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1:1 gegen Engers: Eintracht Trier muss einige Nackenschläge wegstecken

Fußball-Oberliga : 1:1 gegen Engers: Eintracht Trier muss mehrere Nackenschläge wegstecken

Ein diskussionswürdiger Elfmeter, eine harte Gelb-Rote Karte, zwei nicht gegebene Tore und eine schwerere Verletzung: Für den SVE kam im Moselstadion so einiges zusammen.

Es sind zähe letzte Wochen vor der langen Winterpause für Eintracht Trier. Der SVE wollte für die Pokal-Niederlage unter der Woche gegen Engers Revanche nehmen, kam aber über ein 1:1 nicht hinaus.

Ein Grund: Die Eintracht vergab beste Gelegenheiten, um mehr als einen Treffer zu erzielen. Andererseits wurde Trier durch fragwürdige und Fehl-Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns ausgebremst.

So kam es für die Moselaner vor 976 Zuschauern im Moselstadion in der ersten Halbzeit in mehrerer Hinsicht ganz schön dicke. Nach der frühen Führung durch Yannick Debrah, der nach einer Parade des FVE-Torwarts Safet Husic im Anschluss an einen Eckball abstaubte (12.), kassierte Trier den Ausgleich durch einen diskussionswürdigen Foulelfmeter. Schiedsrichter Giuseppe Geraci sah ein strafwürdiges Einsteigen von Kevin Heinz gegen Jonas Runkel – Leon Gietzen drosch den Elfer humorlos unter die Latte (1:1, 21.). Die Strafstoßentscheidung war hart – Heinz lief eher unbeabsichtigt in den Engerser Spieler rein.

Der nächste Aufreger: Nach langem Ball von Simon Maurer erzielte Sven König mit toller Volleyabnahme das vermeintliche Trierer 2:1 – doch das Schiedsrichtergespann ahndete eine Abseitsstellung (34.). Die Videobilder belegten – eine klare Fehlentscheidung! Schon zuvor hatte der Unparteiische einen Treffer des SVE kassiert – Torschütze van Schaik soll unerlaubt den Ball mit dem Arm über die Linie bugsiert haben (27.) – die Videobilder geben keinen letzten Aufschluss, ob in dieser Szene nun tatsächlich der Arm oder die Brust von van Schaik im Spiel war.

Die nächste Aktion, die für Aufruhr sorgte, gab‘s in der 39. Minute – Triers Debrah kassierte binnen 60 Sekunden erst eine Gelbe Karte und dann Gelb-Rot. Was war passiert? Bei der ersten Gelben Karte unterband er eine schnelle Freistoßausführung der Gäste - die Verwarnung war unausweichlich. Bei der zweiten Aktion legte sich Debrah den Ball zu weit vor. Er rutschte in Christian Meinert herein - an der Außenlinie, mit dem Fuß nach vorne, wobei er noch versucht, das Bein zurückzuziehen. Letztlich traf Debrah Ball und Gegner. Insofern war die zweite Verwarnung des Referees, der bekannt dafür ist, eher mehr als wenige Gelbe Karten zu verteilen, schon sehr hart - wenn auch nicht völlig aus der Luft gegriffen.

So reihte sich ein Nackenschlag für die Eintracht an den nächsten. Und dennoch hätte Trier zur Halbzeit führen müssen. Denn König vergab zwei ganz dicke Chancen in der 14. Minute (Schlenzer, den Husic parierte) und 38. Minute (Schuss knapp neben das Tor).

Eintracht-Trainer Josef Cinar, der dem Schiedsrichter auf dem Weg in die Kabine zur Pause ein paar deutliche Worte mitgab, verzichtete in der Startelf auf die zuletzt formschwachen Jan Brandscheid und Jason Kaluanga. Im Sturm begann Jonas Amberg, Jason Thayaparan verteidigte rechts hinten.

Die zweite Halbzeit - in Unterzahl - nahm der SVE mit Brandscheid in Angriff. Er ersetzte Leonel Brodersen. Wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff der nächste Rückschlag. Jonas Amberg erwischte es böse am Kopf. Er musste benommen ausgewechselt werden und zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus.

Engers machte nicht viel aus der Überzahl. Triers Offensivaktionen kamen früh ins Stocken, weil sich zu wenige Spieler in der Hälfte der Gäste aufhielten. So war es schwer, mögliche Standardsituationen heraufzubeschwören. Eine gefährliche gab’s dann aber doch noch. Bei einem direkten Freistoß von Dominik Kinscher streichelte der Ball den Außenpfosten (77.).

Es blieb beim Remis. Trier hat nun bis kommenden Freitag Zeit, zu neuen Kräften zu kommen und die beiden im Ergebnis enttäuschenden Partien gegen Engers im Pokal und in der Liga zu verarbeiten.  

Eintracht Trier: Wieszolek – Thayaparan, Maurer, van Schaik, Heinz – Fischer – Brodersen (46. Brandscheid), Debrah, Kinscher (80. Kaluanga), König – Amberg (51. Schneider, 86. Bibaku))

FV Engers: Husic – Fiege (59. Freisberg), Kneuper, Splettstößer, Meinert - Gietzen, Runkel, Brahaj (15. Schlesiger), Stieffenhofer (78. Kesikci) – Kap, Finkenbusch (46. G. Naric)

Tore: 1:0 Debrah (12.), 1:1 Gietzen (21., FE)

Schiedsrichter: Giuseppe Geraci

Zuschauer: 976

Gelb-Rote Karte: Debrah (39.)