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Motorsport: Wolsfelder Bergrennen steht auf der Kippe

Motorsport : Für die Katz oder für die Fans?

Was ist eigentlich mit dem Wolsfelder Bergrennen an Pfingsten? Kann die Traditionsveranstaltung ausgetragen werden? Beim EMSC Bitburg rauchen derzeit die Köpfe. Ein besonderes Event wird definitiv ausfallen.

An Pfingsten ist Bergrennen in der südlichen Eifel. Basta! Das ist Fakt. Seit fast 60 Jahren. Bis auf vergangenes Jahr, da fiel das Rennen flach – wegen Corona. Und dieses Jahr? Wie sieht es am 23. und 24. Mai zwischen Wolsfeld und Wolsfelderberg aus? Wird das Dorf wieder im Rennfieber liegen? Und wenn ja: mit oder ohne Fans? Die Frauen und Männer vom ausrichtenden Eifelmotorsportclub (EMSC) Bitburg haben einen festen Plan. Und eine ebenso feste Antwort auf all die Fragen.

Nachfrage bei den Veranstaltern. Was ist jetzt mit dem Bergrennen 2021? Lange wird man sich nicht mehr zieren können. So wie im vergangenen Jahr, als Corona zum ersten Mal seit 58 Jahren die gut 1600 Meter ausgangs der Holsthumer Straße im wahrsten Sinne des Wortes stilllegte. Damals gaben die Bitburger sehr früh ein deutliches Signal an Fahrer, Teams, Helferinnen und Helfer, Fans und vor allem an die Menschen in Wolsfeld: „Tut uns leid, Leute. Aber das wird nix mehr in diesem Jahr.“ Berg-Cup, Deutsche Meisterschaft, Luxemburger Meisterschaft hin oder her. Die Gesundheit hat Vorrang.

Und dieses Jahr? Christoph Schackmann und seine Mannschaft sind derzeit nicht zu beneiden. Der Präsident des Eifel- und Motorsportclubs muss mit seiner großen Schar von Helferinnen und Helfern derzeit zweigleisig fahren. Entweder für die Katz oder für die Fans. Dass sie den Sommernachtsball, von dem der Verein immer finanziell gezehrt hat, wie bis 2019 immer gewohnt veranstalten können, das hat man sich inzwischen abgeschminkt.

„Ein Festzelt, mit vielen Menschen dicht an dicht gedrängt auf den Sitzplätzen oder an der Biertheke: Das wird es nicht geben.“ Eine solche Veranstaltung, davon ist man beim EMSC Bitburg überzeigt, wird nicht wieder stattfinden, bevor Corona kein Thema mehr ist.

Dabei war die sogenannte „Preview-Party“, bevor der Tanz um das goldene Bit-Fässchen am nächsten Tag losging, immer so etwas wie eine (Über)Lebensversicherung für den EMSC. Schließlich brauchte man auch einen Notgroschen für Reparaturen, neue Ausstattungen und so weiter.

Schackmann mailt und telefoniert derzeit am laufenden Band mit Vereinen, die ebenfalls betroffen sind. Der Bergpreis des Motorsportclubs Schotten, traditionell der erste DM-Lauf, ist bereits abgesagt. „Die sind immer zwei Wochen vor uns dran. Und Eschdorf hat auch schon die Segel gestrichen.“ Eschdorf, das ist das „luxemburgische Wolsfeld“. Das bedeutendste Bergrennen im Nachbarland. Viele Fahrerinnen und Fahrer gehen zweimal an den Start. Hier und jenseits der Grenze.

Bis Ende März, erklärt Schackmann, müsse man sich festlegen. Definitiv. „Spätestens dann beginnt die Genehmigungs-Maschinerie zu rollen. Und dann fängt es an, Geld zu kosten.“ Und schließlich könne man ja auch nicht alle hinhalten bis auf den „letzten Drücker.“ Die Teilnehmer, die Vereine aus Wolsfeld, die zum großen Teil von den Einnahmen leben – und letztendlich auch nicht das Dorf selbst: „Ohne Zuschauer fahren wir nicht. Auf gar keinen Fall. Wir können nicht dahinkommen, denen das Dorf auf den Kopf stellen und sagen, jetzt bleibt alle mal schön im Haus und geht nicht vor die Tür, bevor wir wieder weg sind. Die fragen sich dann doch, ob wir bekloppt sind.“

Eine Tendenz sehe er zwar schon, aber noch habe er Hoffnung, sagt Schackmann. Verlegen auf einen späteren Termin, das war auch 2020 schon sehr früh aus organisatorischen Gründen kein Thema gewesen.

So auch dieses Jahr: Pfingsten oder gar nicht. Anfang der Woche habe er mit Glasbach telefoniert. Der erste EM-Lauf in jedem Jahr. „Die stehen vor den gleichen Problemen wie wir. Aber man kann halt nicht werten bis ultimo.“

Derzeit liefen die Vorbereitungen im Team des EMSC Bitburg. Dort sind alle aufeinander eingespielt. Ein Videomeeting folgt auf das nächste. Beim EMSC tun sie, was in ihrer Macht steht. Denn schließlich, und daran lässt der EMSC-Boss keinen Zweifel, „wollen wir ja wiederkommen und ein Rennen durchführen, so wie es alle gewohnt waren. Und in Wolsfeld soll man sich auf uns und unser Rennen freuen.“