1. Sport
  2. Motorsport

TV-Reporter Jürgen C. Braun über seine Ring-Erlebnisse

GLOSSE : Der Test-Fahrer

Einmal Oldtimer-Grand-Prix, einmal Nürburgring Langstrecken-Serie,  zweimal DTM, zwei Tage 24h-Rennen, und  ab morgen drei Tage am Stück Formel 1 ... Zugegeben: der Nürburgring sah mich in den vergangenen Wochen gefühlt so oft wie manch anderer sein Zuhause.

Unterwegs – mal als einsamer Fotograf zwischen Brünnchen und Pflanzgarten, oft auch im Pressezentrum an der Grandprix-Strecke.

Aber als journalistischer Rumtreiber macht man in diesen aerosolen Risiko-Zeiten ganz neue Erfahrungen: diejenigen nämlich, dass das Bewältigen des vorangehenden Papierwustes oft mehr Zeit in Anspruch nimmt  als die eigentliche Berichterstatter-Tätigkeit: Das wiederholte dokumentarische Bestätigen und Bekräftigen, man habe sich zu bestimmten Zeiten nicht an bestimmten Orten aufgehalten und man weise keinerlei auffällige Symptome auf.

Ach ja, und dann ist da noch dieses kleine Wattestäbchen, das inzwischen in immer kürzeren Abständen seinen Platz zwischen Munddusche und Zahnseide beansprucht. Und das als Ergebnis jedes Mal fein säuberlich das auswirft, wovon ich schon immer ausgegangen bin: dass ich nämlich ein durch und durch völlig ungefährlicher negativer Typ bin. Wenn man dann auch noch um 4.30 Uhr in der Früh raus darf, um sich ein paar Hundert Kilometer zum x-ten Test dieser Art aufzumachen, ist man von der Notwendigkeit solch permanent fürsorglicher Corona-Prävention restlos überzeugt. Vivat: Ein Hoch auf das Risikogebiet des Unruhestands.

Jürgen C. Braun