Trier Das sagen Profi-Basketballer aus der Region zum Coup

Trier · Es war eine historische Basketball-WM aus deutscher Sicht. So bewerten Experten aus der Region das Turnier.

 Don Beck.

Don Beck.

Foto: Simon Engelbert

Der frühere TBB-Trainer Joe Whelton hat alle Spiele der WM in seinem Heimatort in Florida im Fernsehen geschaut, „obwohl die Spiele zum Teil mitten in der Nacht übertragen wurden. „Ich freue mich ganz besonders für Gordon Herbert. Er war mein bester Freund in meiner Zeit in Deutschland. Insgesamt hat der europäische Basketball in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung genommen.“

Rainer Loch war „total begeistert vom Erfolg des deutschen Basketballs bei dieser WM. Allerdings bin sehr skeptisch, ob das für den Basketball einen Schub geben wird.“ Deutschland werde vom Fußball beherrscht. „Die Erfolge – zum Beispiel auch im Handball - haben nicht wirklich nachhaltig gewirkt. Ganz bemerkenswert ist allerdings, dass ein BBL-Spieler – Andi Obst – der überragende Spieler des Halbfinals wurde. Das spricht für die immer bessere Qualität der BBL.“ Enttäuscht ist Loch von der Fernsehpräsenz – nur das Finale war im ZDF zu sehen. Alle anderen deutschen Spiele waren nur (kostenfrei) bei Magenta-TV zu sehen. „Traurig, dass fast die gesamte WM vom deutschen Fernsehen verschmäht wurde – das ist eigentlich unglaublich.“

Auch der frühere Trierer Profi Helge Patzak beklagt das zu geringe öffentliche Interesse: „Den großen Schub erwarte ich nicht wirklich, dafür war die Medienpräsenz einfach zu schlecht. Ein Armutszeugnis für die deutsche Sportlandschaft. Es ist unglaublich, dass wir ein rein europäisches Finale haben. Die Dominanz des US-Basketballs ist obsolet. Steve Kerr hat das richtig erkannt, wenn er sagt ‚Wir haben nicht mehr 1992’.“

Der langjährige Bundesliga-Spieler ist sich sicher: „Deutschland spielt seinen besten Basketball ever.“

Gladiators-Trainer Don Beck hofft, dass sich die Erfolge der Nationalmannschaft insgesamt positiv auf den Basketball in Deutschland auswirken. Er freut sich auch für Gordon Herbert, „gegen den ich in meiner Zeit in Deutschland sehr häufig gespielt habe“. „Er hat eine tolle Mannschaft geformt, die nicht zufällig bis ins Endspiel gekommen ist.“

Unglaublich sei auch, „dass Andi Obst gegen das US-Team 24 Punkte machen kann“. Becks Fazit: „Die NBA benötigt europäische Trainer.“