktik war, so lange wie möglich mit den großen Nationen des Nordischen Skisports mitzuhalten, um Stölben, der im Sprintrennen als Zehntplatzierter bester Deutscher war, in eine gute Ausgangsposition für die finalen fünf Kilometer zu bringen. Das gelang. Doerks klatschte den Manderscheider an zweiter Stelle liegend, 20 Sekunden hinter den am Ende auch siegreichen Norwegern und zehn Sekunden vor Russland ab.

„Es war auch definitiv nicht mein Tag“, sagt Stölben. Nach der ersten Runde schlossen die Verfolger aufschlossen. Stölben konnte den Anschluss nicht halten. Am Ende fehlte rund eine Dreiviertelminute auf einen Medaillenplatz. Dabei ist zu bedenken, dass die vier erstplatzierten Teams sich vor allen in den Abfahrten gegenseitig Windschatten geben konnten und dadurch einen Vorteil hatten gegenüber Einzelkämpfern hatten. „Selbst bei einem optimalen Tag wäre es knapp geworden und ich hätte die Platzierung wahrscheinlich auch nicht halten können“, schätzt Stölben die Dominanz der Skandinavier (Finnland wurde Vizeweltmeister), Italiener (Bronze) und Russen (Vierte) ein.

Alles in allem zufrieden zeigte sich Stölben gestern bei seiner Rückkehr in die Eifel. „Der zehnte Platz im Sprint war schon gut, auch wenn ich mehr gewollt habe“, sagt der ehrgeizige Sportler, der beim SLV Ernstberg das Skilaufen erlernte und 2017 ans Sport-Internat in Winterberg im Sauerland wechselte. Wegen seiner Sprint-Platzierung hofft der 19-Jährige nun auch nach Ausscheiden aus der U-20-Juniorenklasse auf einen Bundeskaderplatz.

Die Weltmeisterschaft war für Stölben trotz Corona-Einschränkungen und Wettkämpfen ohne Zuschauer ein Erlebnis, das ihm viele neue Erfahrungen brachte. „In Kombination mit der extremen Kälte war es schon hart“, erzählt er vom dicht gedrängten Programm mit drei Sprint- (Prolog, Vorlauf, Halbfinale), einem Zehn- und einem Fünf-Kilometer-Rennen innerhalb von sechs Tagen. Wegen Temperaturen unter minus 20 Grad waren am Mittwoch U-23-Rennen abgesagt worden. Dadurch musste Stölben 24 Stunden nach seinem (dadurch ebenfalls verschobenen) Zehn-Kilometer-Lauf wieder in der Staffel ran.

Für den Rest des Winters hofft der Manderscheider auf ein paar weitere Rennen. Anfang März soll es zum Alpencup nach Frankreich gehen. Kurz vor Ostern würde dann für Stölben und seinen Winterberger Trainingspartner Birger Hartmann die U-20-Titelverteidigung im Teamsprint bei den Deutschen Meisterschaften anstehen. „Falls es stattfinden kann, bin ich da optimistisch“, sagt Stölben.