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Acht-Tore-Spektakel: Eintracht Trier spielt 4:4 gegen Eisbachtal

Fußball-Oberliga : Acht-Tore-Spektakel: Eintracht Trier spielt 4:4 bei den Sportfreunden Eisbachtal

Der SVE gibt zweimal eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand – und hat in der sechsten Minute der Nachspielzeit Glück bei einem Lattentreffer der Gastgeber.

Acht Tore, ein ständiges Auf und Ab, dazu zwei Elfmeter und eine Wahnsinns-Szene kurz vor dem Abpfiff: Die Partie zwischen den Sportfreunden Eisbachtal und Eintracht Trier hatte eine Menge zu bieten.

Die Eintracht parierte die starke Anfangsphase der Eisbachtaler zunächst im Stile einer Spitzenmannschaft. Die Moselaner zogen den Ballbesitz auf ihre Seite und brachten so erstmal Ruhe ins Geschehen – um dann eiskalt zuzuschlagen. Jeweils nach Vorlage von Kevin Heinz sorgten Edis Sinanovic mit einem satten Schuss (22.) sowie Sven König, der den Ball am Torwart vorbeischob (25.), für eine 2:0-Führung.

Die Gastgeber waren aber keineswegs geschockt. Zu leicht ließ sich die Eintracht die Führung aus den Händen reißen. Beim 1:2-Anschlusstreffer sah SVE-Torwart Denis Wieszolek nicht gut aus – beim Schuss von Pascal Heene rauschte der Ball ins kurze (Torwart-)Eck (29.). Nur zwei Minuten später der Ausgleich, als der Ball beim Abschluss von Gabriel Jost vom Innenpfosten ins Tor ging - auch da machte Wieszolek nicht die beste Figur. So zittrig in der Defensivarbeit hat man den SVE schon länger nicht mehr gesehen.

Eisbachtal überzeugte mit guter Spielanlage, Ballsicherheit und immer wieder guter Spielverlagerung. Doch die Eintracht hielt dagegen – und kam noch vor der Pause zur erneuten Führung. Nach einem Zweikampf zwischen Eisbachtals Abwehrorganisator Masaya Omotezako und dem immer wieder seinen robusten Körper einsetzenden SVE-Stürmer Christopher Bibaku entschied Schiedsrichter Benedikt Steitz auf Foulelfmeter. Manch Eisbachtaler hatte in der Szene eher ein Stürmerfoul gesehen, doch der Pfiff ging in Ordnung. Dominik Kinscher ließ sich die Chance nicht nehmen. Mit voller Überzeugung donnerte er den Ball ins Netz – da gab es nichts zu halten für Eisbachtals Keeper Philip Kraft (45.).

Nach der Pause entwickelte Eisbachtal wie zu Spielbeginn einen enormen Druck, dem die Eintracht standhielt – und dem sie mit dem vierten Tor Energie nahm. Edis Sinanovic war zum zweiten Mal an diesem Nachmittag erfolgreich – nach Zuspiel von König (59.). Trier hatte die Szenerie wieder beruhigt – und das fünfte Tor auf dem Fuß. König traf aber nur den Pfosten (73.).

Das sollte sich rächen. Zum zweiten Mal nahm die verrückte Partie eine Wende. Durch ein Eigentor von Henk van Schaik – er hatte einen Schuss von Jost entscheidend abgefälscht - kam Eisbachtal auf 3:4 ran (78.). Und mit einem weiteren Strafstoß gar wieder zum Ausgleich. Bei einem Freistoß der Gastgeber wurde König in der Trierer Mauer ein strafbares Handspiel zur Last gelegt – eine sehr zweifelhafte Entscheidung. Moritz Hannappel traf vom Punkt souverän zum 4:4 (84.).

Trier antwortete mit wütenden Angriffen – doch König, Kinscher und Maurer vergaben Gelegenheiten zum möglichen 5:4.

Am Ende musste Trier sogar froh sein, einen Punkt aus dem Westerwald mitzunehmen. Quasi mit dem Schlusspfiff setzte Jonah Arnolds mit einem Weitschuss über den zu weit vor dem Tor stehenden Wieszolek den Ball an die Latte (90./+6).

Damit verpasste Trier den zehnten Sieg in Folge, bleibt aber in der Nordgruppe souverän an der Spitze – und im Fernduell mit Wormatia Worms in der Südgruppe weiter gut im Rennen.

Eisbachtal: Kraft – Jost, Trabusch, Omotezako (46. Reitz, Kleinmann, 90./+4), Brühl, Tuchscherer – Heene, Hesse, Olbrich – Duchscherer (87. Arnolds), Hannappel

Trier: Wieszolek – Kaluanga, Maurer, van Schaik, Heinz – R. Garnier – Sinanovic (81. Schneider), Amberg (68. Thayaparan), Kinscher, König – Bibaku (71. Brandscheid)

Tore: 0:1 Sinanovic (22.), 0:2 König (25.), 1:2 Heene (29.), 2:2 Jost (31.), 2:3 Kinscher (45., FE), 2:4 Sinanovic (59.), 3:4 van Schaik (78., Eigentor), 4:4 Hannappel (84., HE)

Schiedsrichter: Benedikt Steitz