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Eifeler Alex Schneider gewinnt zum zweiten Mal die NSU Trophy

Motorsport : Ein Eifeler und seine Liebe für alte Klassiker

Alex Schneider aus Bleckhausen (Vulkaneifelkreis) wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal Meister der „NSU Trophy“.

Alex Schneider (20) aus Bleckhausen in der Eifel wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal nach 2019 in seinem 109 PS starken, neu aufgebauten NSU TT 1300 von 1970 Meister der NSU-Trophy beim sogenannten „Kampf der Zwerge“, einer ganz besonderen Art des historischen Motorsports.

Was ist das für eine besondere Beziehung zwischen einem 20-jährigen jungen Mann und einer Technik aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts? Die Geschichte eines ganz besonderen Jahres und einer ganz besonderen Familie.

Wer diese „fliegenden Hasenkästen“, auf maximale Leistung und größtmögliches Durchhaltevermögen getrimmten kleinen Alltagsautos aus den 1960er und 1970er Jahren einmal im Schwarm kreisch­end, wie festgeklebt auf dem Kurs erlebt hat, der mag eine Ahnung jener Faszination verspüren, die auch einen jungen Mann, der zwischen Downsizing, Hybrid und Tesla aufgewachsen ist, nicht mehr loslässt.

„Es ist die alte Technik und natürlich das sportliche Fahren. Der Wettbewerb mit Konkurrenten, die in Renn­autos unterwegs sind, die eine ähnliche Geschichte haben. Das gibt es sonst nirgendwo“, versucht Alex die Aura des „Kampfs der Zwerge“ zu erklären. Technik, Mobilität im Allgemeinen, das Ungewöhnliche: So etwas hat es ihm angetan. Bis zum nächsten Jahr absolviert er noch eine Ausbildung zum Fluggeräte-Mechaniker in Büchel. Alex ist Zivilist, Arbeitgeber die Bundeswehr. Nach der Ausbildung stehen ihm alle Wege offen. „Die möchten schon, dass ich bleibe“, sagt er.

Was er macht, das macht er ganz. Oder eben gar nicht. Schon in Kinderjahren aus dem Kartsport gekommen, fährt er eine saubere Linie. Runde für Runde wie ein Strich. Kein wildes Harakiri. Er kann sich in eine Strecke „hineinlesen“, sich mit ihr vertraut machen. So wie in diesem ganz besonderen Corona-Jahr, in dem viele Rennen dem Opfer fielen, in Dijon, einem neuen Kurs.

Dass die Heimatstrecke, der Nürburgring, in seiner Favoritenliste hoch im Kurs steht, – neben Zandvoort – versteht sich von selbst. Bei den 24h Classics im Rahmen des 24h-Rennens im September war er in diesem Jahr – „aber nicht mit meinem Auto“ – ebenfalls auf NSU TT mit seinem Kumpel Stefan Schmelter unterwegs.

Immer dabei Vater Wolfgang und Mutter Jutta. Die gesamte Familie lebt mit und für die Fahrzeuge aus Neckarsulm. So wie schon der Großvater. Wolfgang Schneider ist einer der meist gefragtesten NSU-Experten Deutschlands, baute schon manches zwei- oder vierrädrige Exemplar für das NSU-Museum in Neckarsulm auf. Und die Mutter ist so etwas wie der „Reisemarschall“, die alles im Griff hat, wenn die Familie in Sachen „Kampf der Zwerge“ unterwegs ist.

Jetzt, im Winter, steht der NSU TT, mit dem Alex schon von seiner Mutter in den Kindergarten gefahren wurde, zu Hause in der Werkstatt in Bleckhausen. Wird vollkommen überholt, Motor raus, auf Vordermann gebracht für die nächste Saison. Denn dass es die geben wird, steht für Alex und „NSU Schneider“ aus der Vulkaneifel fest. Dann will Alex wieder angreifen: In der NSU Trophy und im Kampf der Zwerge. Denn in diesem Jahr, so sagt er in falscher Bescheidenheit, „wurde ich nur nur Meister der NSU Trophy und nicht wie ein Jahr zuvor auch Gesamtsieger im Kampf der Zwerge.“ Da wurde er „nur“ Dritter.

 Alex Schneider im NSU TT.
Alex Schneider im NSU TT. Foto: TV/Jürgen C. Braun

Ein „nur“, dass den jungen Mann und seine ganz besondere Beziehung zum alten Blech und zur alten Technik ehrt.