1. FC Köln: Jan Thielmann aus Föhren schreibt Bundesliga-Geschichte

Fußball : Ein Föhrener steht jetzt im Bundesliga-Geschichtsbuch!

Jan Thielmann vom 1. FC Köln ist der erste Spieler des Geburtsjahrgangs 2002, der jemals in der ersten Liga aufgelaufen ist. Der 17-Jährige aus dem Kreis Trier-Saarburg feierte gegen Leverkusen (2:0) sein Debüt in der ersten Mannschaft der Geißböcke. Aus der Heimat gibt’s Glückwünsche.

Die Not des 1. FC Köln machte Trainer Markus Gisdol erfinderisch. Im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen setzte er in der Startelf gleich auf mehreren Positionen auf neue, junge, unverbrauchte Gesichter. Einer von ihnen: der aus Föhren im Kreis Trier-Saarburg stammende Offensivspieler Jan Thielmann. Gisdol stellte den 17-Jährigen in einer Dreierreihe hinter Mittelstürmer Anthony Modeste auf. Damit schrieb Thielmann Bundesliga-Geschichte! Er ist der erste Spieler des Geburtsjahrgangs 2002, der jemals in der ersten Liga auflief.

Thielmann spielte 55 Minuten lang und verzeichnete in dieser Zeit drei Torschüsse – Bestwert im Kölner Team.

Im bisherigen Saisonverlauf hat Thielmann für die A-Jugend des FC in 13 Partien der Bundesliga West sechs Tore erzielt. Für die U-17-Nationalmannschaft absolvierte er bislang acht Spiele und markierte dabei zwei Treffer.

Einerseits kam der Sprung ins Bundesliga-Team nun überraschend, doch er hatte sich zuletzt im Training des FC angedeutet. Gisdol äußerte sich lobend über Thielmann - wie übrigens auch Vorgänger Achim Beierlorzer.

„Jan Thielmann hat sich im Training richtig reingehängt, und die Position heute hat für ihn gut gepasst. Vor dem Spiel hat die Mannschaft ihn gut aufgenommen“, sagte Gisdol nach dem Spiel gegen Leverkusen.

Mit dem Bundesliga-Debüt, das mit einem Sieg des FC nach Toren von Jhon Cordoba und Sebastiaan Bornauw endete, geht für Thielmann ein traumhaftes Jahr zu Ende. Im Juni hatte der Stürmer mit dem 1. FC Köln die deutsche B-Jugend-Fußball-Meisterschaft errungen – dank eines spektakulären 3:2-Finalsiegs beim Favoriten Borussia Dortmund vor 10 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion Rote Erde.

Neben dem Platz ist Thielmann eher introvertiert und schüchtern. Auf dem Platz vollzieht er dann eine komplette Wandlung. Der Offensivakteur hatte einst bei der JSG Hetzerath/Föhren/Bekond mit dem Kicken begonnen. 2015 war er zu Eintracht Trier gewechselt. Von dort ging es 2017 ins Kölner Nachwuchsleistungszentrum.

Über die sozialen Netzwerke gab’s Glückwünsche für Thielmann aus der Heimat. „Wahnsinn!!! Der SV Föhren gratuliert seinem ehemaligen Jugendspieler Jan Thielmann zum Bundesligadebut für den 1. FC Köln mit nur 17 Jahren. Weiter so!“, postete der SVF via facebook.

Marcel Lorenz war Thielmanns Jugendtrainer bei Eintracht Trier. „Ich freue mich sehr für Jan. Als ich hörte, dass er gegen Leverkusen tatsächlich spielt, war ich sprachlos und geschockt - im positiven Sinn. Er wurde schließlich als 17-Jähriger Jhon Corboba und Simon Terodde vorgezogen“, sagte Lorenz am Samstagabend im Gespräch mit dem TV. Lorenz glaubt, dass Thielmanns Weg noch lange nicht zu Ende ist: „Man hat schon in der C-Jugend gesehen: Der Junge will’s, und er wird es schaffen. Viele gegnerische Trainer haben mich vor Spielen gefragt: ,Hast du Thielmann dabei?’ Als ich Ja sagte, seufzten sie: ,Och, nee...’“ Jan zeichnen Wille, Ehrgeiz und Motivation im Training aus. Er wollte bei uns jedes Trainingsspiel gewinnen und jeden Torschuss wegmachen. Er ist klar im Kopf und weiß, was er will. Eine erste Bestätigung hat er mit dem Bundesliga-Debüt heute bekommen.“