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Motorsport
Ein Bitburger mit Herz fürs Ausgefallene

Im Fokus der Autogrammjäger: Thomas Mutsch.
Im Fokus der Autogrammjäger: Thomas Mutsch. FOTO: Volksfreund / Picasa
NÜRBURGRING. Von Jürgen C. Braun

James Glickenhaus ist das, was man einen Selfmade-Man nennt:  Investment-Manager, Drehbuchautor, Produzent. Vor allem aber ist der 67jährige US-Amerikaner rennsport-verrückt. Niemand weiß das besser, als der Bitburger Thomas Mutsch, der auch in diesem Jahr eines der beiden spektakulärsten Autos des gesamten 24-Stunden-Starterfeldes  auf dem Nürbrurgring gefahren ist.

SCG003 Competizione  (steht für Scuderia Cameron Glickenhaus) heißt der etwa 520 PS starke Bolide, dessen Optik an ein LMP-1-Fahrzeug von Le Mans erinnert.  2015 tauchte Glickenhaus erstmals mit  seinen  äüßerst eigenwilligen Rennern beim 24-Stunden-Rennen in der Eifel auf.  Ein für dieses Projekt ins Leben gerufene Team  designte und baute ein eigenes Carbon-Chassis, entwarf ein Aerodynamik-Konzept, das niedrigen Luftwiderstand mit hohem Abtrieb miteinander optimiert.

2017 mischten die beiden Renner, die einen regelrechten Hype unter den Fans auslösen,  die geballte Konkurrenz von Porsche, Mercedes-AMG, Audi und BMW auf. Sie dominierten das 24-Stunden-Quali-Rennen. Doch das große Problem der Eigenbau-Exoten ist die Haltbarkeit der Technik. Weshalb es bisher nichts wurde mit dem (Fern)-Ziel, das „größte Rennen der Welt“ in der Eifel einmal gewinnen zu können.

„Die Ungewöhnlichkeit des Projektes“, sagt Mutsch, „ist es, die mich daran reizt.“ Er ist ein Seelenverwandter von Glickenhaus. Einer, der eher das Ausgefallene als das Gewöhnliche sucht.  Der 39-Jährige fuhr während seiner Karriere über die bulligen V8-Star, die ultraflachen Ford GT1 von Matech Competition oder einen Wiesmann R-GT stets Renner, die aus dem Rahmen fielen.

In diesem Jahr war der Eifeler für den New Yorker Milliardär das vierte Mal im 24-Stunden-Einsatz.

Nach turbulentem Rennverlauf stand unter dem Strich Platz 19. Und die Gewissheit, dass das Projekt Glickenhaus noch (lange) nicht am Ende ist.