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ADAC-Sport-Vorstand Axel Friedhoff: Ob Clio oder Cayman - Hauptsache Motorsport

Neuer Sport-Vorstand im ADAC Mittelrhein : Axel Friedhoff: Ob Clio oder Cayman - Hauptsache Motorsport

Auto-Slalom, Rallye, Langstrecke – Gabionen-Produzent Axel Friedhoff (55) aus Bergweiler bei Wittlich ist seit mehreren Jahrzehnten hinterm Lenkrad auf verschiedenen Pfaden unterwegs. Jetzt ist er neuer Sport-Vorstand im ADAC Mittelrhein. Hier spricht er über seine Ziele, eine spezielle Vater-Sohn-Beziehung und einen Deal mit seiner Frau.

Ein Ehevertrag im klassischen Sinne ist es nicht. Aber doch eine klare Absprache. Als Axel Friedhoff vor mehr als 30 Jahren seine Eva heiratete, wurden zwei Dinge gleich mitgeklärt. Axel bat darum, dass es nie Einsprüche gegen sein Engagement in der Firma (er ist Geschäftsführer der Firma Rothfuss Best Gabion) und im Motorsport geben soll. Gesagt, getan.

Das Paar hat drei Söhne – Max (26), Moritz (24) und Fritz (23). Mit Max bildet Axel Friedhoff bis heute ein spezielles Duo – die beiden sind im Motorsport gemeinsam unterwegs.

Schon seit Generationen hat die Familie Benzin im Blut. „Schon mein Großonkel ist in den 1920er Jahren Motorradrennen gefahren. Mein Vater war auch Rennfahrer und zudem als Rennleiter aktiv – etwa beim 300-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring oder beim Bergrennen in Wittlich“, berichtet Axel Friedhoff.

Kein Wunder, dass auch er in seiner Freizeit eine Motorsport-Karriere einschlug. Als Jugendlicher trat er in die Motosportabteilung (MSA) des PSV Wengerohr ein – der damalige Vorsitzende war Armin Kohl. Erste Wettbewerbs-Gehversuche am Lenkrad machte er mit 18 im Auto-Slalom – „aber das war nicht meine Welt“, sagt Friedhoff. Er schwenkte um auf den Rallye-Sport. „Ich fuhr zunächst im Auto meiner Schwester, das ich direkt mal geschrottet habe“, erinnert sich Friedhoff. Doch er steigerte sich. 2003 wurde Friedhoff Mittelrhein- und Saarland-Meister. Wegen Rückenproblemen war 2005 aber erstmal Schluss – Friedhoff engagierte sich neben der Rennstrecke als Sportleiter und Vorsitzender der MSA Wengerohr.

Ein Tipp seines Physiotherapeuten brachte Friedhoff wieder hinters Steuer: „Er empfahl mir, ein Rudergerät für zu Hause anzuschaffen. Das Training darauf hilft – ich bin die Schmerzen los.“ Seit 2013 fährt Friedhoff Langstrecken-Rennen – und bildet dabei mit seinem Sohn Max ein Fahrer-Duo. Papa Friedhoff: „Wir harmonieren gut im Team. Was ich mit Routine mache, erledigt er mit seinem jugendlichen Elan.“ Das Duo mischt klassenübergreifend mit – egal, ob in einem Renault Clio oder in einem Porsche Cayman. Gebündelt haben die Friedhoffs ihre Motorsport-Aktivitäten im Team „Aimpoint Racing“.

Armin Kohl – bekannt vor allem auch durch seine Funktion als früherer Leiter der Rallye Deutschland – war es nun, der Axel Friedhoff als neuen Sport-Vorstand im ADAC Mittelrhein vorschlug. Gewählt wurde er in das Amt bei der jüngsten ADAC-Mitgliederversammlung – Friedhoff folgt Franz-Rudolf Ubach, der zwölf Jahre lang Sport-Vorstand war.

Der Unternehmer aus Bergweiler nimmt die Herausforderung an: „Ich bin kein klassischer Funktionär, sondern noch ein aktiver Fahrer. Ich muss in meiner neuen, zusätzlichen Rolle viel lernen, kann aber auf ein großes Netzwerk bauen“, sagt Friedhoff.

Global ist der Motorsport im Wandel. Wohin die Reise geht? An vielen Stellen ungewiss. Friedhoffs Baustellen liegen dagegen vor der Haustür. Seine Ziele? „Im Zuge der Corona-Pandemie ist meine kurzfristige Aufgabe, in Zusammenarbeit mit den Behörden im neuen Jahr wieder mehr Rennen in der Region zu ermöglichen. Wir sind dabei, für verschiedene Szenarien Lösungen zu erarbeiten.“ Er will wieder mehr Leben in die Ortsclubs bringen und auf Sicht die Zahl der Wettbewerbe ausbauen. Auch wenn eine Großveranstaltung wie die Deutschland-Rallye womöglich im Südwesten Geschichte sein wird, sieht er nicht die Lichter ausgehen. „Mir schwebt vor, kleinere, aber nicht minder attraktive Rennen hierher zu holen, etwa einen Rallye-Lauf zur Deutschen Meisterschaft.“

Sehr am Herzen liegt Friedhoff auch der Nürburgring, mit dem er durch Einsätze in der Langstreckenmeisterschaft eng verbunden ist: „Für mich ist der Ring inklusive der Nordschleife die faszinierendste Rennstrecke der Welt. Diese Aura, dieses Flair muss erhalten bleiben. Dafür braucht es viele Serien, die dort fahren – vom Breitensport bis hin zur Formel 1.“ Friedhoff weiß: Der Motorsport polarisiert. „Er übt aber auch für viele Menschen eine Faszination aus. Unsere Aufgabe ist es, ihn kompatibel mit den Anforderungen der Zeit zu machen. Schon immer stand der Motorsport Pate für Entwicklungen in puncto Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit. All das findet Eingang in unsere Alltagsmobilität.“ Abseits aller technischen Fragen ist Friedhoff überzeugt: „Motorsport hat auch eine gesellschaftliche Aufgabe. Er bringt Menschen zusammen. Das ist mir wichtig.“