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MELSUNGEN
50 gute Minuten reichen nicht

MELSUNGEN. Trotz Trainerwechsels kassieren die Trierer Handball-Miezen im Zweitliga-Spiel in Kirchhof eine weitere Niederlage, während die Konkurrenz im Keller punktet.

(BP) Auch der Trainerwechsel von Andy Palm auf Ralf Martin hat die Niederlagenserie der Trierer Handball-Miezen nicht stoppen können: Trotz einer über 50 Minuten tollen kämpferischen Leistung unterlag die DJK/MJC Trier am Samstagabend mit 27:31 (16:12) bei der SG Kirchhof. Hauptgrund für die Niederlage war eine Schwächephase Anfang der zweiten Halbzeit, als die Triererinnen sieben Tore in Folge kassierten und die komfortable Pausenführung aus der Hand gaben, am Ende reichte die Kraft dann nicht mehr, um die Partie zu drehen. Durch die fünfte Niederlage in Folge bleiben die Miezen punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz, die Konkurrenz aus Zwickau und Bremen konnte allerdings punkten und zog an den Miezen vorbei.

„50 Minuten haben wir richtig gut gespielt, wobei die erste Halbzeit fast schon überragend war. Aber das reicht eben nicht zum Sieg, wenn der Gegner Luft für 60 Minuten hatte. Dafür kannst du dir nichts kaufen“, sagte Interimstrainer Walter. Beste MJC-Werferin war Linsey Houben mit fünf Treffern, bei den Gastgebern überragte die aktuell erfolgreichste Torschützin der 2. Liga Bundesliga, Diana Sabljak, mit elf Toren. Ein Sonderlob auf Miezen-Seite gab es für Torfrau Yuko Minami und Aaricia Smits, die als „Staubsauger vor der Abwehr“ den Kirchhofer Angriffsschwung unterband.

In der zwölften Minute gingen die Miezen beim 5:4 erstmals in Front –  und bauten diese Führung bis zur Pause auf vier Tore (16:12) aus. Auffallend war die Geschlossenheit, gerade im Angriff, denn die Tore verteilten sich auf viele Spielerinnen. Sogar Torfrau Minami reihte sich mit zwei Treffern ins leere Kirchhofer Tor in die Torschützenliste ein. „Zwei Auszeiten des Gastgebertrainers vor der Pause zeigen, dass wir sie ziemlich gut im Griff hatten“, sagte Martin. Einziges Manko schon da: Einige kleine individuelle Fehler – ein vergebener Siebenmeter hier, einmal Übertreten beim Gegenstoß dort – summierten sich. „Wir hätten noch deutlicher führen können“, sagte der MJC-Trainer.

Doch nach der Pause drehte die Partie komplett. Bis zum 18:14 (34.) hielt der Trierer Vier-Tore-Vorsprung, aber dann: Angeführt von Sabljak starteten die Gastgeber ihre Aufholjagd: Nach vier Toren in Folge war beim 18:18 der Ausgleich erreicht, nicht einmal eine Auszeit Martins änderte etwas – im Gegenteil: Als die SG ihre Serie auf 7:0 in nur sechs Minuten ausgebaut hatte, lag Trier mit 18:21 hinten.

Doch die Miezen gaben sich nicht auf. Dank Gabriella Szabo und Maja Zrnec kam die MJC wieder in Schlagdistanz, nach 46 Minuten war die Partie beim 22:22 wieder völlig offen. Ein erneuter Doppelschlag von Sabljak in Überzahl sorgte allerdings wieder für eine Drei-Tore-Führung für Kirchhof (25:22) – Martin nahm acht Minuten vor dem Ende seine letzte Auszeit. Es nützte nichts mehr. „Am Ende hat uns einfach die Kraft gefehlt“, sagte Martin, der als Konsequenz für die nächste Trainingswoche schon ein verschärftes Ausdauertraining ankündigt: „Die Spielerinnen werden richtig schwitzen, denn angesichts der Tabellensituation müssen wir die Partie am Sonntag gegen Waiblingen unbedingt gewinnen.“

DJK/MJC Trier: Minami (2), Krämer – Petrovska (1), Sattler (0), Houben (5), Czanik (1), Tolic (2), Smits (2), Müller (4), Szabo (4/2), Zrnec (4), Constantinescu (2) - Beste Werferin Kirchhof: Sabljak (11/6)