1. Sport

Motorsport: Langstreckenserie NLS am Nürburgring mit Sieger Philipp Leisen

Motorsport : Langstrecken-Finale wie aus dem Drehbuch: Irreler siegt am Ring

Motorsport: Dritter Titel für Philipp Leisen – Piloten aus der Region schreiben an der Agenda der Ring-Serie wesentlich mit.

Mit einem spektakulären Finale, dessen Ausgang so nicht vorhersehbar war, und mit dem dritten Titelgewinn des Irreler BMW-Piloten Philipp Leisen ging am Wochenende die Nürburgring Langstreckenmeisterschaft (NLS) zu Ende. Zum Finale durften bei strahlendem Sonnenschein endlich wieder Tausende von Fans dabei sein. Die Nordschleifen-Profis aus der Region schrieben auch in dieser Saison, die zum großen Teil auch noch von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen war, mit vielen Klassensiegen, Top-Platzierungen und großartigen fahrerischen Leistungen bedeutende Kapitel der insgesamt neun Rennen über jeweils vier oder auch einmal über sechs Stunden.

Erst in der Schlussphase des wegen Nebels verkürzten 45. DMV Münsterlandpokals ebneten zwei sportliche Tragödien Philipp Leisen und Danny Brink im BMW 325i den Weg zum Titel. Ein Plattfuß der Titelaspiranten Christopher Rink, Philipp Stahlschmidt und Daniel Zils im BMW 330i verhinderte deren Sieg in der besser besetzten Klasse VT2 und damit den Titelgewinn. Als dann die ebenfalls mit den besseren Chancen ausgestatteten Daniel Blickle, Tim Scheerbarth und Max Kronberg im Porsche 718 Cayman GT4 CS eine um 1,5 Sekunden (!) zu kurze Standzeit hinlegten, die einen weiteren Boxenstopp zur Folge hatte, war der Weg für Leisen und Brink frei.

„Das ist einfach unglaublich. Ich bin heute Morgen völlig ohne Erwartungen hierhin gekommen. Wir sind total unbekümmert gefahren. Für mich war eigentlich klar, dass das nicht mehr funktionieren kann. Wir haben uns letztlich einen Fehler weniger erlaubt als die anderen“, sagte Philipp Leisen nach dem letzten Seriensieg in der Saison in der Klasse V4.

Ein Top-Rennen lieferte zum Finale der Karlshausener Arno Klasen im Audi R8 LMS GT3 als Siebter ab. Klasen und drei Rennen lang Rudi Adams aus Nohn fuhren eine beeindruckende Saison in dem grauen R8 LMS mit der Startnummer 50, in der Top-Liga, der SP-9.

Kein Wunder, dass er ein zufriedenstellendes Saisonfazit zog: „Wir hatten seit dem 6h-Rennen am Setup noch etwas gefunden und außerdem für den letzten Stint am Samstag noch eine neue Reifenmischung bekommen.“ Dem Eifeler Kollegen gönnt er den Titel: „Wenn du eine Meisterschaft gewinnen möchtest, dann muss alles passen. Nicht nur schnelle Fahrer und ein gut vorbereitetes Auto. Auch Strategie und Boxencrew. Da haben die anderen halt zu viele Fehler gemacht und Philipps Team nicht.“

Anders sieht dagegen der Rückblick bei Rudi Adams aus: „Die Saison 2021 war für mich kurz. Ich bin nur die ersten drei Rennen gefahren. Durch die wirtschaftliche Corona-Lage war es sehr schwierig, Sponsoren zu finden. Ich hoffe, dass meine Motorsport-Karriere nicht so endet wie in diesem Jahr, sondern dass ich in 2022 wieder eine volle Saison fahren kann.“

Auch andere Fahrer aus der Region, wie etwa das Vater/Sohn-Gespann Axel und Max Friedhoff aus Bergweiler im Porsche 718 Cayman GT4 haben ihren Anteil an der Agenda dieser Saison. Oder Rennprofi und Instruktor Christian Menzel und sein Sohn Nico (Kelberg),  der mittlerweile konstante Top-Ten-Ergebnisse im Porsche 911 GT3 einfährt. Auch wenn sie im Rennen um den Gesamttitel nicht immer jene Schlagzeilen bekommen haben, die sie eigentlich verdient gehabt hätten.

Sie alle sind ein Teil der von der VLN ausgerichteten Nürburgring Langstrecken-Serie. Sie ist die größte Motorsportmeisterschaft der Welt. Neunmal im Jahr starten rund 170 Rennfahrzeuge – von seriennahen Renntourenwagen bis zum ausgewachsenen GT3-Boliden mit über 500 PS. Sie tun das auf einer der schönsten und anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt, der Nürburgring-Nordschleife.