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Motorsport
„Sehr heftig draußen“: 24h-Rennen wegen Starkregen und Nebel unterbrochen

FOTO: Jürgen C. Braun
Nürburgring. Erst Starkregen, dann Nebel: Dreieinhalb Stunden vor dem Ende ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring am Sonntag aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Von Jürgen C. Braun mit dpa

„Für mich war die rote Flagge absolut die richtige Entscheidung. Die Sicht ist wirklich grauenhaft“, sagte Mercedes-AMG-Pilot Luca Stolz. Er führte zum Zeitpunkt der Unterbrechung in seinem werksunterstützten Mercedes mit 4:25 Minuten Vorsprung auf einen Werks-Porsche.

Nachdem in der Nacht bereits ein Unwetter für chaotische und teils grenzwertige Bedingungen gesorgt hatte, entschloss sich die Rennleitung am Sonntag um 12.00 Uhr wegen des immer dichter werdenden Nebels für die Renn-Unterbrechung. Sollte der Langstreckenklassiker noch einmal gestartet werden, wird das Rennen trotzdem um 15.30 Uhr beendet werden.

Unterschiedliche Belag-Verhältnisse und schmierige Bedingungen auf den verschiedenen Streckenabschnitten machten den Piloten zu schaffen.

Dazu gesellt nun nach rund drei Viertel des Rennens mit den fortwährenden Ermüdungs-Erscheinungen das übliche Procedere eines Regenrennens, das sich wie folgt äußert: Das Agieren im Cockpit an der höchsten Belastungsgrenze im ständigen Gischt der vorderen Fahrzeuge. Genauso wie Überholmanöver, bei denen das Fahrzeug auf dem glitschigen, nassen und vom Reifenabrieb gezeichneten Untergrund mehr als einmal aus zu brechen droht.

Alle noch im Rennen verbliebenen Piloten sind nach etwa drei Viertel der 24-Stunden-Distanz extrem angespannt und gefordert. Der Ferrari 488 GT3 #22 mit dem Kelberger Christian Menzel und Oliver Kainz (Daun / Mayen), war das erste Auto, das in der Nacht gegen 230 Uhr auf Regenreifen gewechselt hatte.

An der Spitze zog ungeachtet des ungemütlichen und vom permanenten Regen gezeichneten Rennens der Porsche mit der Startnummer 911 lange seine Bahnen an der Spitze wie ein Uhrwerk. Der Abstand zu den Verfolgern vergrößerte sich bis zum Einbruch der Nacht kontinuierlich, in fast jeder Runde um ein paar Sekunden. Einzig die Teamkollegen mit der Nummer 912 konnten das Tempo mitgehen.

Doch in der elften von 24 Rennstunden erwischte es den lange führenden Manthey-Porsche. Aus nach Unfall und an der Spitze wurden die Karten neu gemischt. Bis in den frühen Sonntagmorgen wechselte die Besetzung von Position 1 munter zwischen dem zweiten Manthey-Porsche mit der Startnummer 912 und dem Black Falcon Mercedes AMG GT3 (#4), Langsam aber stetig nach vorn gearbeitet hat sich der Vorjahressieger, der Land Audi R8 LMS #1, der in den frühen Morgenstunden auf Rang vier vorfuhr.

Pech hatte der Bitburger Thomas Mutsch im Boliden der Scuderia Glickenhaus, (#705), nachdem Teamkollege Jeff Westphal mit dem Auto auf regennasser Fahrbahn einen Einschlag hatte und das Fahrzeug längere Zeit an der Box „behandelt“ werden musste. Eine Stopp-an-Go-Strafe von 1:32 Minuten musste der Karlshausener Arno Klasen im Getspeed-Porsche #57 gegen 7,50 Uhr wegen Missachtung von Flaggensignalen kassieren.

Über starke Probleme mit der Sicht klagten die beiden Stuck-Brüder Johannes und Ferdinand, die gemeinsam mit Max Friedhoff (Bergweiler bei Wittlich) einen KTM X-Bow GT4 pilotieren. Sie meinten aber auch: „Als die Sonne aufgegangen ist, war es zwischendurch mal ganz schön draußen. Ansonsten aber ist es sehr heftig draußen.“