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1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring

Motorsport : Die stilvolle Rückkehr in die Grüne Hölle

1000-Kilometer-Rennen: Am Samstag geht wieder die ganz große Ring-Geschichte  auf die Strecke.

Kein anderes motorsportliches Großereignis in rund sieben Jahrzehnten kann mehr über diese legendäre Rennstrecke in der Eifel erzählen als das 1000-km-Rennen. 1953 zum ersten Mal ausgetragen siegten fast alle Großen aus der Sportwagenweltmeisterschaft, aus der Formel 1, und hinterließen die Spuren von einzigartigen Duellen zwischen Hatzenbach, Hohenrain, Galgenkopf, Antoniusbuche und zum Schluss im tosenden Speed auf der Döttinger Höhe. Im vergangenen Jahr kehrte das Rennen mit den alten „Schlachtrössern“ zurück.

Am Wochenende steigt die Neuauflage. Um 12 Uhr am Samstag wird das ultimative Highlight des Langstrecken-Rennsports am Nürburgring auf der Start- und Zielgeraden freigegeben. Immer war es üblich, das Rennen im sogenannten Le-Mans-Start freizugeben. Einem historischen Prozedere, bei dem die Fahrer quer über den Kurs zu ihren Fahrzeugen laufen, die auf der anderen Seite fein säuberlich hintereinander aufgereiht, mit laufendem Motor warten. Dann geht es für besagte 1000 Kilometer, höchstens aber 405 Minuten, über die Grand-Prix-Strecke und die Nordschleife mit Fahrzeugen, die alle ein Stück Motorsportgeschichte darstellen.

Kein Wunder, denn die ganz Großen der vergangenen Jahrzehnte haben hier schon mit Boliden aus Deutschland, Italien, England, den Vereinigten Staaten oder auch aus Asien ihre Spuren hinterlassen und sich unvergleichliche Rad-an-Rad-Duelle geliefert. Angefangen von Heroen wie Alberto Ascari, Sir Stirling Moss, Phil Hill, dem schnauzbärtigen Schweizer Jo Siffert bis zu den deutschen Größen wie Rolf Stommelen, Jochen Maass, Hans-Joachim Stuck oder dem ständigen Pepita-Hut-Träger Hans Heyer.

Fast sieben Stunden Rennen am Samstag – mit bis zu vier Fahrern je Teilnehmer-Fahrzeug – liegen vor den Fans auf den Naturtribünen und auf den überdachten Zuschauerplätzen an der Start- und Zielgeraden. Für die Fans ist am Samstag und auch am Sonntag bei Rahmenrennen und historischen Demo-Läufen Gelegenheit, den alten Langstreckenklassikern in den Boxen so nahe zu kommen wie sonst nie:  Gridwalk, offene Paddocks, Dependancen der historischen Markenclubs in beiden Fahrerlagern sorgen für eine stilvolle und authentische Rückkehr der „Großen Jahre“ mit bis zu 250.000 Zuschauern in den 1950er und 1960er Jahren  in die „Grüne Hölle“.

Der eigentlich vorgesehene Revivalsprint am gestrigen Freitag mit Tourenwagen, GT und zweisitzigen Rennsportwagen der Baujahre 1947 bis 1965 wurde auf nächstes Jahr verschoben.  Dann mit einem neuen Ansatz und einem neuen Konzept. „Wir haben unterschätzt, dass viele Eigner nur noch sporadisch ihre offenen Sportwagen und GTs, welche auf der Grand-Prix-Strecke für 45 Minuten an den Start gehen sollten, bewegen. Dann aber nicht unbedingt in einem Rennen unter sportrechtlichen Bedingungen“, führt Orga-Leiter Henning Meyersrenken als Grund für diese Maßnahme an.

Am Samstagmorgen geht es im Zeittraining los, wenn die zwar betagten, aber rennsporttauglichen Zeitzeugen des großen alten Langstreckensports von den frühen 1950er Jahren bis zur Jahrhundertwende die Startreihenfolge unter sich ausmachen.

Tickets gibt es im Internet unter
www.nuerburgring.de und an den geöffneten Kassen an den Tribünen oder an den Campingplätzen.

(jüb)