Nationalspieler Saibou erinnert sich gerne an Trier

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : „Was Besonderes“: Nationalspieler Saibou und seine Jahre in Trier

Neben Trainer Henrik Rödl ist Aufbauspieler joshiko Saibou der einzige aktuelle Basketball-Nationalspieler mit Trierer Vergangenheit. Warum er die Stadt an der Mosel niemals vergessen wird und was NBA-Spieler Moritz Wagner in diesen Tagen so sehr überrascht.

Schon bei der Fahrt mit dem Nationalteam vom Flughafen Findel in Luxemburg die B 51 hinunter in Richtung Kaiser-Wilhelm-Brücke, da seien die Erinnerungen wieder hochgekommen, erzählt Joshiko Saibou. „Das war schon etwas Besonderes, ich fühlte mich mit einem Mal richtig zurückversetzt, denn die Strecke bin ich damals auch sehr oft gefahren.“ Zwei Jahre lang, zwischen 2011 und 2013, war der 29-Jährige für die TBB Trier in der Basketball-Bundesliga aktiv. Eine Zeit, die ihm – wie er betont – sehr viel bedeutet: „Trier war die erste Station, für die ich meine Heimatstadt Berlin verlassen habe damals – hier bin ich richtig in meine Profikarriere gestartet.“

Dennoch sei das anfangs schon ein großer Schritt gewesen, gesteht der Aufbauspieler. „Auch deswegen, weil ich mir ehrlich gesagt gar nicht richtig vorstellen konnte, wie es ist, außer­halb Berlins zu leben. Daher war Trier zu Beginn schon sehr, sehr klein für mich, das weiß ich noch sehr genau. Man könnte es schon einen kleinen Kulturschock nennen.“ Danach allerdings habe er sich schnell eingelebt und  sehr wohlgefühlt in seiner Wohnung unmittelbar beim Cinemaxx in der Moselstraße.

Jetzt, Anfang August 2019, ist Joshiko Saibou zurück an der Mosel. Er gehört zum 16-Mann-Kader, mit dem sich Bundestrainer Henrik Rödl in dieser Woche in Trier auf die Weltmeisterschaft in China im September vorbereitet. Saibou berichtet: „Wir haben ordentlich trainiert, ziemlich intensiv. Die Woche in Trier war ein guter Einstieg in die Vorbereitung.“ Chefcoach Rödl, unter dem Saibou auch bereits bei der TBB Trier aktiv war, muss seinen Kader in den kommenden Wochen bis  zur WM noch um vier Spieler eindampfen. Eine Tatsache, die nervös macht? Saibou: „Das immer im Hinterkopf zu haben, macht keinen Sinn. Ich spiele ganz einfach Basketball, so wie ich es immer gemacht habe. Henrik wird dann am Ende entscheiden, welche Gruppe am besten zusammenpasst.“ Die Stimmung im Team, so erzählt der Aufbauspieler, der in der neuen Saison für Bonn in der Bundesliga auflaufen wird, sei sehr gut. „Das Team ist unglaublich talentiert: Wenn wir es schaffen, unsere Stärken auszuspielen, dann bin ich mal gespannt, was bei der WM möglich ist.“

Feststeht: Viel möglich war für Saibou und seinen Nationalmannschaftskollegen Moritz Wagner am vergangenen Mittwochabend nicht. Um mal aus der Basketballhalle rauszukommen, begab sich das Team nach Wittlich auf die Kartbahn. Weder Saibou noch Wagner hatten auf vier Rädern was zu melden. „Ne, das ist nicht mein Sport“, gesteht Wagner und beginnt zu lachen, „von einer Medaille war ich da weit entfernt“. Der Power Forward – dessen 17-jähriger Bruder Franz kürzlich von Alba Berlin ans US-College gewechselt ist – spielte ebenfalls lange für Alba Berlin und geht in der neuen Saison für NBA-Club Washington Wizards auf Korbjagd. Die Tatsache, dass er der einzige Spieler im Rödl-Team ist ohne Länderspiel, überrascht ihn am Donnerstag: „Echt, ich bin der Einzige? Krass ….“ Nervös sei er vor seiner Premiere am Sonntag gegen Schweden dennoch nicht, wie er betont: „Ein wenig positive Aufregung wird schon dabei sein“, gibt er dann doch noch zu und ergänzt: „Ich freue mich einfach tierisch, es ist eine große Ehre für Deutschland zu spielen.“ Und, mal Hand aufs Herz, bei so viel Talent, so vielen NBA-Spielern im Kader wie nie, was ist da möglich fürs deutsche Team in China? „Sagen wir mal so: Es ist jedem klar, dass wir nicht zur WM fahren, um dort um die Goldene Ananas zu spielen.“

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