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3. Handballliga Frauen: So planen Wittlich und HSG Hunsrück die Zukunft

3. Handball-Liga der Frauen : HSG Wittlich und HSG Hunsrück: (Keine) Lust auf Verlängerung

Während Wittlich kurz vor dem sicheren Klassenerhalt steht, haben die Hunsrückerinnen noch die Hoffnung, den Verbleib über einen Umweg zu schaffen. Wie beide Teams ihre Chancen einschätzen – und wie sie die Zukunft planen.

Bei der HSG Wittlich fehlt nicht mehr viel, um eine aus Sicht von Trainer Thomas Feilen „herausragende Saison zu krönen“. Vier Teams kämpfen in der Gruppe E noch um drei Plätze, die das sichere Ticket auch für die kommende Drittliga-Saison bedeuten. Für die HSG ist die Rechnung recht simpel: Holt sie in den verbleibenden beiden Vorrundenspielen in Pforzheim und zu Hause gegen St. Leon/Reilingen zwei Punkte, können die Korken knallen. Da die HSG die Direktvergleiche mit Möglingen und Bietigheim II gewonnen hat, die im Falle einer Punktgleichheit herangezogen werden, wäre sie auf der sicheren Seite.

„Der direkte Klassenerhalt wäre der größte Erfolg in der bisherigen HSG-Geschichte“, verdeutlicht Feilen. Dieses von den Wittlicherinnen vor der Spielzeit ausgegebene Ziel war ambitioniert. Doch sie können es dank einiger guten Leistungen in dieser Saison tatsächlich schaffen. „Es wäre das Ergebnis eines wahnsinnig langen Lern-Prozesses“, sagt Feilen.

Bleibt Wittlich drin, werden die Aufgaben indes nicht kleiner. In der kommenden Saison soll die Zahl der Damen-Drittligisten von (coronabedingt) aktuell 70 Teams in sechs Vorrundengruppen wieder auf das Normalmaß von 60 Mannschaften gestutzt werden. Die Folge dürfte eine höhere Leistungsdichte sein. Feilen: „Es wird wieder eine große Herausforderung, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Unser Korsett soll weiterhin aus Spielerinnen aus der Groß-Region bestehen.“

Der direkte Klassenerhalt hätte auch noch andere Vorteile für die HSG. Nach einer – auch coronabedingt – kräftezehrenden Spielzeit bliebe den Beteiligten genug Zeit, um sich richtig zu erholen. Gleichzeitig könnte der weitere notwendige Entwicklungsprozess mit der nötigen Ruhe angegangen werden. Feilen: „Diese Phase ist extrem wichtig. Im Falle des direkten Klassenerhalts würden wir im April noch (individuell) weitertrainieren, auch um Talente aus unserer A-Jugend und der zweiten Mannschaft heranzuführen. Nach einer Pause im Mai würden wir dann im Juni mit der Vorbereitung auf die neue Spielzeit beginnen.“

Bei der HSG Hunsrück müssen die kommenden Wochen anders angegangen werden. Das Team wird sicher in die Abstiegsrunde einziehen, die bis Anfang Juni geht. Dort wird die Mannschaft versuchen, doch noch den Klassenerhalt zu schaffen. Angesichts bislang lediglich drei Saisonsiegen, scheint das Ziel in sehr weiter Ferne zu liegen. Doch dank der (komplizierten) Abstiegsrunden-Regelung ist der Zug noch nicht endgültig abgefahren. „Uns erwartet in jedem Fall ein hartes Stück Arbeit. Wie realistisch unsere Chancen noch sein werden, hängt von der Zusammensetzung unserer Abstiegsrunden-Gruppe ab“, erläutert Trainer Nils Ibach.

Und da beginnt die Rechnerei. Aus der Gruppe E, in der die HSG derzeit auf dem elften und damit letzten Platz liegt, ziehen der Siebt-, Zehnt- und Elftplatzierte zusammen mit dem Achten, Neunten und Zwölften der Gruppe F gemeinsam in eine Abstiegsrunden-Gruppe. Die Punkte gegen die Teams aus der eigenen Vorrundengruppe werden mitgenommen. Auf dem Plan stehen dann sechs Partien gegen die Teams der anderen Gruppe (Hin- und Rückspiel). Der Erste und Zweite der Gruppe bleibt in der 3. Liga.

3. Handballliga Frauen: So planen Wittlich und HSG Hunsrück die Zukunft
Foto: Sebastian J. Schwarz/sjs / Sebastian J. Schwarz

Die HSG Hunsrück muss eigentlich darauf hoffen, dass Pforzheim mit ihr in dieselbe Abstiegsrunde einzieht, da sie beide Saisonspiele gegen das Team aus Baden-Württemberg gewonnen hat und damit vier Punkte mitnehmen würde.

Egal, ob‘s noch klappt oder die HSG kommende Saison wieder in der Oberliga spielt: Ibach spricht von sehr lehrreichen Monaten, die das Team voranbringen: „Corona hatte uns vor Karneval massiv getroffen. Die Mannschaft ist extrem daran gewachsen, mit Rückschlägen umzugehen und gegen Widerstände anzukämpfen. Sie gibt nie auf. Wir haben einen sehr guten Teamspirit.“

Parallel läuft die Personalplanung für die neue Saison. Fürs Tor wurde bereits die derzeit beim HC Koblenz spielende Torfrau Vanessa Gerken, die Zweit- und Drittliga-Erfahrung aufweist und mit Leverkusen einst Deutsche A-Jugend-Meisterin geworden ist, verpflichtet. Ibach: „Ein Großteil der Mannschaft wird zusammenbleiben. Wir sind aber auch an weiteren Spielerinnen für den Kreis und die Rückraumpositionen dran.“