Autocross: Von Eifel-Killern und Cross-Piraten

Motorsport : Von Eifel-Killern und Cross-Piraten

Regen, Nebel und Schlamm beim Saisonfinale der Autocrosser auf dem Islek.

Von wegen Goldener Oktober. Im rauen Islek, dem nordwestlichen Teil der Eifel an der Grenze hin zu Belgien und Luxemburg, herrschten am Wochenende quasi „Top-Bedingungen“ für eine Art des Motorsports, die unter diesen Umständen erst ihren Namen so richtig verdient: Autocross.

Bei Nebel, Dauer-Landregen, glitschigen Wiesen, verschlammter Piste und oft vor Dreck und Matsch kaum noch als ganzheitliche Silhouette  zu erkennenden Fahrzeugen, trafen sich die Hardcore-Fahrkünstler aus dem Off. Es stand an das neunte  und damit auch finale Wochenende der Südwestdeutschen Autocross-Vereinigung (SWASV). Auf eigens dafür mit viel Aufwand hergerichteten Kursen, aber ohne Schaden an der Natur zu nehmen, werden in Rennen in Deutschland, Belgien und Luxemburg die besten und wagemutigsten Auto-Crosser ermittelt.

Auf der 850 Meter langen, hügeligen Offroad-Piste in den „Krautscheider Laachen“ herrschte am Wochenende wieder Hochbetrieb. Und auch, wenn es wild aussieht, wenn die  Tourenwagen, Cross-Karts und die Spezial-Autocross-Fahrzeuge sich auf den bestens präparierten, aber eben dennoch morastigen Steigungen, Abfahrten und Kurven Rad an Rad duellieren, geht alles nach den Regeln des zuständigen Verbands SWASV zu.

„Autocross hat feste Regeln“, sagt Thomas Loskyll vom ausrichtenden ACL Krautscheid. „Auch wenn die Fahrzeuge zum Teil sehr abenteuerlich aussehen, so geht nichts ohne technische Abnahme. Und auch wenn wir hart gegeneinander fahren, so geht doch die Sicherheit aller Beteiligten vor.“ Loskyll betreibt schon über 20 Jahre aktiv  Autocross-Rennen, ist zudem Fahrersprecher im Verband und mit der gesamten Familie auch im Club aktiv.

Doch dieser Exoten-Motorsport ist nicht nur etwas für die Männer und auch die zahlreichen Amazonen aus der Eifel, aus den umliegenden Ortschaften aus Belgien  und aus Luxemburg.  Viele Privatiers, die mit Begeisterung an ihren urigen Maschinen mit dem vorgeschriebenen Käfig schrauben, sich an das vorgeschriebene Regelwerk halten und zum Teil schon zwei Tage vorher mit dem Wohnmobil  anreisen und im nahen Fahrerlager übernachten,  gehören zum Tross der insgesamt 17 Rennen, die an diesem Wochenende ausgetragen wurden.

Autocrosser sind wahre Steuerkünstler in ihren Käfigen auf den Krautscheider Laachen. Foto: Jürgen C. Braun. Foto: TV/Picasa

Von den Crosskart-Junioren über Tourenwagen, Supertourenwagen, Spezials-Autocross bis hin zum Käfer-Cup und zum Ladies-Cup.  Die bildeten am Sonntag den abschließenden Höhepunkt. Kein Wunder, bei „crosswütigen“ Damen vom 2Team Eifelkiller“, den „MSF Hornetts“ oder den „Cross-Piraten“. Und dann ist wieder Ruhe in den berüchtigten „Krautscheider Laachen“, zumindest bis zum Saisonbeginn 2020.

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