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Triathlon
Das Bibbern von Prinz Eisenhart

Bei der Ankunft auf Hawaii musste der Föhrener Triathlet Joachim Prinz feststellen, dass das Schaltwerk an seinem Rennrad abgebrochen war (Bild unten). Ein Fiasko. Glück im Unglück: Bis zum Ironman-Start konnte der Schaden provisorisch behoben werden.
Bei der Ankunft auf Hawaii musste der Föhrener Triathlet Joachim Prinz feststellen, dass das Schaltwerk an seinem Rennrad abgebrochen war (Bild unten). Ein Fiasko. Glück im Unglück: Bis zum Ironman-Start konnte der Schaden provisorisch behoben werden. FOTO: TV / privat
Föhren/Kona/Duisburg. Ein Jahr harte Vorbereitung – und dann das: Fast wäre für den Föhrener Joachim Prinz der langersehnte erste Start beim Ironman auf Hawaii ausgefallen. Grund: Sein Rennrad hatte den Flug nicht heil überstanden. Doch es gab noch ein Happy End. Von Mirko Blahak
Mirko Blahak

Beim Triathlon muss nicht nur der Körper mitspielen, sondern auch das Material. Vor allem beim legendären Ironman auf Hawaii ist das eine Herausforderung. Die Triererin Sara Bund, die in diesem Jahr erstmals auf Big Island am Start war, hatte Glück, dass ihr per Sperrgepäck aufgegebenes Rennrad den Flug von Deutschland über Los Angeles auf die Inselgruppe im Pazifischen Ozean heil überstanden hatte (der TV berichtete).

Weniger Fortune hatte Joachim Prinz, der aus Föhren (Kreis Trier-Saarburg) stammt und Mitglied des Vereins Silvesterlauf Trier ist. Bei seiner Hawaii-Premiere vor kurzem musste er feststellen, dass sein Rad beim Flug-Transport enormen Schaden genommen hatte. Das Schaltwerk war abgebrochen und in die Speiche gerutscht. Ein Fiasko.

FOTO: TV / privat

„Mein Ironman-Start hing am seidenen Faden – und das nach einem Jahr intensiver Vorbereitung. Ich fiel in ein mentales Loch“, berichtet der an der Uni Duisburg-Essen tätige Wirtschafts-Professor. Der 47-Jährige grübelte schon darüber, was er im schlimmsten Fall machen würde. Nur im Schwimmen antreten? Ein Leihrad nutzen, das aber vom Rahmen viel zu groß gewesen wäre?

Es gab ein Happy End. Das Drama konnte abgewendet werden. Ein Mechaniker in einem Radladen in Kona, der sich angesichts von mehr als 2400 Triathleten auf der Insel im Vorfeld des Ironmans nicht über zu wenig Arbeit beklagen konnte, reparierte Prinz‘ Rennmaschine provisorisch. Kostenpunkt 800 US-Dollar. „Diese Summe hat mir schon Bauchschmerzen bereitet“, gibt Prinz zu, der sich aber trotz aller Widrigkeiten nicht aufhalten ließ.

Er startete. Er kam gut durch die Wellen auf der 3,86 Kilometer langen Schwimmstrecke in der Bucht von Kailua-Kona. Das Rad hielt auf der 180 Kilometer langen Radstrecke. Und er überstand einen körperlichen Einbruch bei Kilometer 25 im abschließenden Marathon. Nach 10:16,29 Stunden erreichte Prinz, der vom Langstreckenlauf kommt, das Ziel. Das bedeutete Gesamtrang 891 und Platz 127 in seiner Altersklasse der 45- bis 49-Jährigen.

Der Verein Silvesterlauf kürte den Föhrener zum „Prinz Eisenhart“. „Mit dem Namen kann ich mich ganz gut anfreunden“, sagt der Professor, der mit einer sportökonomischen Arbeit zur Entlohnung von Basketballspielern promoviert hat.

Zurück in Deutschland hat Prinz schon wieder leichtes Training aufgenommen. Der nächste Wettbewerb naht. Am 31. Dezember will er zum elften Mal am Trierer Silvesterlauf teilnehmen.