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Rennen nur in einem Land
Spurensuche im peruanischen Sandkasten: Rallye Dakar

 Stéphane Peterhansel in der peruanischen Wüste. Foto: Ricardo Mazalan/AP
Stéphane Peterhansel in der peruanischen Wüste. Foto: Ricardo Mazalan/AP FOTO: Ricardo Mazalan
Lima. Vor der Tortur durch den peruanischen Sandkasten gönnte sich „Monsieur Dakar“ Stéphane Peterhansel noch einen Ausflug nach Machu Picchu. Von Martin Moravec und Juan Garff, dpa

Auf den Trockenmauern sitzend genoss der französische Rekordsieger des strapaziösen Offroadabenteuers den beeindruckenden Panoramablick über die weltberühmte Inka-Stadt. Auf Peterhansel, Vorjahressieger Carlos Sainz, Herausforderer Sébastien Loeb&Co. wartet mit dem Auftakt der 41. Auflage der Rallye Dakar am Sonntag in Perus Hauptstadt Lima eine undurchsichtige Herausforderung. „Man muss inmitten dieses Meeres an Dünen, dieser Berge an Dünen die richtigen Passagen finden“, verkündete Peterhansel.

Auf der auf rund 5000 Kilometer und nur noch zehn Etappen eingedampften Odyssee sind bis zum Finale in Lima am 17. Januar die Fährtenleser gefragt. 70 Prozent der erstmals nur in einem Land ausgetragenen gefährlichen PS-Jagd führen die Piloten durch Sand. „Ich mag die Dünen“, sagte der neunmalige Rallye-Weltmeister Loeb. „Der Schlüssel zum Sieg auf dieser Art des Untergrundes ist es, nicht im Sand stecken zu bleiben.“

Keine Frage. Und auf Rückschläge hat der Franzose keine Lust mehr. Loeb will die Dakar bei seiner vierten Teilnahme endlich als Sieger bezwingen. Der Mann aus dem Elsass führte sowohl bei seiner Premiere 2016 als auch 2017 die Wertung an. 2016 schloss er nach einem Crash die Rallye als Neunter ab, 2017 verpasste er nach einem technischen Defekt als Zweiter nur knapp den Gesamtsieg bei dem Klassiker, der immer wieder auch Menschenleben gefordert hat. Im vergangenen Jahr musste Loeb nach einer Verletzung seines Beifahrers Daniel Elena an zweiter Stelle in der Gesamtwertung liegend aufgeben.

„Ich bin noch immer hungrig auf den Sieg“, versicherte Loeb. Nach dem Ausstieg von Peugeot startet der Rallye-Star nicht mehr für einen Werksrennstall. Mit seinem Co-Piloten Elena tritt er für das private Team PH Sport an, das ihm erneut einen Peugeot zur Verfügung stellt.

Neue Teams nach dem Rückzug der Franzosen haben auch Peterhansel und Sainz, die nun beim Mini-Team X-Raid aus Hessen unter Vertrag stehen. Der Südafrikaner Giniel de Villiers und sein deutscher Co-Pilot Dirk von Zitzewitz starten wieder für Toyota. „Das wird sicher keine leichte Dakar und wir werden zehn Etappen lang hart arbeiten müssen. Dabei werden wir viel Sand in den Schuhen haben und auch jede Menge Staub schlucken“, meinte von Zitzewitz.

Seit 2009 findet mittlerweile die ursprünglich in Afrika ausgetragene Rallye in Südamerika statt - auch aus Sicherheitsgründen und wegen der Terrorgefahren in Afrika. 9000 Sicherheitskräfte sollen in Peru für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Und dann ist da noch ein Team von gut 120 Archäologen und Experten sowie 400 in den vergangenen Monaten ausgebildeten Hilfskräften, wie Tourismusminister Rogers Valencia erklärte. Diese Leute wiederum werden die Route überwachen, um Beschädigungen der 17 archäologischen Stätten an der Strecke vorzubeugen. Es soll eine „kulturell nachhaltige“ Wüstenhatz werden.

Für die Fahrer und ihre Co-Piloten ist das nur eine Randerscheinung. Sie wollen schließlich ganz weit vorne landen. Erfahrung hilft bei der Orientierung und dem Umgehen mit den Extrembedingungen, doch frühere Verdienste zählen nicht. „Nur weil ich im vergangenen Jahr die Dakar gewonnen habe, wird mir das keine Extraminute einbringen“, konstatierte der Spanier Sainz. Man könne bei der Rallye aber einfach „nie vorhersagen, was passieren wird.“

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