1. Sport
  2. Motorsport

Ein Klausener rast bei der Rallye Dakar durch die Wüste

DAKAR/KLAUSEN : Furchtlose Frischlinge in der saudischen Wüste

Mit einem erst 18-jährigen US-Piloten bestreitet Dennis Zenz aus Klausen seine erste Rallye Dakar.

Zwei Rookies auf dem Weg durch die Wüste: Rallyeprofi Dennis Zenz (30) aus Klausen (bei Wittlich) wird vom 3. bis 15. Januar 2021 gemeinsam mit seinem US-amerikanischen Fahrer Seth Quientero (18) die ebenso umstrittene wie herausfordernde Rallye Dakar bestreiten. Zenz gehört zum im vergangenen Jahr gegründeten Red Bull Offroad Junior Team. Dessen Ziel ist es, junge Piloten an die Weltspitze heran zu führen.

Ob er wisse, auf was er sich da eingelassen habe, wollte der Volksfreund von Zenz wissen, der seit einigen Jahren bei On- und Offroad-Rallyes mit verschiedenen Piloten sein Geld verdient. Denn sein Fahrer, Seth Quintero, aufgewachsen im kalifornischen San Marcos, ist der jüngste Pilot, der die Rallye jemals bestritten hat. Er wurde am 12. September dieses Jahres gerade mal 18 Jahre alt.

Aber der Mann aus Klausen hat vollstes Vertrauen in den jungen Burschen an seiner Seite im Rallyekäfig.  „Es ist eine einmalige Chance. Wir sind im Oktober die Andalucia-Rallye in Spanien gefahren und konnten uns dabei als Team zum ersten Mal aneinander gewöhnen“, sagt Zenz: „Für uns beide wird es die erste Teilnahme an der Rally Dakar sein.“

Quientero ist im Offroad-Sport das, was man ein „Wunderkind“ nennt. Mit vier Jahren zum ersten Mal im Quad, dann weiter in den jüngsten Klassen dieses motorisierten Marathonsports, war er früh bei den „Großen“ angekommen.  Nun stehen Quientero und Zenz erst einmal bis Mitte des kommenden Jahres bei Red Bull unter Vertrag. Sie fahren wie auch zwei andere Red-Bull-Juniorteams einen sogenannten „OT3“. Das ist ein  Buggy, das speziell für Wüstenrallys konzipiert wurde und den „Greenhorns“ den Einstieg etwas erleichtern soll.

Zwar keinen „Schiss“, aber Respekt hat Zenz, der neben der nationalen Deutschen Rallyemeisterschaft im Team von Ex-Europameister Armin Schwarz schon seit etlichen Jahren Offroad-Erfahrung gesammelt hat, schon. „Das ist natürlich alles Neuland für mich. Vor allem die Größenordnung.“ Und das, obwohl die Dakar im kommenden Jahr die geringste Teilnehmerzahl seit 25 Jahren aufweist. Corona hat auch hier einige regelmäßige „Wüstenfüchse“ davon abgehalten, das Abenteuer in Saudi-Arabien anzugehen.

Die Dakar, die in den vergangenen Jahren in Südamerika (Argentinien, Chile, Peru) ausgetragen wurde, wird in diesem Jahr komplett in Saudi-Arabien über die Bühne gehen. An insgesamt zwölf Tagen sind bis zum 15. Januar insgesamt 10 000 Kilometer zu bewältigen. „Ich habe großen Respekt vor der für mich noch sehr ungewohnten Kompass-Navigation und bin noch fleißig am lernen“, sagt Zenz. Eingewiesen wird er dabei von Dirk von Zitzewitz. Der Rallyeprofi aus Schleswig-Holstein hatte mit Yazeed Al-Rajhi im Toyota Hilux bereits die Dakar gewonnen. 

In Dubai, wo auch die Weihnachtsfeiertage verbracht wurden, hat sich das Team vier Wochen lang bei unterschiedlichen Tests intensiv auf das Wüsten-Abenteuer vorbereitet. Zenz: „Wir werden von hier aus kurz vor Beginn der Rallye nach Riad fliegen. Die ganze Veranstaltung läuft unter strengsten Corona-Vorgaben ab.“ Ergebnis-definierte Ziele hat sich das Red-Bull-Juniorteam keine gesetzt. „Es geht für uns darum, möglichst viel zu lernen und die Challenge zu Ende zu fahren.“

Dennis Zenz (30) aus Klausen. Foto: TV/Red Bull Media

An prominenten Namen in der Starterliste fehlt es dennoch nicht. Rallye-Rekordweltmeister und mehrfacher „Deutschland“-Sieger Sébastien Loeb und sein bewährter Beifahrer Daniel Elena fehlen genauso wenig wie der zweimalige Dakar-Sieger Nani Roma. Beide sind unterwegs in zwei Landrover Defender, die als „Medical Car“ umgebaut wurden. Zu den Top-Favoriten gehören im nächsten Jahr erneut Nasser Al-Attiyah im Toyota Hilux wie Carlos Sainz und Stephane Peterhansel in den Mini-Buggys von X-raid aus dem hessischen Trebur.